《am Morgen》25. Dezember
„Darum so wird euch der HERR selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel." Jesaja 7,14
Wir wollen nach Bethlehem gehen und gemeinsam mit den Hirten und Weisen den als König der Juden Geborenen bewundern und anbeten. Denn durch den Glauben sind wir Anteil an Ihm geworden und können jubelnd singen: „Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben" (Jesaja 9,5). Jesus ist der Mensch gewordene Jahwe, unser Herr und unser Gott, aber auch unser Freund und Bruder. Lasst uns Ihn anbeten und verehren! Wir wollen an Seine wunderbare Menschwerdung denken. Es ist von Anfang an beispiellos und seit-dem nie wieder geschehen, dass eine Jungfrau einen Sohn gebären sollte. „Der Herr wird ein Neues im Lande erschaffen: Die Frau wird den Mann umgeben" (Jeremia 31,22). Die erste Verheißung lautet: „des Weibes Same" (1. Mose 3,15) und nicht die Nachkommenschaft des Mannes. Seit die Gier der Frau der Sünde den Weg gebahnt hat und uns dadurch das Paradies verloren ging, so bringt auch sie - und sie allein! - den Wiederbringer des Paradieses zur Welt: Jesus. Er war, obwohl er Mensch war, auch der Heilige Gottes. Unser Heiland: wahrer Mensch und wahrer Gott! Durch die Kraft des Heiligen Geistes wurde Er - ohne Befleckung durch die Erbsünde - der Jungfrau Maria geboren. Beugen wir uns in Ehrfurcht vor dem heiligen Kind. Seine Unschuld schenkt der Menschheit die gottgewollte Herrlich-keit wieder. Bitten wir, dass Er in uns zur Hoffnung und Herrlichkeit wachsen möge. Achtet dabei auf Seine arme Blutsverwandtschaft. Unser Schriftwort nennt Seine Mutter „eine Jungfrau" und nicht Fürstin oder Prophetin oder eine Vornehme mit Reichtum und An-sehen. Ihre Abstammung war zwar nicht gering, weil königliches Blut in ihren Adern floss. Auch war ihr Wesen nicht ungebildet, denn sie hat uns einen herrlichen Lobgesang hinterlassen. Aber dennoch war ihr Leben sehr bescheiden. Der Mann, dem sie sich anvertraut hatte, war nicht reich. Und armselig war die Ausstattung des neugeborenen Königs! Er selbst kam in diese Niedrigkeit, um in der Abbildung der Armut die Niedrigkeit des Menschen in seiner Verlorenheit zu zeigen. Auch Menschen aus niedrigem Stand werden zu großer Ehre erhöht. Jeder Gläubige ist ein Abbild Christi.
《Morning By Morning》December 25
“Therefore the Lord himself shall give you a sign; Behold, a virgin shall conceive, and bear a son, and shall call his name Immanuel. ”— Isaiah 7:14
Let us today go down to Bethlehem, and in company with wondering shepherds and adoring Magi, let us see him who was born King of the Jews, for we by faith can claim an interest in him, and can sing, “Unto us a child is born, unto us a son is given.”
Jesus is Jehovah incarnate, our Lord and our God, and yet our brother and friend; let us adore and admire. Let us notice at the very first glance his miraculous conception. It was a thing unheard of before, and unparalleled since, that a virgin should conceive and bear a Son.
The first promise ran thus, “The seed of the woman,” not the offspring of the man. Since venturous woman led the way in the sin which brought forth Paradise lost, she, and she alone, ushers in the Regainer of Paradise.
Our Saviour, although truly man, was as to his human nature the Holy One of God. Let us reverently bow before the holy Child whose innocence restores to manhood its ancient glory; and let us pray that he may be formed in us, the hope of glory.
Fail not to note his humble parentage. His mother has been described simply as “a virgin,” not a princess, or prophetess, nor a matron of large estate. True the blood of kings ran in her veins; nor was her mind a weak and untaught one, for she could sing most sweetly a song of praise; but yet how humble her position, how poor the man to whom she stood affianced, and how miserable the accommodation afforded to the new-born King!
Immanuel, God with us in our nature, in our sorrow, in our lifework, in our punishment, in our grave, and now with us, or rather we with him, in resurrection, ascension, triumph, and Second Advent splendour.
《am Abend》25. Dezember
denn die Herrlichkeit des HERRN soll offenbart werden, und alles Fleisch miteinander wird es sehen; denn des HERRN Mund hat es geredet." Jesaja 40,5
Wir schauen auf den wunderbaren Tag, wo die ganze Welt vor Jesus versammelt sein wird. Alle heidnischen Götter werden gestürzt und zermalmt werden. Der Aberglaube wird ausgerottet. Der Stolz wird vernichtet, damit er nie wieder seine vernichtenden Flammen unter den Völkern entzünden kann. Wir schauen auf den Tag, wo sich alle Könige vor dem Fürsten des Friedens beugen werden und alle Völker ihren Heiland preisen. Manche zweifeln an dieser Prophezeiung. Sie schauen auf die Welt, die wie ein sinkendes Schiff in den Fluten spurlos verschwindet. Wir aber wissen, dass die Welt - mit allem was in ihr ist - einmal in Flammen untergehen wird. Gott wird einem neuen Himmel und einer neuen Erde Raum geben. Im festen Ver-trauen lesen wir im Wort Gottes, dass dort die Macht allein Gott und Christus gehören wird. Wir lassen uns durch sein langes Ausbleiben nicht entmutigen! Wir verzagen nicht wegen des langen Zeitraumes, den Er Seine Gemeinde warten lässt. Und das oft ohne sichtbaren Erfolg und mit scheinbarer Unterlegenheit im ständigen Ringen und Kämpfen. Wir aber glauben fest daran, dass Gott diese Welt, für die Jesus Christus Sein Blut vergossen hat, niemals des Teufels Festung bleiben wird. Christus ist gekommen, um diese Welt von der furcht-baren Gewalt der Mächte der Finsternis zu befreien. Was wird das für einen Jubel geben, wenn Menschen und Engel gemeinsam in den Ruf einstimmen: „Halleluja, Halleluja, denn der allmächtige Gott hat das Reich eingenommen!" (Offenbarung 19,6). Was für eine Freude werden wir an jenem Tag erleben! Wir werden uns freuen, dass wir am Kampf teilgenommen und geholfen haben die Pfeile des Bogens zu zerbrechen und wir werden glücklich sein, dass wir Zeugen von dem herrlichen Sieg unseres Herrn gewesen sind! Selig, wer sich auf den Herrn verlässt, an Seiner Seite kämpft und sich in Seinem Namen und in Seiner Kraft am Kampf beteiligt! Wie folgenschwer für den, der auf der Seite des Feindes steht! Denn dort ist der sichere Unter-gang und Verdammnis in alle Ewigkeit. Auf welcher Seite stehst du?
„Wer hält mit Jesu Christ das Feld? Der trägt die Kron' als Siegesheld."
《Evening by Evening》December 25
“And it was so, when the days of their feasting were gone about, that Job sent and sanctified them, and rose up early in the morning, and offered burnt offerings according to the number of them all: for Job said, It may be that my sons have sinned, and cursed God in their hearts. Thus did Job continually.”— Job 1:5
What the patriarch did early in the morning, after the family festivities, it will be well for the believer to do for himself ere he rests tonight. Amid the cheerfulness of household gatherings it is easy to slide into sinful levities, and to forget our avowed character as Christians.
It ought not to be so, but so it is, that our days of feasting are very seldom days of sanctified enjoyment, but too frequently degenerate into unhallowed mirth. There is a way of joy as pure and sanctifying as though one bathed in the rivers of Eden: holy gratitude should be quite as purifying an element as grief.
Alas! for our poor hearts, that facts prove that the house of mourning is better than the house of feasting. Come, believer, in what have you sinned today? Have you been forgetful of your high calling?
Have you been even as others in idle words and loose speeches? Then confess the sin, and fly to the sacrifice. The sacrifice sanctifies. The precious blood of the Lamb slain removes the guilt, and purges away the defilement of our sins of ignorance and carelessness.
This is the best ending of a Christmas-day—to wash anew in the cleansing fountain. Believer, come to this sacrifice continually; if it be so good tonight, it is good every night. To live at the altar is the privilege of the royal priesthood; to them sin, great as it is, is nevertheless no cause for despair, since they draw near yet again to the sin-atoning victim, and their conscience is purged from dead works.
Gladly I close this festive day,
Grasping the altar’s hallow’d horn;
My slips and faults are washed away,
The Lamb has all my trespass borne.
《am Morgen》26. Dezember
„Wie es geschrieben steht: der erste Mensch, Adam, `ward zu einer lebendigen Seele', und der letzte Adam zum Geist, der da lebendig macht." 1. Korinther 15,45
Jesus ist das Bundeshaupt Seiner Auserwählten. Jeder hat ein persönliches Interesse an Adam, denn er war das Bundeshaupt in Beziehung zum Gesetz und der Vertreter des Menschengeschlechts. Und auf diese Weise ist jede erlöste Seele unter dem Gesetz der Gnade eins mit dem Herrn, der vom Himmel gekommen ist. Er ist der zweite Adam, der leidende Stellvertreter und Fürsprecher der Auserwählten in dem neuen Bund der Liebe. Der Apostel Paulus erklärt, dass Levi noch in Abraham verborgen war, als Melchisedek ihm begegnete. So wahr ist es auch, dass jeder Gläubige im Mittler Jesus Christus verborgen war. Vor dieser Zeit, in den Tagen vergangener Ewigkeiten, wurden die gnadenreichen Bundes-Satzungen für alle Ewigkeit bestätigt. Christus hat alles mit Seinem Sterben und Auferstehen für den ganzen Leib Seiner Gemeinde vollbracht. Wir sind in Ihm gekreuzigt und mit Ihm begraben. Und - wie wunderbar - wir sind auch mit Ihm auferweckt und mit Ihm aufgefahren zum himmlischen Thron. So hat die Gemeinde das Gesetz erfüllt und „ist angenehm gemacht in dem Geliebten" (Epheser 1,6). So schaut der gerechte Jahwe mit Wohlgefallen auf sie herab. Denn Er sieht in ihr Jesus und schaut sie nicht anders an als in Verbindung mit ihrem Bundeshaupt. Als der gesalbte Erlöser Israels ist am Herrn Jesus Christus nichts zu finden, was Ihn von Seiner Gemeinde scheiden könnte. Alles, was Er besitzt, besitzt Er für sie und um ihretwillen. Adams Gerechtigkeit gehörte zu uns, solange wir darin verharrten. Seine Sünde wurde unsere Sünde in dem Augenblick, als er sie beging. In gleicher Weise gehört alles, was der „letzte Adam" ist oder tut, vollkommen zu uns weil wir sehen, dass Er uns vertritt. Damit ist der Grundstein unseres Gnadenbundes gelegt. Diese gnadenvolle Stellvertretung, die den Märtyrer Justin zu dem Ausruf „o selige Veränderung, o selige Umwandlung!" bewog, ist die Grundlage des Evangeliums von unserer Erlösung. Die-se Botschaft kann nur mit starkem Glauben und vollendeter Freude erkannt und aufgenommen werden.
„In Jesu liegt der Gnade Grund, da nimmt der Glaube teil. Mein Heiland, an dem Kreuz verwund't, macht meine Seele heil."
《Morning By Morning》December 26
“And so it is written, The first man Adam was made a living soul; the last Adam was made a quickening spirit.”— 1 Corinthians 15:45
Jesus is the federal head of his elect. As in Adam, every heir of flesh and blood has a personal interest, because he is the covenant head and representative of the race as considered under the law of works; so under the law of grace, every redeemed soul is one with the Lord from heaven, since he is the Second Adam, the Sponsor and Substitute of the elect in the new covenant of love.
The apostle Paul declares that Levi was in the loins of Abraham when Melchizedek met him: it is a certain truth that the believer was in the loins of Jesus Christ, the Mediator, when in old eternity the covenant settlements of grace were decreed, ratified and made sure forever.
Thus, whatever Christ hath done, he hath wrought for the whole body of his Church. We were crucified in him and buried with him (read Col. 2:10-13), and to make it still more wonderful, we are risen with him and even ascended with him to the seats on high (Eph. 2:6).
It is thus that the Church has fulfilled the law, and is “accepted in the beloved.” It is thus that she is regarded with complacency by the just Jehovah, for he views her in Jesus, and does not look upon her as separate from her covenant head.
As the Anointed Redeemer of Israel, Christ Jesus has nothing distinct from his Church, but all that he has he holds for her. Adam’s righteousness was ours so long as he maintained it, and his sin was ours the moment that he committed it; and in the same manner, all that the Second Adam is or does, is ours as well as his, seeing that he is our representative.
Here is the foundation of the covenant of grace. This gracious system of representation and substitution, which moved Justin Martyr to cry out, “O blessed change, O sweet permutation!” this is the very groundwork of the gospel of our salvation, and is to be received with strong faith and rapturous joy.
《am Abend》26. Dezember
„Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende." Matthäus 28,20b
Der Herr Jesus steht mitten unter Seiner Gemeinde. Er geht mitten unter den goldenen Leuchtern entlang. Seine Verheißung ruft uns zu: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage." Er ist so gegenwärtig bei uns, wie einst bei Seinen Jüngern am Meer Tiberias, „als sie Kohlen gelegt sahen und Fische darauf und Brot" (Johannes 21,9). Jesus ist zwar nicht körperlich bei uns, aber deshalb doch nicht weniger wahrhaftig! Es ist eine himmlische Wahrheit: Wo Jesus ist, da wird die Liebe angefacht. Von allen Dingen in der Welt, die ein Herz in Flammen setzen können, kommt nichts der Gegenwart Jesu gleich! Ein Blick von Ihm überwältigt uns. Sogar der Geruch von Aloe, Myrrhe und Kezia, der von Seinen duftenden Kleidern kommt, stärkt den Kranken und Schwachen. Wenn wir nur einen Augenblick unser müdes Haupt an Sein liebevolles Herz lehnen und Seine göttliche Liebe in unsere armen kalten Herzen aufnehmen, bleiben wir nicht mehr kalt, sondern glühen wie Seraphim. Dann sind wir jeder Anstrengung gewachsen und sind in der Lage jedes Leiden zu ertragen. Wenn wir wissen, dass Jesus bei uns ist, entfaltet sich jede unserer Fähigkeiten im höchsten Maße. Jede Tugend wird stark in uns und wir widmen uns dem Dienst des Herrn und Seines Reiches mit ganzem Herzen, von ganzer Seele und aus allen unseren Kräften. Darum ist die Gegenwart von Jesus Christus über alles begehrenswert. Die Macht Seiner Gegenwart erweist sich vor allen bei denen, die Ihm ähnlich geworden sind. Wenn dich danach verlangt Christus zu sehen, so musst du Ihm gleich werden. Trachte durch die Kraft des Heiligen Geistes danach, in allen deinen Wünschen und Absichten und in deiner Lebensweise mit Christus eins zu werden. Dann wirst du sicherlich auch bald mit Seiner Nähe begnadet sein. Denke daran, dass du Seine Gegenwart haben und genießen kannst. Es ist auch Sein Verlangen, bei uns zu sein. Wenn Er nicht zu uns kommt, so geschieht es nur, weil wir Ihn durch unsere Gleichgültigkeit daran hindern. Auf unser ernsthaftes Gebet hin will Er sich uns offenbaren und gestattet, dass wir Ihn mit unseren Bitten und Tränen festhalten. Denn das sind die goldenen Ketten, die Jesus an Sein Volk fesseln.
《Evening by Evening》December 26
“Teaching them to observe all things whatsoever I have commanded you: and, lo, I am with you alway, even unto the end of the world. Amen.”— Matthew 28:20
The Lord Jesus is in the midst of his church; he walketh among the golden candlesticks; his promise is, “Lo, I am with you alway.”
He is as surely with us now as he was with the disciples at the lake, when they saw coals of fire, and fish laid thereon and bread. Not carnally, but still in real truth, Jesus is with us. And a blessed truth it is, for where Jesus is, love becomes inflamed.
Of all the things in the world that can set the heart burning, there is nothing like the presence of Jesus! A glimpse of him so overcomes us, that we are ready to say, “Turn away thine eyes from me, for they have overcome me.”
Even the smell of the aloes, and the myrrh, and the cassia, which drop from his perfumed garments, causes the sick and the faint to grow strong. Let there be but a moment’s leaning of the head upon that gracious bosom, and a reception of his divine love into our poor cold hearts, and we are cold no longer, but glow like seraphs, equal to every labour, and capable of every suffering.
If we know that Jesus is with us, every power will be developed, and every grace will be strengthened, and we shall cast ourselves into the Lord’s service with heart, and soul, and strength; therefore is the presence of Christ to be desired above all things.
His presence will be most realized by those who are most like him. If you desire to see Christ, you must grow in conformity to him. Bring yourself, by the power of the Spirit, into union with Christ’s desires, and motives, and plans of action, and you are likely to be favoured with his company.
Remember his presence may be had. His promise is as true as ever. He delights to be with us. If he doth not come, it is because we hinder him by our indifference. He will reveal himself to our earnest prayers, and graciously suffer himself to be detained by our entreaties, and by our tears, for these are the golden chains which bind Jesus to his people.
《am Morgen》Dezember 27
„Sie werden dich's lehren und dir sagen und ihre Rede aus ihrem Herzen hervorbringen: Kann auch ein Rohr aufwachsen, wo es nicht feucht steht oder Schilf wachsen ohne Wasser?" Hiob 8,11
Schilf ist schwammig und hohl und genauso ist auch der Heuchler. Es ist weder Festigkeit noch Zuverlässigkeit in ihm. Er wird von jedem äußeren Einfluss, von jedem Wind der Lehre hin- und hergeworfen, so wie das schwache Rohr. Deswegen wird das Schilf vom Sturmwind nicht zerbrochen, und genauso wenig werden die Heuchler in der Verfolgung vom Unglück heimgesucht. Ich möchte ebenso ungern ein Betrüger sein wie ein Betrogener. Vielleicht dient die heutige Schriftstelle dazu mir zu zeigen, ob ich ein Heuchler bin oder nicht. Das Schilf lebt von Natur aus im Wasser und verdankt sein Leben der Feuchtigkeit und dem Schlamm, in dem es Wurzeln geschlagen hat. Wenn der Schlamm vertrocknet, dann welkt das Schilf bald da-hin. Sein Gedeihen hängt ganz und gar von äußeren Umständen ab: reichlich Wasser verleiht ihm üppiges Gedeihen, aber Dürre richtet es sofort zu Grunde. Steht es mit mir vielleicht auch so? Diene ich Gott nur, wenn ich unter anderen Christen bin oder wenn mir die Gottesfurcht Gewinn und Achtung bringt? Liebe ich den Herrn nur, wenn ich kurzzeitiges Glück aus Seinen Händen empfange? Wenn dem so ist, dann bin ich ein elender Heuchler und gleich dem dahin-welkenden Schilf werde ich verderben, wenn der Tod mir die äußere Freude raubt. Wenn ich aber aufrichtig bezeugen kann, dass ich am Glauben festhalte, obwohl es um mein leibliches Wohlergehen nicht gut bestellt ist und meine Umgebung der Gnade eher feindselig als vertrauenerweckend gegenübersteht, dann darf ich hoffen, dass echte, lebendige Gottesfurcht in mir wohnt. Das Schilf kann nicht wachsen, wenn es nicht feucht steht, aber die Pflanzen, die die Rechte des Herrn gepflanzt hat, blühen auch in den Jahren der Dürre. Ein gottesfürchtiger Mensch gedeiht manchmal erst dann richtig gut, wenn sich seine Verhältnisse verschlimmern. Wer Christus um des Geldes willen nachfolgt, der ist ein Judas Ischariot. Wer wegen der Brote und Fische nachfolgt, ist ein Kind des Unglaubens. Wer Ihm aber aus ungefärbter Liebe zu Seiner Person nachfolgt, gehört zu Seinem geliebten Volk. Herr, lass mich mein Leben in Dir finden und nicht in dem Sumpf des Gewinnes oder dem Applaus dieser Welt.
„Hilf, dass, von jeder Falschheit frei, mein Herz, wie Du, ganz Wahrheit sei, Mein Wandel rein ohn' Heuchelschein."
《Morning By Morning》December 27
“Can the rush grow up without mire? can the flag grow without water?”— Job 8:11
The rush is spongy and hollow, and even so is a hypocrite; there is no substance or stability in him. It is shaken to and fro in every wind just as formalists yield to every influence; for this reason the rush is not broken by the tempest, neither are hypocrites troubled with persecution.
I would not willingly be a deceiver or be deceived; perhaps the text for this day may help me to try myself whether I be a hypocrite or no. The rush by nature lives in water, and owes its very existence to the mire and moisture wherein it has taken root; let the mire become dry, and the rush withers very quickly.
Its greenness is absolutely dependent upon circumstances, a present abundance of water makes it flourish, and a drought destroys it at once. Is this my case? Do I only serve God when I am in good company, or when religion is profitable and respectable?
Do I love the Lord only when temporal comforts are received from his hands? If so I am a base hypocrite, and like the withering rush, I shall perish when death deprives me of outward joys. But can I honestly assert that when bodily comforts have been few, and my surroundings have been rather adverse to grace than at all helpful to it, I have still held fast my integrity?
Then have I hope that there is genuine vital godliness in me. The rush cannot grow without mire, but plants of the Lord’s right hand planting can and do flourish even in the year of drought. A godly man often grows best when his worldly circumstances decay.
He who follows Christ for his bag is a Judas; they who follow for loaves and fishes are children of the devil; but they who attend him out of love to himself are his own beloved ones. Lord, let me find my life in thee, and not in the mire of this world’s favour or gain.
《am Abend》27 Dezember
und der HERR wird dich immerdar führen und deine Seele sättigen in der Dürre und deine Gebeine stärken "Jesaja 58,11a
„Der Herr wird dich führen." Kein Engel, sondern Jahwe selbst wird dich führen. Er sprach, dass Er nicht mit Seinem Volk durch die Wüste ziehen, sondern einen Engel vor ihnen her senden würde. Aber Moses sprach: „Wenn nicht Dein Angesicht vorgeht, so führe uns nicht von dannen hinauf." Lieber Christ, Gott hat dich in deinem Pilgerlauf auf dieser Erde nicht der Führung eines Engels anvertraut: Er selbst leitet dich und ist dein Vorkämpfer. Vielleicht wirst du Seine feurige Wolkensäule nicht bemerken, aber Jahwe wird dich niemals verlassen. Achte auf das Wort „wird" in: „der Herr wird dich führen". Darin liegt eine sichere Zusage! Es steht unzweifelhaft fest, dass Gott uns nicht verlässt! Sein teures wird" und "will" ist besser als alle menschlichen Eide. „Ich will dich nicht verlassen noch versäumen." Bemerke jetzt das Wort „immerdar". Wir sollen nicht nur zeitweise geführt werden, sondern wir sollen unter ständigem Schutz stehen. Wir sollen nicht gelegentlich unserem eigenen Urteil überlassen sein und so dem Irrtum verfallen, sondern wir sollen die leitende Stimme des großen Hirten jederzeit vernehmen. Wenn wir direkt in Seine Fußstapfen treten, dann werden wir uns nicht verirren, sondern auf richtigem Weg zu einer Ruhestätte gelangen. Wenn dir in deinem Leben Veränderung bevorsteht und du in ferne Länder auswandern sollst, wenn dir bevorsteht in Mangel und Armut zu versinken oder wenn du zu einer verantwortungsvolleren Stellung erhoben werden sollst als du jetzt einnimmst, wenn du unter Fremde, ja, selbst unter Feinde verschlagen wirst, so fürchte dich nicht, denn „der Herr wird dich immerdar führen". Es gibt keine misslichen Lagen, aus denen du nicht befreit werden kannst, wenn du in Gottes Nähe bist und Er dein Herz in Seiner heiligen Liebe wärmt. Der geht nicht verloren, der mit Gott lebt. Lebe wie Henoch mit Gott, dann kannst du keinen falschen Weg einschlagen. Dann hast du die unfehlbare Weisheit bei dir, die dich leitet, die unwandelbare Liebe, die dich tröstet und die ewige der Herr": der Macht, die dich schützt. Achte auf das Wort Herr wird dich immerdar führen und deine Seele sättigen in der Dürre und deine Gebeine stärken."
《Evening by Evening》December 27
“And the LORD shall guide thee continually, and satisfy thy soul in drought, and make fat thy bones: and thou shalt be like a watered garden, and like a spring of water, whose waters fail not.”— Isaiah 58:11
“The Lord shall guide thee.” Not an angel, but Jehovah shall guide thee. He said he would not go through the wilderness before his people, an angel should go before them to lead them in the way; but Moses said, “If thy presence go not with me, carry us not up hence.”
Christian, God has not left you in your earthly pilgrimage to an angel’s guidance: he himself leads the van. You may not see the cloudy, fiery pillar, but Jehovah will never forsake you. Notice the word shall—”The Lord shall guide thee.”
How certain this makes it! How sure it is that God will not forsake us! His precious “shalls” and “wills” are better than men’s oaths. “I will never leave thee, nor forsake thee.” Then observe the adverb continually.
We are not merely to be guided sometimes, but we are to have a perpetual monitor; not occasionally to be left to our own understanding, and so to wander, but we are continually to hear the guiding voice of the Great Shepherd; and if we follow close at his heels, we shall not err, but be led by a right way to a city to dwell in.
If you have to change your position in life; if you have to emigrate to distant shores; if it should happen that you are cast into poverty, or uplifted suddenly into a more responsible position than the one you now occupy; if you are thrown among strangers, or cast among foes, yet tremble not, for “the Lord shall guide thee continually.”
There are no dilemmas out of which you shall not be delivered if you live near to God, and your heart be kept warm with holy love. He goes not amiss who goes in the company of God. Like Enoch, walk with God, and you cannot mistake your road.
You have infallible wisdom to direct you, immutable love to comfort you, and eternal power to defend you. “Jehovah”—mark the word—”Jehovah shall guide thee continually.”
《am Morgen》Dezember 28
„Ich lebe aber; doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich in dem Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dargegeben." Galater 2,20
Als der Herr vorüberging und uns in unserem Elend liegen sah, da sprach Er in Seiner großen Barmherzigkeit: „Lebe!" Und das tat Er zuerst deshalb, weil das Leben in geistlichen Belangen unerlässlich ist. Bevor es uns verliehen ist, sind wir nicht in der Lage an den Gütern des Königreichs teilzuhaben. In dem Augenblick aber, wo uns die Gnade Gottes neues Leben schenkt, ist solches in uns aus Christus. Es strömt uns zu, so wie der Saft den Zweigen aus dem Stamm eines Baumes zuströmt. Unsere Seele bringt das neue Leben in eine lebendige Verbindung und Wechselwirkung mit Jesus. Der Glaube ist die Gnade, die diese Vereinigung bewirkt. Denn sie ist von ihm als seine Erstlingsfrucht ausgegangen. Der Glaube ist der Hals, der den Leib der Gemeinde mit ihrem herrlich strahlenden Haupt, Jesus, verbindet.
„O, mein Erbarmer, Du mein Ruhm, der Erd' und Himmel ehret: Bekehre mich, Dein Eigentum, so werd' ich recht bekehret! Ja, nimm Dich meiner herzlich an, denn Du bist's nur, der helfen kann! Dann ist mir recht geholfen."
Der Glaube hält mit inniger und unerschrockener Liebe am Herrn Jesus fest. Er kennt Seine Würde und Seinen Wert, Seine Vortrefflichkeit und Seine Herrlichkeit. Keine Versuchung kann ihn dahin bringen, dass er Sein Vertrauen auf etwas anderes setzt. Der Herr Jesus findet so großen Gefallen an der dem Himmel entspringenden Gnade, dass Er nie mehr aufhört, dieselbe zu stärken und mit der lieben-den Umarmung und der umfangenden Kraft Seiner ewigen Arme zu erhalten. Darum ist hier eine lebendige, passende und wunderbare Vereinigung geschaffen, die Ströme der Liebe, des Vertrauens, der Teilnahme, der Güte und der Freude spendet, aus denen der Bräutigam und die Braut so gern trinken. Wenn die Seele diese Übereinstimmung mit Christus sichtbar wahrnimmt, dann schlägt in beiden Herzen derselbe Puls und bei beiden strömt dasselbe Blut durch die Adern. Dann ist das Herz dem Himmel so nahe, wie es jemals auf Erden sein könnte. So ist es zum Genuss der erhabensten und geistigsten Liebesgemeinschaft zubereitet.
《Morning By Morning》December 8
“I am crucified with Christ: nevertheless I live; yet not I, but Christ liveth in me: and the life which I now live in the flesh I live by the faith of the Son of God, who loved me, and gave himself for me.”— Galatians 2:20
When the Lord in mercy passed by and saw us in our blood, he first of all said, “Live;” and this he did first, because life is one of the absolutely essential things in spiritual matters, and until it be bestowed we are incapable of partaking in the things of the kingdom.
Now the life which grace confers upon the saints at the moment of their quickening is none other than the life of Christ, which, like the sap from the stem, runs into us, the branches, and establishes a living connection between our souls and Jesus.
Faith is the grace which perceives this union, having proceeded from it as its firstfruit. It is the neck which joins the body of the Church to its all-glorious Head.
“Oh Faith! thou bond of union with the Lord,
Is not this office thine? and thy fit name,
In the economy of gospel types,
And symbols apposite—the Church’s neck;
Identifying her in will and work
With him ascended?”
Faith lays hold upon the Lord Jesus with a firm and determined grasp. She knows his excellence and worth, and no temptation can induce her to repose her trust elsewhere; and Christ Jesus is so delighted with this heavenly grace, that he never ceases to strengthen and sustain her by the loving embrace and all-sufficient support of his eternal arms.
Here, then, is established a living, sensible and delightful union which casts forth streams of love, confidence, sympathy, complacency and joy, whereof both the bride and bridegroom love to drink.
When the soul can evidently perceive this oneness between itself and Christ, the pulse may be felt as beating for both, and the one blood as flowing through the veins of each. Then is the heart as near heaven as it can be on earth, and is prepared for the enjoyment of the most sublime and spiritual kind of fellowship.
《am Abend》Dezember 28
„Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert." Matthäus 10,34
Ein Christ kann ganz sicher damit rechnen, dass er sich im Leben Feinde macht. Er will von sich aus bestimmt niemand zum Feind haben. Aber wenn es geschieht, dann deshalb, weil der Gläubige das Rechte tut und das Wahre glaubt. Auch wenn ihm dadurch jeder irdische Freund verloren gehen sollte, erachtet er diesen Verlust für gering, weil sich ihm sein großer Freund im Himmel umso freundlicher zeigt und sich ihm gnädiger offenbart, als jemals zuvor. O ihr, die ihr Sein Kreuz auf euch genommen habt, wisst ihr nicht, was euer Meister spricht? „Ich bin gekommen, den Menschen zu erregen wider seinen Vater, und die Tochter wider ihre Mutter; und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein" (Vers 35). Christus ist der große Friedensstifter. Aber bevor Er den Frieden bringt, bringt Er Streit. Denn wo Sein Licht eindringt, dort muss die Finsternis weichen. Wo die Wahrheit Raum gewinnt, dort muss die Lüge fliehen. Wenn sie bleibt, muss es zu einem harten Kampf kommen, denn die Wahrheit kann und will ihr Banner nicht herunternehmen. Die Lüge muss mit Füßen getreten werden. Wenn du Christus nachfolgst, so heulen dir alle Hunde der Welt auf den Fersen nach. Wenn du so leben willst, um am Jüngsten Tage vor dem Richterstuhl Christi bestehen zu können, so verlasse dich darauf, dass die Welt nichts Gutes von dir redet. Wer der Freund der Welt ist, wird Gottes Feind. Wenn du dich treu und wahrhaftig zum Höchsten hältst, dann fühlen sich die Menschen von deiner unerschütterlichen Treue zu Gott verletzt, weil sie gegen ihre Missetaten ein Zeugnis ist. Trotz aller Folgen musst du unbekümmert das Rechte tun. Dazu brauchst du den Mut eines Löwen. Wenn du Wege gehst, die dir deinen besten Freund zum bittersten Feind machen, musst du um der Liebe Jesu willen tapfer und mutig sein. Es ist wichtig, um der Wahrheit willen Achtung und Liebe zu riskieren. Dazu brauchst du einen so hohen Grad an Kraft, wie ihn nur der Geist Gottes in dir wirken kann. Aber wende dich nicht feige ab, sondern sei ein Mann. Folge mit männlichem Mut deinem Meister nach, denn Er hat vor dir diesen rauen Pfad betreten. Besser ein kurzer Kampf und ewige Ruhe, als ein fauler Friede und ewige Qual!
《Evening by Evening》December 28
“Think not that I am come to send peace on earth: I came not to send peace, but a sword.”— Matthew 10:34
The Christian will be sure to make enemies. It will be one of his objects to make none; but if to do the right, and to believe the true, should cause him to lose every earthly friend, he will count it but a small loss, since his great Friend in heaven will be yet more friendly, and reveal himself to him more graciously than ever.
O ye who have taken up his cross, know ye not what your Master said? “I am come to set a man at variance against his father, and the daughter against her mother; and a man’s foes shall be they of his own household.”
Christ is the great Peacemaker; but before peace, he brings war. Where the light cometh, the darkness must retire. Where truth is, the lie must flee; or, if it abideth, there must be a stern conflict, for the truth cannot and will not lower its standard, and the lie must be trodden under foot.
If you follow Christ, you shall have all the dogs of the world yelping at your heels. If you would live so as to stand the test of the last tribunal, depend upon it the world will not speak well of you. He who has the friendship of the world is an enemy to God; but if you are true and faithful to the Most High, men will resent your unflinching fidelity, since it is a testimony against their iniquities.
Fearless of all consequences, you must do the right. You will need the courage of a lion unhesitatingly to pursue a course which shall turn your best friend into your fiercest foe; but for the love of Jesus you must thus be courageous.
For the truth’s sake to hazard reputation and affection, is such a deed that to do it constantly you will need a degree of moral principle which only the Spirit of God can work in you; yet turn not your back like a coward, but play the man.
Follow right manfully in your Master’s steps, for he has traversed this rough way before you. Better a brief warfare and eternal rest, than false peace and everlasting torment.
《am Morgen》Dezember 29
„Da nahm Samuel einen Stein und setzte ihn zwischen Mizpa und Sen und hieß ihn Eben-Ezer und sprach: Bis hierher hat uns der HERR geholfen." 1. Samuel 7,12
Die Worte „bis hierher" sind wie eine Hand, die in die Vergangenheit zeigt. Ob zwanzig oder siebzig Jahre vergangen sind, so heißt es dennoch: „Bis hierher hat uns der Herr geholfen." Durch Armut und Reichtum, durch Krankheit und gute Tage, daheim, in der Fremde, zu Lande, zur See, in Ehre, in Schande, in Verfolgung, in Freude, in Trübsal, im Sieg, im Gebet, in der Versuchung. Überall heißt es: „Bis hierher hat uns der Herr geholfen." Wir schauen gern ausgedehnte Baumalleen entlang. Es ist ein wunderschöner Anblick, von einem Ende zum anderen den herrlichen Durchblick zu genießen. Wir sehen gewissermaßen in einen grünenden Tempel hinein, mit Pfeilern schlanker Stämme und Wölbungen der sich kreuzenden und elastisch gebogenen Äste, die das Laubdach tragen. Und genauso schaue durch die langen Hallen deiner Jahre hinab und erblicke über dir die grünen Laubbogen der Gnade. Sieh doch die starken Säulen der Treue und Güte an den Seiten, die deine Freude tragen. Singen dort Vögel in diesen grünen Zweigen? Gewiss doch! Hier sind viele der lieblichen Sänger. Sie singen alle von der Gnade, die sie „bis hierher" empfangen haben. Das Wort zeigt aber auch vorwärts! Denn wenn ein Mensch bis zu einem bestimmten Punkt kommt und schreibt „bis hierher", so steht er noch nicht am Ende. Es ist noch eine weitere Strecke zurückzulegen. Mehr Prüfungen und mehr Freude; mehr Versuchungen und mehr Triumph; mehr Gebet und mehr Erhörung; mehr Mühe und mehr Kraft; mehr Kampf und mehr Sieg. Und dann auch Krankheit, Alter, Schwäche und Tod. Ist nun alles vorbei? Nein! Jetzt folgt das Erwachen im Auferstehungsleib nach dem Bild Jesu: Throne, Harfen, Lieder, Psalmen, weiße Kleider, das Schauen auf Jesus, die Gemeinschaft der Heiligen, die Herrlichkeit Gottes, die Fülle der Ewigkeit, die Unendlichkeit der Freude. Sei fröhlich und gutes Mutes, lieber gläubiger Christ, und lasse mit dankbarem Vertrauen dein „Eben-Ezer" erschallen, denn:
„Der mich bis hierher hat ernähret und der mich wunderbar geführet, der ist und bleibet ewig mein, und wird hinfort mein Helfer sein."
Wenn du das „bis hierher hat der Herr geholfen" im Licht des Himmels liest, wird sich eine wundervolle Aussicht vor deinen staunen-den Augen entfalten!
《Morning By Morning》December 29
“Then Samuel took a stone, and set it between Mizpeh and Shen, and called the name of it Ebenezer, saying, Hitherto hath the LORD helped us.”— 1 Samuel 7:12
The word “hitherto” seems like a hand pointing in the direction of the past. Twenty years or seventy, and yet, “hitherto the Lord hath helped!”
Through poverty, through wealth, through sickness, through health, at home, abroad, on the land, on the sea, in honour, in dishonour, in perplexity, in joy, in trial, in triumph, in prayer, in temptation, “hitherto hath the Lord helped us!”
We delight to look down a long avenue of trees. It is delightful to gaze from end to end of the long vista, a sort of verdant temple, with its branching pillars and its arches of leaves; even so look down the long aisles of your years, at the green boughs of mercy overhead, and the strong pillars of lovingkindness and faithfulness which bear up your joys.
Are there no birds in yonder branches singing? Surely there must be many, and they all sing of mercy received “hitherto.”
But the word also points forward. For when a man gets up to a certain mark and writes “hitherto,” he is not yet at the end, there is still a distance to be traversed.
More trials, more joys; more temptations, more triumphs; more prayers, more answers; more toils, more strength; more fights, more victories; and then come sickness, old age, disease, death.
Is it over now? No! there is more yet-awakening in Jesus’ likeness, thrones, harps, songs, psalms, white raiment, the face of Jesus, the society of saints, the glory of God, the fulness of eternity, the infinity of bliss.
O be of good courage, believer, and with grateful confidence raise thy “Ebenezer,” for—
He who hath helped thee hitherto
Will help thee all thy journey through.
When read in heaven’s light how glorious and marvellous a prospect will thy “hitherto” unfold to thy grateful eye!
《am Abend》Dezember 29
und sprach: Wie dünkt euch um Christus? Wes Sohn ist er? Sie sprachen: Davids." Matthäus 22,42
Die große Entscheidungsfrage, von der dein Seelenheil abhängt, lautet: „Wie dünkt euch um Christus?" Ist Er euch „der Schönste un-ter den Menschenkindern" (Psalm 45,3), „auserkoren unter vielen Tausenden" (Hohelied 5,10), „schön und lieblich" (Hohelied 1,16)? Überall, wo Christus so wertgeachtet wird, werden alle Begabungen des geistlichen Menschen aufs Beste erprobt. Ich will euren Glau-ben wie an einem Wetterglas erkennen: Steht Christus bei euch hoch oder tief? Wenn ihr wenig an Christus denkt, wenn ihr gegenüber Seiner Gegenwart gleichgültig seid, wenn ihr euch wenig um Seine Ehre bemüht, wenn ihr Seine Gebote gering achtet, dann weiß ich, dass es nicht gut um eure Seele steht! Gott gebe, dass eure Seele nicht todkrank sei! Oder war der erste Gedanke deines Geistes: „Wie kann ich Jesus ehren?" Hat deine Seele noch das tägliche Verlangen: „Ach, dass ich wüsste, wo ich Ihn finden könnte?" Dann sage ich dir: Du könntest mit tausend Fehlern behaftet sein und kaum wissen, ob du Kind Gottes bist oder nicht und ich würde trotzdem ohne Zweifel wissen, dass du gerettet bist weil Jesus bei dir hohes Ansehen ge-nießt. Was kümmern mich deine Lumpen? Es kommt nur darauf an, was du von Seinem königlichen Schmuck hältst. Was kümmern mich deine Wunden, obwohl sie stark bluten? Was denkst du von SEINEN Wunden? Schätzt du sie wie funkelnde Rubine? Christi Blut ist schon für dich geflossen! Ich denke deshalb nicht geringer von dir, weil du wie Lazarus im Dreck hockst und Hunde deine Schwären lecken. Um deiner Armut willen verachte ich dich nicht! Aber was hältst du von dem König in Seiner Schönheit? Besitzt Er in deinem Herzen einen herrlichen und erhabenen Thron? Würdest du Ihn gern noch mehr erhöhen, wenn du könntest? Dann steht es gut um dich. Was du auch von dir selbst denken magst. Wenn dir nur Christus groß er-scheint, so wirst du einmal bei Ihm sein!
„Jesu, wunderbarer König,
dem die Völker untertänig!
Alles ist vor Dir zu wenig:
Du allein bist liebenswert."
《am Abend》Dezember 29
TODO - Der Artikel muss noch einmal überarbeitet werden
"Sagen: Was denkt ihr von Christus? Wessen Sohn ist er? Sie sagen zu ihm: "Der Sohn Davids." — Matthäus 22:42
Die große Prüfung für die Gesundheit eurer Seele ist: Was denkt ihr über Christus? Ist er für euch "schöner als die Menschenkinder" – "der Wichtigste unter Zehntausenden" – der "ganz und gar Schöne"?
Wo Christus so geschätzt wird, üben sich alle Fähigkeiten des geistlichen Menschen mit Energie. Ich will deine Frömmigkeit nach diesem Barometer beurteilen: Steht Christus hoch oder niedrig bei dir?
Wenn ihr wenig von Christus gehalten habt, wenn ihr euch damit begnügt habt, ohne seine Gegenwart zu leben, wenn ihr euch wenig um seine Ehre gekümmert habt, wenn ihr seine Gesetze vernachlässigt habt, dann weiß ich, dass deine Seele ist krank – Gott gebe, dass sie nicht krank sei bis zum Tod!
Aber wenn der erste Gedanke deines Geistes war, wie kann ich Jesus ehren? Wenn der tägliche Wunsch deiner Seele gewesen ist: "O dass ich wüsste, wo ich ihn finden könnte!" Ich sage euch, dass ihr vielleicht eine tausend Gebrechen und weiß kaum, ob du überhaupt ein Kind Gottes bist, und doch bin ich ohne jeden Zweifel überzeugt, dass du sicher bist, da Jesus in deiner Achtung groß ist.
Ich kümmere mich nicht um deine Lumpen, was hältst du von seinen königlichen Kleidern? Ich kümmere mich nicht um deine Wunden, wenn sie auch in Strömen bluten, was hältst du von seinen Wunden? Sind sie wie glitzernde Rubine in Deine Hochachtung?
Ich denke nichtsdestoweniger an dich, obgleich du wie Lazarus auf dem Misthaufen liegst und die Hunde dich lecken, ich beurteile dich nicht nach deiner Armut: was hältst du vom König in seiner Schönheit? Hat er eine Herrlicher hoher Thron in deinem Herzen?
Würdest du ihn höher setzen, wenn du könntest? Würdest du bereit sein zu sterben, wenn du nur eine weitere Posaune zu dem Anstoß hinzufügen könntest, der sein Lob verkündet? Ah! dann geht es dir gut. Was du auch von dir selbst denken magst, wenn Christus groß zu dir ist, wirst du bald bei ihm sein.
"Obwohl alle Welt meine Wahl verhöhnt,
Doch Jesus soll mein Anteil sein;
Denn ich bin mit keinem zufrieden,
Der Schönste von der Messe ist er."
《Evening by Evening》December 29
“Saying, What think ye of Christ? whose son is he? They say unto him, The son of David.”— Matthew 22:42
The great test of your soul’s health is, What think you of Christ? Is he to you “fairer than the children of men”—”the chief among ten thousand”—the “altogether lovely”?
Wherever Christ is thus esteemed, all the faculties of the spiritual man exercise themselves with energy. I will judge of your piety by this barometer: does Christ stand high or low with you?
If you have thought little of Christ, if you have been content to live without his presence, if you have cared little for his honour, if you have been neglectful of his laws, then I know that your soul is sick—God grant that it may not be sick unto death!
But if the first thought of your spirit has been, how can I honour Jesus? If the daily desire of your soul has been, “O that I knew where I might find him!” I tell you that you may have a thousand infirmities, and even scarcely know whether you are a child of God at all, and yet I am persuaded, beyond a doubt, that you are safe, since Jesus is great in your esteem.
I care not for thy rags, what thinkest thou of his royal apparel? I care not for thy wounds, though they bleed in torrents, what thinkest thou of his wounds? are they like glittering rubies in thine esteem?
I think none the less of thee, though thou liest like Lazarus on the dunghill, and the dogs do lick thee—I judge thee not by thy poverty: what thinkest thou of the King in his beauty? Has he a glorious high throne in thy heart?
Wouldest thou set him higher if thou couldest? Wouldest thou be willing to die if thou couldest but add another trumpet to the strain which proclaims his praise? Ah! then it is well with thee. Whatever thou mayest think of thyself, if Christ be great to thee, thou shalt be with him ere long.
“Though all the world my choice deride,
Yet Jesus shall my portion be;
For I am pleased with none beside,
The fairest of the fair is he”
《am Morgen》Dezember 30
„Das Ende eines Dinges ist besser denn sein Anfang." Prediger 7,8a
Schaut auf Davids Herrn und Meister und was am Anfang mit Ihm geschah. Er war der Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor Ihm verbarg. Betrachtet man aber Sein Ende, so sitzt Er zur Rechten Seines Vaters und „wartet hinfort, bis seine Feinde zum Schemel seiner Füße gemacht werden" (Hebräer 10,13). „Darin ist die Liebe völlig bei uns, dass wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt" (1. Johannes 4,17). Ihr müsst das Kreuz tragen, sonst wird euch nie die Krone schmücken! Ihr müsst den Sumpf durchwaten, sonst könnt ihr nie auf den goldenen Gassen entlanggehen. Darum freue dich und sei fröhlich, du armer Christenmensch! „Das Ende eines Dinges ist besser denn sein Anfang." Be-trachte die kriechende Raupe, ihr Anblick ist erbarmungswürdig! Sie ist der Anfang eines Geschöpfes. Aber dann schau den Schmetterling an mit prachtvollen, breiten, schimmernden Flügeln! Er wiegt sich in den Sonnenstrahlen und trinkt aus den Kelchen blühender Blumen. Er ist voller Leben und Glück. Das ist jenes Geschöpf am Ende! Du selbst bist wie ein kriechender Wurm, bis du in den Kokon des Todes eingehüllt wirst. Wenn Christus erscheinen wird, dann wirst du Ihm gleich sein. Denn du wirst Ihn sehen, wie Er ist. Freue dich, dass du Ihm gleich sein darfst und wie Er den vollen Lohn empfangen wird, wenn du Ihm ähnlich wirst. Ein roher Diamant wird auf die Polier-scheibe des Schleifers gelegt. Er begradigt ihn an allen Seiten. Es geht manches zu Grunde, was dem Diamant selbst wertvoll erscheint. Sie-he, der König wird gekrönt. Das Diadem wird dem Herrscher unter dem Freudenschall der Posaunen aufs Haupt gelegt. Ein glänzender Strahl bricht aus der Krone hervor und blitzt geradewegs von dem-selben Diamanten auf, den der Steinschleifer vorher so schlimm „misshandelt" hat. Du darfst dich getrost mit so einem Diamanten vergleichen, denn du bist ein Glied des Volkes Gottes. Und unser Leben hier ist die Zeit des Schleifens und Polierens. Lass Glauben und Geduld ihr Werk an dir vollenden. Denn an dem Tag, an dem die Krone dem ewigen, unsterblichen und unsichtbaren König auf das Haupt gesetzt wird, wird auch von dir, dem Diamanten, ein Strahl der Herrlichkeit ausgehen. „Sie sollen, spricht der Herr Zebaoth, des Tages, den ich machen will, mein Eigentum sein" (Maleachi 3,17). Ja, lieber Christ, „das Ende eines Dinges ist besser denn sein Anfang."
《Morning By Morning》December 30
“Better is the end of a thing than the beginning thereof: and the patient in spirit is better than the proud in spirit.”— Ecclesiastes 7:8
Look at David’s Lord and Master; see his beginning. He was despised and rejected of men; a man of sorrows and acquainted with grief. Would you see the end? He sits at his Father’s right hand, expecting until his enemies be made his footstool.
“As he is, so are we also in this world.” You must bear the cross, or you shall never wear the crown; you must wade through the mire, or you shall never walk the golden pavement. Cheer up, then, poor Christian. “Better is the end of a thing than the beginning thereof.”
See that creeping worm, how contemptible its appearance! It is the beginning of a thing. Mark that insect with gorgeous wings, playing in the sunbeams, sipping at the flower bells, full of happiness and life; that is the end thereof.
That caterpillar is yourself, until you are wrapped up in the chrysalis of death; but when Christ shall appear you shall be like him, for you shall see him as he is. Be content to be like him, a worm and no man, that like him you may be satisfied when you wake up in his likeness.
That rough-looking diamond is put upon the wheel of the lapidary. He cuts it on all sides. It loses much—much that seemed costly to itself. The king is crowned; the diadem is put upon the monarch’s head with trumpet’s joyful sound. A glittering ray flashes from that coronet, and it beams from that very diamond which was just now so sorely vexed by the lapidary.
You may venture to compare yourself to such a diamond, for you are one of God’s people; and this is the time of the cutting process. Let faith and patience have their perfect work, for in the day when the crown shall be set upon the head of the King, Eternal, Immortal, Invisible, one ray of glory shall stream from you.
“They shall be mine,” saith the Lord, “in the day when I make up my jewels.”
“Better is the end of a thing than the beginning thereof.”
《am Abend》Dezember 30
„Und Abner rief zu Joab und sprach: Soll denn das Schwert ohne Ende fressen? Weißt du nicht, dass hernach möchte mehr Jammer werden? Wie lange willst du dem Volk nicht sagen, dass es ablasse von seinen Brüdern?" 2. Samuel 2,26
Lieber Freund, wenn du weiter nichts bist als ein Namenschrist statt ein lebendiger Bekenner des Glaubens in Christus Jesus, dann erklärt dir die heutige Bibelstelle ein getreues Bild deines Ausgangs. Du bist ein guter Besucher der Gottesdienste. Weil andere gehen, gehst du auch. Du gehst aber nicht deshalb, weil dein Herz für Gott schlägt. Das ist dein Anfang. Setzen wir voraus, dass sich das die nächsten zwanzig oder dreißig Jahre so fortsetzen wird. Du bekennst dich zwar äußerlich zu Gott und weißt um Seine Gnade, aber dein Herz ist nicht bei der Sache. Tritt leise auf, denn ich will dich nun an das Sterbebett eines solchen Menschen führen, der genauso wie du gelebt hat. Wir wollen ihn vorsichtig betrachten: Ein klebriger Schweiß steht auf seiner Stirn. Er wacht auf und schreit: „Ach Gott, wie ist das Sterben so schwer! Habt Ihr zu meinem Seelsorger geschickt?" - „Ja, er kommt." - Der Seelsorger erscheint. „Ach! Ich fürchte, ich muss sterben!" - „Hast du eine lebendige Hoffnung?" „Ich kann das nicht sagen. Ich fürchte mich vor Gott zu treten. Ach, beten Sie für mich!" - Das Gebet wird mit tiefem Ernst gesprochen und der Weg zum Heil wird ihm zum zehntausendsten Mal angepriesen. Doch bevor er das Rettungsseil ergreifen kann, sinkt er nieder. Ich kann meine Finger auf diese kalten Augenlider legen, denn sie werden hier nie wieder etwas sehen. Aber wo ist der Mensch, und wo sind des Menschen sehende Augen? Es steht geschrieben: „Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf." (Lukas 16,23). Ach! Warum hat er seine Augen nicht vorher zum Himmel er-hoben? Weil er so daran gewöhnt war das Evangelium zu hören, dass seine Seele darüber eingeschlafen ist. Wenn auch du deine Augen nach dem Tod erst aufheben solltest, wie bitter werden deine Tränen sein! Der Heiland selbst schildert dir mit seinen eigenen Worten die Qual: „Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, dass er das Äußerste seines Fingers ins Wasser tauche und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme" (Lukas 16,24). Es liegt ein furchtbarer Ernst in diesen Worten. Möchtest du sie niemals unter dem glühenden Schein des Gotteszorns lesen und aussprechen müssen. Deshalb bedenke beizeiten, was deinem ewigen Frieden dient!
《Evening by Evening》December 30
“Then Abner called to Joab, and said, Shall the sword devour for ever? knowest thou not that it will be bitterness in the latter end? how long shall it be then, ere thou bid the people return from following their brethren?”— 2 Samuel 2:26
If, O my reader! thou art merely a professor, and not a possessor of the faith that is in Christ Jesus, the following lines are a true sketch of thine end.
You are a respectable attendant at a place of worship; you go because others go, not because your heart is right with God. This is your beginning. I will suppose that for the next twenty or thirty years you will be spared to go on as you do now, professing religion by an outward attendance upon the means of grace, but having no heart in the matter.
Tread softly, for I must show you the deathbed of such a one as yourself. Let us gaze upon him gently. A clammy sweat is on his brow, and he wakes up crying, “O God, it is hard to die. Did you send for my minister?”
“Yes, he is coming.” The minister comes.
“Sir, I fear that I am dying!”
“Have you any hope?”
“I cannot say that I have. I fear to stand before my God; oh! pray for me.” The prayer is offered for him with sincere earnestness, and the way of salvation is for the ten-thousandth time put before him, but before he has grasped the rope, I see him sink.
I may put my finger upon those cold eyelids, for they will never see anything here again. But where is the man, and where are the man’s true eyes? It is written, “In hell he lifted up his eyes, being in torment.”
Ah! why did he not lift up his eyes before? Because he was so accustomed to hear the gospel that his soul slept under it. Alas! if you should lift up your eyes there, how bitter will be your wailings.
Let the Saviour’s own words reveal the woe: “Father Abraham, send Lazarus, that he may dip the tip of his finger in water, and cool my tongue, for I am tormented in this flame.” There is a frightful meaning in those words.
May you never have to spell it out by the red light of Jehovah’s wrath!
《am Morgen》31. Dezember
„Aber am letzten Tage des Festes, der am herrlichsten war, trat Jesus auf, rief und sprach: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!" Johannes 7,37
Unser Herr Jesus ist vollkommen geduldig. Bis zum letzten Tag des Festes spricht Er mit den Juden und dringt mit Seinem Wort an ihr Ohr. So dringt Er auch an diesem letzten Tag des Jahres an unser Ohr und wartet darauf uns Gnade schenken zu dürfen. Wahrhaft bewundernswert ist die Ausdauer unseres Herrn und Heilandes, mit der Er uns Jahr um Jahr trägt und hält. Und das trotz unseres Auflehnens gegen Seinen Heiligen Geist. O Wunder über Wunder, dass wir noch immer im Land der Gnade sind! Jesu Mitleid offenbart sich mit Nachdruck. Denn Er ruft und mahnt uns tief bewegt und ergriffen, dass wir uns mit Gott versöhnen lassen sollen. Laut erhebt Er durch den Apostel Seine Stimme: „Gott vermahnet durch uns, so bitten wir nun an Christi Statt" (2. Korinther 5,20). Was sind das doch für ernste, eindringliche Worte! Wie tief muss die Liebe sein, die den Herrn zu Tränen über uns arme Sünder rührt und Ihn treibt, uns wie eine Mutter ihre Kinder zu sich zu ziehen. Folgen unsere Herzen einem solchen Ruf? Es ist reichlich für alles gesorgt, was den Durst der Seele eines Menschen zu stillen vermag. Seinem Ge-wissen bringt die Versöhnung Frieden. Seinem Verständnis gibt das Evangelium die reichste Belehrung. Für sein Herz ist die Person Jesu der Grund edelster Liebe. Die Wahrheit, die in Christus ist, schenkt dem ganzen Menschen die reinste Stärkung. Freimütig wird bekannt gemacht, dass jeder Durstige willkommen ist. Nichts anderes steht im Angebot, nur das Stillen des Durstes. Ob nun der Durst durch Habgier, Ehrgeiz oder Vergnügen verursacht wurde, wer darunter leidet ist eingeladen. Der Durst ist wohl weniger Gnade als eher ein Zeichen der unmäßigen Sünde, die darauf gerichtet ist, mehr und mehr befriedigt zu werden. Jedenfalls ist es nicht das Gute im Wesen selbst, das dem Durstigen die Einladung einbringt. Der Herr Jesus sendet sie frei und ohne Ansehen der Person. Die Person ist direkt angesprochen. Der Sünder muss zu Jesus kommen, nicht zu Werken, Verordnungen, Lehren oder Doktrinen, sondern zu dem Heiland und Erlöser in Person, der an Seinem eigenen Leib unsere Sünden am Kreuz getragen hat. Der blutende, sterbende, auferstandene Heiland ist der einzige Hoffnungsstern für den Sünder. O, welche Gnade, dass wir nun kommen und trinken dürfen, noch bevor die Sonne über den letzten Tag dieses Jahres untergeht! Es wird auch mit keinem Buch-staben eine Vorbereitung erwähnt, oder dass der Dürstende würdig sein muss. Das Trinken ist ein Empfangen, wozu keine Tüchtigkeit erforderlich ist. Ein Mörder, ein Dieb, ja auch ein Ehebrecher kann trinken. So ist auch die Sündhaftigkeit der Gesinnung keine Schranke für die Einladung zum Glauben an Jesus. Wir brauchen keinen goldenen Becher, keinen perlenbesetzten Kelch, in dem man dem Durstigen das Wasser bringt. Der Mund der Armut soll sich fröhlich beugen und in vollen Zügen aus der strömenden Flut trinken. Eitrige, aussätzige, beschmutzte Lippen dürfen den Strom der göttlichen Liebe berühren. Sie können ihn nicht verunreinigen, sondern sie selbst werden vielmehr völlig geheilt und gereinigt. Jesus ist der Brunnen der Hoffnung. So höre, liebe Seele, die Stimme des teuren Erlösers, die uns zuruft: „Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke." Jesus ist die einzige Quelle, wo unser Durst gestillt wird!
„Kommt her! denn alles ist bereit zum Hochzeitsmahl der Gnaden, die Pforten sind geöffnet weit, und allesamt geladen. Blick' auf, du tief gebeugtes Herz, du Seele voller Angst und Schmerz, du sollst getröstet werden!"
《Morning By Morning》December 31
“In the last day, that great day of the feast, Jesus stood and cried, saying, If any man thirst, let him come unto me, and drink. ”— John 7:37
Patience had her perfect work in the Lord Jesus, and until the last day of the feast he pleaded with the Jews, even as on this last day of the year he pleads with us, and waits to be gracious to us. Admirable indeed is the longsuffering of the Saviour in bearing with some of us year after year, notwithstanding our provocations, rebellions, and resistance of his Holy Spirit. Wonder of wonders that we are still in the land of mercy!
Pity expressed herself most plainly, for Jesus cried, which implies not only the loudness of his voice, but the tenderness of his tones. He entreats us to be reconciled. “We pray you,” says the Apostle, “as though God did beseech you by us.” What earnest, pathetic terms are these! How deep must be the love which makes the Lord weep over sinners, and like a mother woo his children to his bosom! Surely at the call of such a cry our willing hearts will come.
Provision is made most plenteously; all is provided that man can need to quench his soul’s thirst. To his conscience the atonement brings peace; to his understanding the gospel brings the richest instruction; to his heart the person of Jesus is the noblest object of affection; to the whole man the truth as it is in Jesus supplies the purest nutriment. Thirst is terrible, but Jesus can remove it. Though the soul were utterly famished, Jesus could restore it.
Proclamation is made most freely, that every thirsty one is welcome. No other distinction is made but that of thirst. Whether it be the thirst of avarice, ambition, pleasure, knowledge, or rest, he who suffers from it is invited. The thirst may be bad in itself, and be no sign of grace, but rather a mark of inordinate sin longing to be gratified with deeper draughts of lust; but it is not goodness in the creature which brings him the invitation, the Lord Jesus sends it freely, and without respect of persons.
Personality is declared most fully. The sinner must come to Jesus, not to works, ordinances, or doctrines, but to a personal Redeemer, who his own self bare our sins in his own body on the tree. The bleeding, dying, rising Saviour, is the only star of hope to a sinner. Oh for grace to come now and drink, ere the sun sets upon the year’s last day!
No waiting or preparation is so much as hinted at. Drinking represents a reception for which no fitness is required. A fool, a thief, a harlot can drink; and so sinfulness of character is no bar to the invitation to believe in Jesus. We want no golden cup, no bejewelled chalice, in which to convey the water to the thirsty; the mouth of poverty is welcome to stoop down and quaff the flowing flood. Blistered, leprous, filthy lips may touch the stream of divine love; they cannot pollute it, but shall themselves be purified. Jesus is the fount of hope. Dear reader, hear the dear Redeemer’s loving voice as he cries to each of us,
“IF ANY MAN THIRST,
LET HIM
COME UNTO ME
AND DRINK.”
《am Abend》31. Dezember
„Die Ernte ist vergangen, der Sommer ist dahin, und uns ist keine Hilfe gekommen." Jeremia 8,20
„Keine Hilfe!" Lieber Freund, ist das deine schwere Klage? Du wurdest gewarnt vor dem zukünftigen Gericht. Du wurdest ermahnt, dein Leben zu retten. Und doch bist du immer noch nicht errettet? Du kennst den Weg des Heils. Du liest Gottes Wort, hörst es in der Predigt, es wird dir von Freunden ausgelegt und doch verachtest du es. Deshalb bist du nicht errettet. Du wirst keine Entschuldigung haben, wenn der Herr kommt um die Lebenden und die Toten zu richten. Der Heilige Geist hat mehr oder weniger Segen auf die Worte gelegt, die vor deinen Ohren verkündigt wurden. Vom Angesicht Gottes sind dir Zeiten der Erquickung geschenkt worden. Trotz allem bist du jetzt ohne Christus. Alle diese Gnadenzeiten sind gekommen und vergangen. Dein Sommer und deine Ernte sind vergangen, und dir ist keine Hilfe gekommen. Jahre sind einander in die Ewigkeit nachgefolgt. Und bald kommt auch dein letztes Jahr! Die Jugend ist vergangen, deine Manneskraft schwindet und du bist nicht errettet. Ich will dich etwas fragen: „Wirst du jemals gerettet werden?" Ist irgendein Anzeichen dafür vorhanden? Schon haben dich die günstigsten Zeiten ohne Rettung verlassen. Werden andere Gelegenheiten etwas an deinem Zustand ändern? Bisher waren alle Mittel der Gnade an dir vergeblich; auch die besten Mittel, die man dir unverdrossen und mit größter Liebe entgegenbrachte. Was kann noch mehr an dir getan werden? Glück und Unglück sind gleichsam spurlos an dir vorübergezogen. Tränen, Bitten und Ermahnungen sind an dein verdorrtes Herz verschwendet worden. Sind nicht alle Erwartungen für deine mögliche Errettung tot? Ist es nicht mehr als wahrscheinlich, dass du bleiben wirst wie du bist, bis der Tod auf ewig alle Hoffnungspforten verschließt? Schreckst du vor dieser Möglichkeit zurück? Und doch ist sie mehr als begründet: Wer in so vielen Wassern nicht abgewaschen wird, wird aller Wahrscheinlichkeit nach bis ans Ende im Schmutz bleiben. Die für dich passende Zeit ist nie gekommen; wie sollte sie jemals kommen? Es ist nur schlussrichtig zu befürchten, dass dieser Zeitpunkt nie kommen wird und dass du wie Felix (Apostelgeschichte 24,25) nie dafür Zeit findest, bis du zur Hölle fahren musst. Bedenke doch was die Hölle ist und wie bald du schon dahin kommen kannst!
《Evening by Evening》December 31
“The harvest is past, the summer is ended, and we are not saved.”— Jeremiah 8:20
Not saved! Dear reader, is this your mournful plight? Warned of the judgment to come, bidden to escape for your life, and yet at this moment not saved!
You know the way of salvation, you read it in the Bible, you hear it from the pulpit, it is explained to you by friends, and yet you neglect it, and therefore you are not saved. You will be without excuse when the Lord shall judge the quick and dead.
The Holy Spirit has given more or less of blessing upon the word which has been preached in your hearing, and times of refreshing have come from the divine presence, and yet you are without Christ.
All these hopeful seasons have come and gone—your summer and your harvest have past—and yet you are not saved. Years have followed one another into eternity, and your last year will soon be here: youth has gone, manhood is going, and yet you are not saved.
Let me ask you—will you ever be saved? Is there any likelihood of it? Already the most propitious seasons have left you unsaved; will other occasions alter your condition? Means have failed with you—the best of means, used perseveringly and with the utmost affection—what more can be done for you?
Affliction and prosperity have alike failed to impress you; tears and prayers and sermons have been wasted on your barren heart. Are not the probabilities dead against your ever being saved? Is it not more than likely that you will abide as you are till death forever bars the door of hope?
Do you recoil from the supposition? Yet it is a most reasonable one: he who is not washed in so many waters will in all probability go filthy to his end. The convenient time never has come, why should it ever come?
It is logical to fear that it never will arrive, and that Felix like, you will find no convenient season till you are in hell. O bethink you of what that hell is, and of the dread probability that you will soon be cast into it!
Reader, suppose you should die unsaved, your doom no words can picture. Write out your dread estate in tears and blood, talk of it with groans and gnashing of teeth: you will be punished with everlasting destruction from the glory of the Lord, and from the glory of his power.
A brother’s voice would fain startle you into earnestness. O be wise, be wise in time, and ere another year begins, believe in Jesus, who is able to save to the uttermost. Consecrate these last hours to lonely thought, and if deep repentance be bred in you, it will be well; and if it lead to a humble faith in Jesus, it will be best of all.
O see to it that this year pass not away, and you an unforgiven spirit. Let not the new year’s midnight peals sound upon a joyless spirit! Now, now, NOW believe, and live.
“ESCAPE FOR THY LIFE;
LOOK NOT BEHIND THEE,
NEITHER STAY THOU IN ALL THE PLAIN;
ESCAPE TO THE MOUNTAIN,
LEST THOU BE CONSUMED.”