《am Morgen》1. März
„Stehe auf, Nordwind, und komm, Südwind, und wehe durch mei-nen Garten, dass seine Würzen triefen! Mein Freund komme in seinen Garten und esse von seinen edlen Früchten." Hohelied 4,16 Alles andere ist besser als die tote Ruhe der Gleichgültigkeit. Unsere Seelen tun gut daran und sind weise, dass sie sich nach dem Nordwind der Trübsal sehnen, wenn das allein zur Heiligung führen mag, den angenehmen Duft unserer Gnadentugenden hervorzulocken. Solange nicht gesagt werden muss: „Der Herr war nicht im Frosthauch, der je über die Gewächse der Gnade hinfuhr. Hat sich Wind" dürfen wir nicht zusammenschrecken vor dem winterlichsten unterworfen? Sie bittet Ihn nur um seine Gnade. Ist sie nicht, gleich die Braut in diesem Vers nicht demütig dem Tadel ihres Geliebten uns, über ihre unheilige Ruhe und tödliche Erstarrung so ganz und gar bestürzt? Sie sehnt sich sehr nach einer Heimsuchung und seufzt danach, damit sie zur kräftigen Tat erweckt werden möge. Und doch dem lieblichen Lächeln der göttlichen Liebe, nach der Freude in der verlangt sie auch nach dem erwärmenden Südwind des Trostes, nach Gegenwart des Heilandes. Denn dadurch werden wir oft mächtig aus dem Schlummerleben aufgerüttelt. Sie sehnt sich nach dem einen oder dem andern, oder nach beidem. Sie hofft, dass sie imstande sein möchte, ihren Freund mit der Würze ihres Gartens zu erfreu-en. Sie kann es nicht ertragen, dass sie müßig und untätig sein soll. Auch wir können es nicht. Wie köstlich ist doch der Gedanke, dass der Herr Jesus an unseren armseligen Gnadenblüten Wohlgefallen empfinden kann. Ist das möglich? O, es ist fast zu schön um wahr zu sein. Ja, wir dürfen uns wohl nach Prüfungen der Trübsal, nach dem Tode selber sehnen, wenn uns das dazu helfen kann, das Herz unseres Immanuels zu erheitern. Ach, dass unser Herz doch zu Staub zermalmt würde, wenn durch dies Zerschlagen unser geliebter Herr Jesus verherrlicht würde. Gnadengeschenke, die nicht verwendet werden sind wie der liebliche Duft, der im Kelch der Blumen schlum-mert. Die Weisheit des großen Herrn und Meisters überwacht und leitet die verschiedensten, entgegengesetztesten Kräfte, damit sie zu dem einen erwünschten Ziel zusammenwirken. Er lockt durch Trüb-sal und Trost die lieblichen Wohlgerüche des Glaubens, der Liebe, der Hoffnung, der Geduld, der Demut, der Freude und der anderen herrlichen Blumen des Gartens hervor. Möchten wir doch aus eige-ner innerer Erfahrung wissen, was das bedeutet!
《Morning By Morning》March 1
“Awake, O north wind; and come, thou south; blow upon my garden, that the spices thereof may flow out.”(Song of Solomon 4:16)
Anything is better than the dead calm of indifference. Our souls may wisely desire the north wind of trouble if that alone can be sanctified to the drawing forth of the perfume of our graces. So long as it cannot be said, “The Lord was not in the wind,” we will not shrink from the most wintry blast that ever blew upon plants of grace. Did not the spouse in this verse humbly submit herself to the reproofs of her Beloved; only entreating him to send forth his grace in some form, and making no stipulation as to the peculiar manner in which it should come? Did she not, like ourselves, become so utterly weary of deadness and unholy calm that she sighed for any visitation which would brace her to action? Yet she desires the warm south wind of comfort, too, the smiles of divine love, the joy of the Redeemer's presence; these are often mightily effectual to arouse our sluggish life. She desires either one or the other, or both; so that she may but be able to delight her Beloved with the spices of her garden. She cannot endure to be unprofitable, nor can we. How cheering a thought that Jesus can find comfort in our poor feeble graces. Can it be? It seems far too good to be true. Well may we court trial or even death itself if we shall thereby be aided to make glad Immanuel's heart. O that our heart were crushed to atoms if only by such bruising our sweet Lord Jesus could be glorified. Graces unexercised are as sweet perfumes slumbering in the cups of the flowers: the wisdom of the great Husbandman overrules diverse and opposite causes to produce the one desired result, and makes both affliction and consolation draw forth the grateful odours of faith, love, patience, hope, resignation, joy, and the other fair flowers of
《am Abend》1. März
Euch nun, die ihr glaubet, ist er köstlich " 1. Petrus 2,7
So wie alle Ströme ins Meer fließen, so vereinigt sich alle unsere Freude in unserem Geliebten. Der Glanz Seines Blicks überstrahlt die Sonne. Die Schönheit und der Zauber Seines Antlitzes sind köstlicher dem Hauch Seines Mundes. Edelsteine aus den Schächten der Erde als die herrlichsten Blumen und kein duftender Wohlgeruch gleicht und Perlen aus der Tiefe des Meeres sind wertlos, wenn man sie mit Seiner Herrlichkeit vergleicht. Der Apostel Petrus sagt uns, dass der Herr Jesus köstlich ist, aber er sagte uns nicht und konnte es auch nicht sagen, wie köstlich. Genauso wenig könnte irgendeiner unter uns den Wert der unaussprechlichen Gabe Gottes ermessen. Worte vermögen die Kostbarkeit des Herrn Jesus Seinem Volk nicht zu schil-dern, noch völlig darzulegen, wie wesentlich Er für unsere Erlösung, unsere Zufriedenheit und Freude ist. Liebe gläubige Seele, hast du nicht mitten im Überfluss eine furchtbare Dürre empfunden, wenn dein Herr fern von dir war? Die irdische Sonne schien, aber Christus hatte sich verhüllt und darum erschien dir die ganze Welt dunkel. Oder wenn es Nacht war, und wenn der herrliche, helle Morgenstern untergegangen war, so vermochte kein anderer Stern mehr, dir auch nur einen einzigen Lichtstrahl zu spenden. Was für eine wilde Wüs-te ist doch diese Welt ohne unseren Herrn! Wenn Er sich ein einzi-ges Mal vor uns verbirgt, so sind die Blumen unseres Gartens dahin, unsere lieblichen Früchte welken, die Vögel hören auf mit ihrem munteren Gesang und ein Sturm zerstört alle unsere Hoffnungen. Alle irdischen Leuchter zusammen sind nicht imstande Tageslicht zu verbreiten, wenn die Sonne der Gerechtigkeit verfinstert wird. Er ist die Seele unserer Seele, das Licht unseres Lichtes, das Leben unseres Lebens. Liebe Seele, was könntest du in der Welt ohne Ihn tun, in-mitten ihrer Versuchungen und Nöte? Was könntest du am Morgen ohne Ihn beginnen, wenn du aufwachst und hinausblickst auf des Tages Kämpfe und Mühen? Was könntest du am Abend tun, wenn du matt und müde heimkommst, wenn sich nicht zwischen dir und Christus eine Tür der Gemeinschaft öffnete? Gelobt sei Sein Name! Er lässt nicht zu, dass wir unser Schicksal ohne Ihn tragen müssen, denn Jesus verlässt die Seinen nie.
Ja, lasse den Gedanken, was das Leben ohne Ihn noch wäre, dir Seine Köstlichkeit recht eindringlich ans Herz legen.
《Evening by Evening》March 1
“He is precious.”(1 Peter 2:7)
As all the rivers run into the sea, so all delights centre in our Beloved. The glances of his eyes outshine the sun: the beauties of his face are fairer than the choicest flowers: no fragrance is like the breath of his mouth. Gems of the mine, and pearls from the sea, are worthless things when measured by his preciousness. Peter tells us that Jesus is precious, but he did not and could not tell us how precious, nor could any of us compute the value of God's unspeakable gift. Words cannot set forth the preciousness of the Lord Jesus to his people, nor fully tell how essential he is to their satisfaction and happiness. Believer, have you not found in the midst of plenty a sore famine if your Lord has been absent? The sun was shining, but Christ had hidden himself, and all the world was black to you; or it was night, and since the bright and morning star was gone, no other star could yield you so much as a ray of light. What a howling wilderness is this world without our Lord! If once he hideth himself from us, withered are the flowers of our garden; our pleasant fruits decay; the birds suspend their songs, and a tempest overturns our hopes. All earth's candles cannot make daylight if the Sun of Righteousness be eclipsed. He is the soul of our soul, the light of our light, the life of our life. Dear reader, what wouldst thou do in the world without him, when thou wakest up and lookest forward to the day's battle? What wouldst thou do at night, when thou comest home jaded and weary, if there were no door of fellowship between thee and Christ? Blessed be his name, he will not suffer us to try our lot without him, for Jesus never forsakes his own. Yet, let the thought of what life would be without him enhance his preciousness.
《am Morgen》2. März
".... und ganz Israel musste hinabziehen zu den Philistern, wenn jemand hatte eine Pflugschar, Haue, Beil oder Sense zu schärfen." 1. Samuel 13,20
Wir sind in einem großen Krieg mit den Philistern der Bosheit verwickelt. Wir müssen jede Waffe, die uns geboten ist ergreifen. Predigen, Lehren, Beten, Stärken: Alles muss aufgeboten, alles muss in Tätigkeit gesetzt werden. Und auch solche Talente, welche sonst für das Werk des Herrn zu unbedeutend schienen, haben jetzt ihre Aufgabe zu erfüllen. Haue, Beil und Sense sind brauchbar im Bezwin-gen der Philister. Grobes Gerät macht große Beulen, und beim Drein-schlagen kommt es nicht auf Zierlichkeit und Schönheit an, wenn es nur Wirkung tut und die Feinde in den Staub gelegt werden. Jeder freie Augenblick, sei es zur Zeit oder zur Unzeit; jedes Stück des Kön-nens und Vermögens, sei es angeboren oder durch Erziehung entwi-ckelt; jede Gelegenheit, günstig oder ungünstig; dies alles ist kost-bar und muss benutzt werden. Denn unserer Feinde sind viele und unsere Kraft ist gering. Unsere meisten Geräte haben das Schärfen nötig. Was wir brauchen ist eine rasche Auffassungsgabe, Einsicht, Klugheit, Willenskraft, Gewandtheit - in einem Wort: vollständige Ausrüstung zum Werk des Herrn. Ein praktischer Gemeinsinn ist ein ganz seltenes Ding bei den Leitern christlicher Unternehmungen. Wir könnten, wenn wir wollten, darin wohl von unseren Gegnern etwas lernen und unsere Waffen bei den Philistern schärfen lassen. So lasst uns denn heute Morgen unseren Eifer durch die Hilfe des Heiligen Geistes schärfen. Seht die Rührigkeit der falschen, abgötti-schen Lehrer, wie sie auf Land und Wasser umherziehen, um einen Glaubensgenossen zu gewinnen. Sollen sie alle Bekehrung für sich allein in Anspruch nehmen? Merkt ihr, wie der Fürst der Finsternis im Verfolgen seines Zieles so beharrlich ist, so nachdrücklich in seinen Unternehmungen, so tatkräftig in allem!? Die bösen Geister stehen in ihrer Rebellion zusammen wie ein Mann, während wir, die wir an den Herrn Jesus glauben, unsere Kraft zersplittern, uneins sind im Dienst Gottes und kaum einmütig zusammenwirken. O, möchten wir doch von Satans höllischem Eifer lernen, damit wir als barmherzige Samariter umhergehen und suchen, wem wir zum Segen dienen können!
《Morning By Morning》March 2
“But all the Israelites went down to the Philistines, to sharpen every man his share, and his coulter, and his ax, and his mattock.”— 1 Samuel 13:20
We are engaged in a great war with the Philistines of evil. Every weapon within our reach must be used. Preaching, teaching, praying, giving, all must be brought into action, and talents which have been thought too mean for service, must now be employed.
Coulter, and axe, and mattock, may all be useful in slaying Philistines; rough tools may deal hard blows, and killing need not be elegantly done, so long as it is done effectually. Each moment of time, in season or out of season; each fragment of ability, educated or untutored; each opportunity, favourable or unfavourable, must be used, for our foes are many and our force but slender.
Most of our tools want sharpening; we need quickness of perception, tact, energy, promptness, in a word, complete adaptation for the Lord’s work. Practical common sense is a very scarce thing among the conductors of Christian enterprises.
We might learn from our enemies if we would, and so make the Philistines sharpen our weapons. This morning let us note enough to sharpen our zeal during this day by the aid of the Holy Spirit. See the energy of the Papists, how they compass sea and land to make one proselyte, are they to monopolize all the earnestness?
Mark the heathen devotees, what tortures they endure in the service of their idols! are they alone to exhibit patience and self-sacrifice? Observe the prince of darkness, how persevering in his endeavours, how unabashed in his attempts, how daring in his plans, how thoughtful in his plots, how energetic in all!
The devils are united as one man in their infamous rebellion, while we believers in Jesus are divided in our service of God, and scarcely ever work with unanimity. O that from Satan’s infernal industry we may learn to go about like good
《am Abend》2. März
mir, dem allergeringsten unter allen Heiligen, ist gegeben diese Gnade, unter den Heiden zu verkündigen den unausforschlichen Reichtum Christi "Epheser 3,8
Der Apostel Paulus fühlte, dass es ein großes Vorrecht ist, das Evangelium verkündigen zu dürfen. Er gab sich seinem Beruf mit in-niger Freude hin. Aber obwohl Paulus für diesen seinen Dienst am Wort Gottes dankbar war, diente ihm der Erfolg seiner Arbeit sehr zur Demut. Je voller ein Schiff beladen wird, umso tiefer geht es im Wasser. Müßiggänger hegen oft einen hohen Begriff von ihrer Ge-schicklichkeit, weil sie unerfahren sind. Aber wer ernstlich arbeitet, erfährt bald, wie schwach er ist. Wenn ihr nach der Demut trachtet, so unterzieht euch schwerer Arbeit. Wollt ihr über eure Nichtigkeit ins Klare kommen, so versucht, etwas Großes für Jesus auszurichten.
Wenn ihr empfinden wollt, wie ohnmächtig ihr ohne den Beistand des lebendigen Gottes seid, so versucht es besonders mit der Ver-kündigung der unerforschlichen Reichtümer Christi, so werdet ihr erfahren, wie ihr es vorher nie erfahren habt, was für ein schwaches und elendes Menschengeschlecht ihr seid. Obgleich der Apostel auf solche Weise seine Schwachheit erkannte und bekannte, war er den-noch nie im Zweifel über den Gegenstand seiner Verkündigung. Pau-lus verkündigte von seiner ersten bis zu seiner letzten Predigt Chris-tus, und nichts als Christus. Er verherrlichte das Kreuz und erhöhte Den, der daran sein Blut vergossen hatte. Folge seinem Beispiel in al-len deinen persönlichen Bemühungen, die frohe Botschaft des Heils zu verbreiten, und lass den beständig wiederkehrenden Gegenstand deines Wortes „Christus, den Gekreuzigten" sein. Der Christ sollte den lieblichen Frühlingsblumen gleichen, die dem Sonnenschein ihre goldenen Kelche öffnen, wie wenn sie sagen wollten: „Erfülle uns mit deinen Strahlen", die aber, wenn die Sonne sich hinter den Wolken verbirgt, ihre Kelche schließen und traurig ihr Haupt neigen. So sollte der Christ den lieblichen Einfluss seines Herrn Jesus empfinden. Je-sus muss seine Sonne sein, und er die Blume, die sich zur Sonne der
Gerechtigkeit hinneigt. Ach, von Jesus reden, und nur von Ihm, das ist der Gegenstand, der „Samen gibt zu säen und Brot zu essen". Das ist die glühende Kohle für die Lippen des Redenden und der Haupt-schlüssel zum Herzen der Hörer.
《Evening by Evening》March 2
“Unto me, who am less than the least of all saints, is this grace given, that I should preach among the Gentiles the unsearchable riches of Christ;”— Ephesians 3:8
The apostle Paul felt it a great privilege to be allowed to preach the gospel. He did not look upon his calling as a drudgery, but he entered upon it with intense delight. Yet while Paul was thus thankful for his office, his success in it greatly humbled him.
The fuller a vessel becomes, the deeper it sinks in the water. Idlers may indulge a fond conceit of their abilities, because they are untried; but the earnest worker soon learns his own weakness. If you seek humility, try hard work; if you would know your nothingness, attempt some great thing for Jesus.
If you would feel how utterly powerless you are apart from the living God, attempt especially the great work of proclaiming the unsearchable riches of Christ, and you will know, as you never knew before, what a weak unworthy thing you are.
Although the apostle thus knew and confessed his weakness, he was never perplexed as to the subject of his ministry. From his first sermon to his last, Paul preached Christ, and nothing but Christ. He lifted up the cross, and extolled the Son of God who bled thereon.
Follow his example in all your personal efforts to spread the glad tidings of salvation, and let “Christ and him crucified” be your ever recurring theme. The Christian should be like those lovely spring flowers which, when the sun is shining, open their golden cups, as if saying, “Fill us with thy beams!” but when the sun is hidden behind a cloud, they close their cups and droop their heads.
So should the Christian feel the sweet influence of Jesus; Jesus must be his sun, and he must be the flower which yields itself to the Sun of Righteousness. Oh! to speak of Christ alone, this is the subject which is both “seed for the sower, and bread for the eater.”
This is the live coal for the lip of the speaker, and the master-key to the heart of the hearer.
《am Morgen》3. März
„Siehe ich will dich läutern, aber nicht wie Silber; sondern ich will dich auserwählt machen im Ofen des Elends." Jesaja 48,10
Tröste dich, du schwergeprüfte gläubige Seele, mit dem Gedanken: Gott spricht „Ich will dich auserwählt machen im Ofen des Elends." Wirkt dieses Wort nicht wie ein sanfter Regen, der die Wut der Flammen dämpft? Ja, ist es nicht ein Schutzschild aus Edelsteinen, an welchem des Feuers Wut keine Macht hat? Mag Trübsal kommen, dennoch hat mich Gott auserwählt. Armut, magst du mit schwerem Schritt meine Schwelle betreten, so ist Gott schon vorher in meinem Haus: Er hat mich auserwählt. Krankheit, magst du hereinschleichen, siehe, so ist schon mein Balsam bereit: Gott hat mich auserwählt. Was immer auch über mich kommen mag in diesem Tränental, so weiß ich, dass Er mich „auserwählt" hat. Liebes Glaubenskind, wenn du noch besseren und größeren Trostes bedarfst, o, so bedenke, dass der Menschensohn mit dir im Feuerofen ist. In dieser deiner stillen Kammer sitzt einer bei dir, den du nicht gesehen hast, den du aber liebst. Oft, wenn du nichts davon ahnst, bettet Er dich weich in deiner Trübsal und legt dir dein Kissen zum erquickenden Ruhelager zurecht. Du bist in großer Armut, aber in deiner einsamen, verlassenen Hütte geht der Fürst des Lebens und der Herrlichkeit fleißig aus und ein. Er kommt gern in diese verachtete Wohnung um dich zu besuchen. Dein Freund ist dir ganz nahe. Du kannst Ihn nicht sehen, aber du fühlst Seinen warmen Händedruck. Hörst du Seine Stimme nicht? Siehe, gerade im finsteren Tal der Todesschatten spricht Er zu dir: „Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott." Denke an den schönen Ausspruch Caesars: „Fürchte dich nicht, du trägst Caesar und sein Glück." Ja, fürchte dich nicht, lieber Christ, dein Jesus ist bei dir. In all deinen heißen Prüfungen ist Seine Gegenwart beides, dein Trost und dein Schutz. Nie verlässt Er den, den Er zu Seinem Eigentum auserwählt hat. „Fürchte dich nicht, ich bin da" ist sein festes Verheißungswort für Seine Auserwählten, die im „Ofen des Elends" schmachten. Willst du dich nicht recht fest an Christus klammern und sagen:
„Durch Fluten und durch Gluten, wenn Du, o Jesu, mir vorangehst, folg' ich Dir."
《Morning By Morning》March 3
“Behold, I have refined thee, but not with silver; I have chosen thee in the furnace of affliction.”— Isaiah 48:10
Comfort thyself, tried believer, with this thought: God saith, “I have chosen thee in the furnace of affliction.” Does not the word come like a soft shower, assuaging the fury of the flame?
Yea, is it not an asbestos armour, against which the heat hath no power? Let affliction come—God has chosen me. Poverty, thou mayst stride in at my door, but God is in the house already, and he has chosen me.
Sickness, thou mayst intrude, but I have a balsam ready—God has chosen me. Whatever befalls me in this vale of tears, I know that he has “chosen” me. If, believer, thou requirest still greater comfort, remember that you have the Son of Man with you in the furnace.
In that silent chamber of yours, there sitteth by your side One whom thou hast not seen, but whom thou lovest; and ofttimes when thou knowest it not, he makes all thy bed in thy affliction, and smooths thy pillow for thee.
Thou art in poverty; but in that lovely house of thine the Lord of life and glory is a frequent visitor. He loves to come into these desolate places, that he may visit thee. Thy friend sticks closely to thee. Thou canst not see him, but thou mayst feel the pressure of his hands. Dost thou not hear his voice?
Even in the valley of the shadow of death he says, “Fear not, I am with thee; be not dismayed, for I am thy God.” Remember that noble speech of Caesar: “Fear not, thou carriest Caesar and all his fortune.” Fear not, Christian; Jesus is with thee.
In all thy fiery trials, his presence is both thy comfort and safety. He will never leave one whom he has chosen for his own. “Fear not, for I am with thee,” is his sure word of promise to his chosen ones in the “furnace of affliction.”
Wilt thou not, then, take fast hold of Christ, and say—
“Through floods and flames, if Jesus lead,
I’ll follow where he goes.”
《am Abend》3. März
„Und da Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser; und siehe, da tat sich der Himmel auf über ihm. Und er sah den Geist Gottes gleich als eine Taube herabfahren und über ihn kommen." Matthäus 3,16
So wie der Geist Gottes herabfuhr auf das Haupt des Herrn Jesus, so fährt Er herab auf die Glieder des Leibes der Gemeinde, nach dem Werk eines jeglichen Gliedes in seinem Maß. Sein Herabkommen zu uns erfolgt in ähnlicher Weise, wie Er herabkam auf den Herrn. Es geschieht oft mit auffallender Schnelligkeit. Kaum ist es uns bewusst geworden, so werden wir aufwärts und himmelwärts geführt, über alle Erwartung hinaus. Und doch ist nichts betäubend Unruhiges da-bei wie bei irdischer Eile, denn die Flügel der Taube sind ebenso sanft wie schnell. Ruhe scheint bei vielen Wirkungen des Geistes eine we-sentliche Eigenschaft zu sein. Der Herr spricht sanft und freundlich, und wie der Tau fällt seine Gnade still hernieder. Die Taube war stets das auserwählte Symbol der Reinheit, und der Heilige Geist ist die Heiligkeit selber. Wo Er hinkommt ist alles was rein und lieblich und löblich ist, überschwänglich vorhanden und Sünde und Unreinheit müssen weichen. Friede herrscht auf gleiche Weise dort, wo die hei-lige Taube mit Macht einkehrt. Sie trägt den Ölzweig zum Zeichen, dass sich die Fluten des göttlichen Zornes verlaufen haben. Sanft-mut ist eine klare Wirkung der umwandelnden Macht der heiligen Taube: Herzen, die von ihrem segensreichen Einfluss berührt wur-den, sind fortan und allezeit sanft und demütig. Harmlosigkeit ist die notwendige Folge davon. Adler und Raben verfolgen ihre Beute, die Turteltaube dagegen kann wohl Unrecht ertragen, aber sie fügt kein Unrecht zu. Wir müssen harmlos sein wie die Tauben. Die Taube ist ein treffliches Bild der Liebe. Die Stimme der Turteltaube ist voller Zärtlichkeit; und so überströmt eine Seele, die vom göttlichen Geist heimgesucht wird, von Liebe zu Gott, von Liebe zu den Brüdern, von Liebe zu den Sündern und vor allem aber von Liebe zu Jesus. Das Schweben und Weben des Geistes Gottes über den Wassern der Tie-fe rief zuerst Ordnung und Leben hervor, und in unseren Herzen er-weckt und pflegt Er das neue Licht und Leben. O hochgelobter Heili-ger Geist, so wie Du auf unserem teuren Heiland und Erlöser ruhtest, so ruhe nun auch auf uns und stärke in uns durch Dein Licht das neue Leben von nun an bis in Ewigkeit.
《Evening by Evening》March 3
“And Jesus, when he was baptized, went up straightway out of the water: and, lo, the heavens were opened unto him, and he saw the Spirit of God descending like a dove, and lighting upon him:”— Matthew 3:16
As the Spirit of God descended upon the Lord Jesus, the head, so he also, in measure, descends upon the members of the mystical body. His descent is to us after the same fashion as that in which it fell upon our Lord.
There is often a singular rapidity about it; or ever we are aware, we are impelled onward and heavenward beyond all expectation. Yet is there none of the hurry of earthly haste, for the wings of the dove are as soft as they are swift.
Quietness seems essential to many spiritual operations; the Lord is in the still small voice, and like the dew, his grace is distilled in silence. The dove has ever been the chosen type of purity, and the Holy Spirit is holiness itself.
Where he cometh, everything that is pure and lovely, and of good report, is made to abound, and sin and uncleanness depart. Peace reigns also where the Holy Dove comes with power; he bears the olive branch which shows that the waters of divine wrath are assuaged.
Gentleness is a sure result of the Sacred Dove’s transforming power: hearts touched by his benign influence are meek and lowly henceforth and forever. Harmlessness follows, as a matter of course; eagles and ravens may hunt their prey—the turtledove can endure wrong, but cannot inflict it.
We must be harmless as doves. The dove is an apt picture of love, the voice of the turtle is full of affection; and so, the soul visited by the blessed Spirit, abounds in love to God, in love to the brethren, and in love to sinners; and above all, in love to Jesus.
The brooding of the Spirit of God upon the face of the deep, first produced order and life, and in our hearts, he causes and fosters new life and light. Blessed Spirit, as thou didst rest upon our dear Redeemer, even so rest upon us from this time forward and forever.
All things are ready, come to the feast
Use for《Evening by Evening》Mar 4
All things are ready, come to the feast
Use for《Evening by Evening》Mar 4
《am Morgen》4. März
„Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig..." 2. Korinther 12,9
trostreichen Verheißungen der göttlichen Gnade nicht halb so gut Wäre nie ein Heiliger Gottes elend und arm, so würden wir die verstehen. Wenn wir irgendeinem Wanderer begegnen, der nicht hat wo er sein Haupt hinlege, aber sprechen kann: „Dennoch verlasse ich mich auf den Herrn", wenn wir einen Armen bei Brot und Wasser Hunger leiden sehen, der sich dennoch in seinem Gott selig und herr-lich fühlt, oder wenn wir eine unterdrückte Witwe kennen, die von ihrer Traurigkeit fast überwältigt wird und dennoch im Glauben am Heiland festhält - ach, welch einen Lichtglanz der Ehre wirft das aufs Evangelium zurück! Gottes Gnade zeigt sich und wird verherrlicht in der Armut und den Leiden der Gläubigen. Die Heiligen richten sich unter jeglichem Druck schwieriger Lagen auf und leben in der Über-zeugung, dass ihnen alle Dinge zum Besten dienen. Sie vertrauen darauf, dass zuletzt aus anscheinend großem Übel ein wahrhaftiger Segen für sie entspringt und dass ihr Gott ihnen entweder bald eine Erlösung sendet oder sie unfehlbar in ihrer Trübsal stärkt, solange es Ihm gefällt, sie darin zu lassen. Diese Geduld der Heiligen beweist die Macht der göttlichen Gnade. Da steht ein Leuchtturm im Meer. Die Nacht ist ruhig und ich kann jetzt nicht sagen, ob der Bau stark und fest ist. Erst wenn der Sturm und die Brandung toben erfahre ich, ob er standhält. So verhält es sich mit dem Geisteswerk. Wenn es nicht oft und viel von stürmischen Fluten umbrandet würde, so könnten wir nie erfahren, ob es auch wahr und wehrhaft sei. Wenn die Winde nicht darüber herfielen, so könnten wir nicht wissen, wie stark und standhaft es sei. Die Meisterwerke Gottes sind jene Menschen, die inmitten aller Schwierigkeiten fest dastehen. Wer seinen Gott ver-herrlichen will muss damit rechnen, dass ihm manche Trübsal be-gegnen wird. Niemand kann vor dem Herrn bestehen, er sei denn durch viele Prüfungen hindurchgegangen. Ist nun euer Lebenspfad voller Leidensdornen, so freut euch darüber, denn so könnt ihr die allgenügsame Gnade Gottes an euch umso herrlicher beweisen. Ob Er euch je verlassen und vergessen wird? Das lasst euch nie träumen, verabscheut solche Gedanken! Der Gott, der euch bis hierher eine Genüge war, ist eures Vertrauens wert bis ans Ende. Hat Er bis hier-her geholfen, so weiß Er auch alles herrlich hinauszuführen!
《Morning By Morning》March 4
“And he said unto me, My grace is sufficient for thee: for my strength is made perfect in weakness. Most gladly therefore will I rather glory in my infirmities, that the power of Christ may rest upon me.”— 2 Corinthians 12:9
If none of God’s saints were poor and tried, we should not know half so well the consolations of divine grace.
When we find the wanderer who has not where to lay his head, who yet can say, “Still will I trust in the Lord;” when we see the pauper starving on bread and water, who still glories in Jesus; when we see the bereaved widow overwhelmed in affliction, and yet having faith in Christ, oh! what honour it reflects on the gospel.
God’s grace is illustrated and magnified in the poverty and trials of believers. Saints bear up under every discouragement, believing that all things work together for their good, and that out of apparent evils a real blessing shall ultimately spring—that their God will either work a deliverance for them speedily, or most assuredly support them in the trouble, as long as he is pleased to keep them in it.
This patience of the saints proves the power of divine grace. There is a lighthouse out at sea: it is a calm night—I cannot tell whether the edifice is firm; the tempest must rage about it, and then I shall know whether it will stand.
So with the Spirit’s work: if it were not on many occasions surrounded with tempestuous waters, we should not know that it was true and strong; if the winds did not blow upon it, we should not know how firm and secure it was.
The master-works of God are those men who stand in the midst of difficulties, stedfast, unmoveable,—
“Calm mid the bewildering cry,
Confident of victory.”
He who would glorify his God must set his account upon meeting with many trials. No man can be illustrious before the Lord unless his conflicts be many. If then, yours be a much-tried path, rejoice in it, because you will the better show forth the all-sufficient grace of God.
As for his failing you, never dream of it—hate the thought. The God who has been sufficient until now, should be trusted to the end.
《am Abend》4. März
„Sie werden trunken von den reichen Gütern deines Hauses, und du tränkest sie mit Wonne als mit einem Strom." Psalm 36,9
Die Königin von Saba war erstaunt über den Reichtum der Speisen auf Salomos Tisch. Sie verwunderte sich, als sie sah, wie viel Vorrat ein einziger Tag erforderte. Sie staunte wegen der Menge der Diener, ihrem Amt, ihrer Kleidung und ihrer Speise. Aber was ist doch das al-les gegen den Haushalt des Gottes der Gnade? Zehntausend mal tau-send seiner Angehörigen werden tagtäglich gespeist. Sie sind hungrig und durstig und kommen verlangend zum täglichen Gastmahl, aber keiner kehrt je ungesättigt zurück. Es ist genug vorhanden für einen jeden, genug für alle, genug für immer. Wenngleich die Menge derer, die an Jahwes Tisch speisen, unzählig ist wie die Sterne am Himmel, so empfängt dennoch ein jeder seinen Teil. Überlege, wie viel Gnade ein einziger Heiliger bedarf; so viel, dass nur der Unendliche ihm für einen Tag das Nötige zu verschaffen imstande ist. Und doch deckt der Herr seinen Tisch nicht bloß für einen, sondern für viele Heili-ge, und nicht nur für einen Tag, sondern für viele Jahre, und nicht nur für viele Jahre, sondern für eine Generation nach der anderen. Achte wohl auf die reichliche Fülle, von der in unserer Schriftstelle die Rede ist. Die Gäste am Festmahl der Gnade werden nicht nur ge-sättigt, sie werden „trunken", und nicht nur mit gewöhnlicher Speise gesättigt, sondern „trunken" von den reichen Gütern aus Gottes ei-genem Haus. Und solche Bewirtung ist durch eine wahrhafte Ver-heißung allen Menschenkindern zugesagt und zugesichert, die unter dem Schatten der Flügel Jahwes verweilen. Ich meinte einmal, wenn ich nur die Überbleibsel bekommen könnte, die vom Gnadentisch des Herrn wieder fortgetragen werden, so wäre ich glücklich wie die kanaanäische Frau, die sprach: „Aber doch essen die Hündlein von den Brosamlein, die von ihrer Herren Tische fallen." Aber kein Kind Gottes wird je mit Brosamen und Überresten abgefertigt. Gleich dem Sohn Jonathans, Mefi-Boschet, essen sie alle an des Königs Tisch. In Bezug auf die Gnade wird uns allen ein übervolles Maß zugemessen, wie dem Benjamin - wir bekommen zehnmal mehr, als wir erwarten
durften. Und gerade wenn unsere Bedürfnisse groß sind, so sind wir doch erstaunt über die Fülle der Gnade, welche uns Gott in unserer täglichen Erfahrung zu genießen gibt.
《Evening by Evening》March 4
“They shall be abundantly satisfied with the fatness of thy house; and thou shalt make them drink of the river of thy pleasures.”— Psalm 36:8
Sheba’s queen was amazed at the sumptuousness of Solomon’s table. She lost all heart when she saw the provision of a single day; and she marvelled equally at the company of servants who were feasted at the royal board. But what is this to the hospitalities of the God of grace?
Ten thousand thousand of his people are daily fed; hungry and thirsty, they bring large appetites with them to the banquet, but not one of them returns unsatisfied; there is enough for each, enough for all, enough for evermore.
Though the host that feed at Jehovah’s table is countless as the stars of heaven, yet each one has his portion of meat. Think how much grace one saint requires, so much that nothing but the Infinite could supply him for one day; and yet the Lord spreads his table, not for one, but many saints, not for one day, but for many years; not for many years only, but for generation after generation.
Observe the full feasting spoken of in the text, the guests at mercy’s banquet are satisfied, nay, more “abundantly satisfied;” and that not with ordinary fare, but with fatness, the peculiar fatness of God’s own house; and such feasting is guaranteed by a faithful promise to all those children of men who put their trust under the shadow of Jehovah’s wings.
I once thought if I might but get the broken meat at God’s back door of grace I should be satisfied; like the woman who said, “The dogs eat of the crumbs that fall from the master’s table;” but no child of God is ever served with scraps and leavings; like Mephibosheth, they all eat from the king’s own table.
In matters of grace, we all have Benjamin’s mess—we all have ten times more than we could have expected, and though our necessities are great, yet are we often amazed at the marvellous plenty of grace which God gives us experimentally to enjoy.
《am Morgen》5. März
„So lasset uns nun nicht schlafen wie die andern, sondern lasset uns wachen und nüchtern sein." 1. Thessalonicher 5,6
Manche Mittel und Wege können dazu dienen, die Christen in ihrer Wachsamkeit zu fördern. Vor allem aber möchte ich sie ernstlich ermahnen untereinander zu reden und die Wege des Herrn zu rühmen. Als „Christ" und „Hoffnungsvoll" miteinander nach der himmlischen Stadt wanderten, sprachen sie zueinander: „Damit wir hier nicht schläfrig werden, wollen wir uns mit gewürzten Reden unter-halten." „Christ" fragte: „Lieber Bruder, wo wollen wir denn anfangen?" Und „Hoffnungsvoll" antwortete: „Da, wo Gott mit uns angefangen hat."
„Wie ist es so lieblich, wenn Christen zusammen in brüderlicher Eintracht steh'n, wenn göttliche Liebe mit heiligen Flammen in Wort und Wandel ist zu seh'n! Da grünet und blühet, zur ewigen Wonne, der göttliche Segen, da scheinet die Sonne."
Christen, die sich absondern und einsam dahinwandern sind sehr leicht empfänglich für Müdigkeit und Schläfrigkeit. Haltet euch zur christlichen Gemeinde, so werdet ihr dadurch wach erhalten, er-frischt und ermuntert, schneller vorwärts zu eilen auf dem Weg zum Himmel. Wenn ihr aber mit anderen solche „liebliche Rede" über die Wege Gottes pflegt, so achtet darauf, dass der Inhalt eures Gesprä-ches euer Herr Jesus ist. Richtet das Auge des Glaubens beständig auf Ihn. Euer Herz sei von Ihm erfüllt und euer Mund rede nur, was Seiner wert ist. Freund, bleibe dem Kreuz nahe, so wirst du nicht schläfrig. Tue Fleiß, dass du einen bleibenden und tiefen Eindruck erlangst von der hohen Herrlichkeit des Ortes, zu dem du pilgerst. Wenn du stets bedenkst, dass du dem Himmel zueilst, so wirst du auf dem Wege nicht einschlafen. Wenn du dich daran erinnerst, dass die Hölle hinter dir gähnt und der Teufel dich verfolgt, so wirst du nicht trödeln. Will der Totschläger schlafen, wenn der Bluträcher ihm auf den Fersen folgt und die Freistadt vor Augen liegt? Christ, willst du schlafen, wenn die Perlentore dir offen stehen, wenn das Lied der Engel dich empfängt und wenn eine goldene Krone bereit ist, deine Stirn zu schmücken? O nein! In heiliger Gemeinschaft wacht und be-tet allezeit, und ermuntert euch untereinander, auf dass ihr nicht in Versuchung fallt.
《Morning By Morning》March 5
“Therefore let us not sleep, as do others; but let us watch and be sober.”— 1 Thessalonians 5:6
There are many ways of promoting Christian wakefulness. Among the rest, let me strongly advise Christians to converse together concerning the ways of the Lord.
Christian and Hopeful, as they journeyed towards the Celestial City, said to themselves, “To prevent drowsiness in this place, let us fall into good discourse.” Christian enquired, “Brother, where shall we begin?” And Hopeful answered, “Where God began with us.” Then Christian sang this song—
“When saints do sleepy grow, let them come hither,
And hear how these two pilgrims talk together;
Yea, let them learn of them, in any wise,
Thus to keep open their drowsy slumb’ring eyes.
Saints’ fellowship, if it be managed well,
Keeps them awake, and that in spite of hell.”
Christians who isolate themselves and walk alone, are very liable to grow drowsy. Hold Christian company, and you will be kept wakeful by it, and refreshed and encouraged to make quicker progress in the road to heaven.
But as you thus take “sweet counsel” with others in the ways of God, take care that the theme of your converse is the Lord Jesus. Let the eye of faith be constantly looking unto him; let your heart be full of him; let your lips speak of his worth.
Friend, live near to the cross, and thou wilt not sleep. Labour to impress thyself with a deep sense of the value of the place to which thou art going. If thou rememberest that thou art going to heaven, thou wilt not sleep on the road.
If thou thinkest that hell is behind thee, and the devil pursuing thee, thou wilt not loiter. Would the manslayer sleep with the avenger of blood behind him, and the city of refuge before him? Christian, wilt thou sleep whilst the pearly gates are open—the songs of angels waiting for thee to join them—a crown of gold ready for thy brow?
Ah! no; in holy fellowship continue to watch and pray that ye enter not into temptation.
《am Abend》5. März
"Zücke den Spieß und schütze mich wider meine Verfolger! Sprich zu meiner Seele: Ich bin deine Hilfe!" Psalm 35,3
Was lehrt mich dieses Gebet? Es soll heute mein Abendgebet sein. Aber zuvor möchte ich gern Belehrung und Erbauung daraus schöpfen. Die Stelle zeigt mir vor allem, dass David von Zweifeln heimgesucht wurde. Denn wie hätte er sonst beten können „Sprich zu meiner Seele: Ich bin deine Hilfe!", wenn er nicht manchmal von Zweifeln und Ängsten erfüllt war? Darum will ich ganz getrost sein, denn ich bin nicht der einzige unter den Heiligen, der sich über sei-nen Kleinglauben zu beklagen hat. Wenn ein David zweifelte, so darf ich nicht schließen, ich sei kein Christ, weil ich Zweifel empfinde. Un-sere Schriftstelle erinnert mich, dass David sich nicht zufrieden gab wenn er unter Zweifeln und Befürchtungen zu leiden hatte, sondern dass er seine Zuflucht sogleich zum Gnadenthron nahm und um Ver-sicherung bat; denn das achtete er mehr als sein Gold. Auch ich muss nach einer bleibenden Gewissheit darüber streben, dass ich in dem Geliebten angenommen bin und darf mir keine Ruhe gönnen, wenn Seine Liebe nicht in mein Herz ausgegossen ist. Wenn mein Bräuti-gam mich verlassen hat, so muss und will meine Seele fasten. Auch das erfahre ich, dass David wusste, wo er völlige Versicherung erlan-gen konnte. Er nahte sich seinem Gott im Gebet und rief: „Sprich zu meiner Seele: Ich bin deine Hilfe!" Ich muss viel mit Gott allein sein, wenn ich ein deutliches Gefühl der Liebe Jesu in mir erfahren will. Wenn mein Gebet ermattet, dann wird das Auge meines Glaubens trübe. Viel im Gebet, viel im Himmel, lässig im Gebet, lässig im Wan-del. Ich sehe, dass David keine Ruhe hatte, bis ihm seine Versicherung aus göttlicher Quelle zufloss. „Sprich zu meiner Seele." Herr, sprich Du es! Nichts Geringeres als ein göttliches Zeugnis im Herzen kann den wahren Christen befriedigen. Noch mehr: David ruhte nicht, bis seine Versicherung einen lebendigen, persönlichen Grund empfan-gen hatte. „Sprich zu meiner Seele: Ich bin deine Hilfe." Herr, wenn Du zu allen Heiligen so sprächest, so wäre es nichts, es sei denn, Du sprächest es auch zu mir. Herr, ich habe gesündigt, ich verdiene das Lächeln Deiner Liebe nicht. Ich darf kaum darum flehen, aber ach, sprich zu meiner Seele, ja, zu meiner Seele: „Ich bin deine Hilfe."
《Evening by Evening》March 5
“Draw out also the spear, and stop the way against them that persecute me: say unto my soul, I am thy salvation.”— Psalm 35:3
What does this sweet prayer teach me? It shall be my evening’s petition; but first let it yield me an instructive meditation.
The text informs me first of all that David had his doubts; for why should he pray, “Say unto my soul, I am thy salvation,” if he were not sometimes exercised with doubts and fears? Let me, then, be of good cheer, for I am not the only saint who has to complain of weakness of faith.
If David doubted, I need not conclude that I am no Christian because I have doubts. The text reminds me that David was not content while he had doubts and fears, but he repaired at once to the mercy-seat to pray for assurance; for he valued it as much fine gold.
I too must labour after an abiding sense of my acceptance in the Beloved, and must have no joy when his love is not shed abroad in my soul. When my Bridegroom is gone from me, my soul must and will fast.
I learn also that David knew where to obtain full assurance. He went to his God in prayer, crying, “Say unto my soul I am thy salvation.” I must be much alone with God if I would have a clear sense of Jesus’ love.
Let my prayers cease, and my eye of faith will grow dim. Much in prayer, much in heaven; slow in prayer, slow in progress. I notice that David would not be satisfied unless his assurance had a divine source.
“Say unto my soul.” Lord, do thou say it! Nothing short of a divine testimony in the soul will ever content the true Christian. Moreover, David could not rest unless his assurance had a vivid personality about it.
“Say unto my soul, I am thy salvation.” Lord, if thou shouldst say this to all the saints, it were nothing, unless thou shouldst say it to me. Lord, I have sinned; I deserve not thy smile; I scarcely dare to ask it; but oh! say to my soul, even to my soul, “I am thy salvation.”
Let me have a present, personal, infallible, indisputable sense that I am thine, and that thou art mine.
《Morning By Morning》Mar 6
《am Morgen》6. März
„Lass dich's nicht wundern, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden." Johannes 3,7
Wiedergeburt ist eine Sache, die mit zu den Grundlagen des Heils gehört. Und wir sollten dem gewissenhaft Sorgfalt schenken, dass wir wirklich „von neuem geboren" sind. Denn es gibt viele, die sich einbilden, sie seien wiedergeboren, sind es aber nicht. Sei versichert, dass der Name eines Christen nicht das Wesen des wahren Christen ausmacht und dass es nicht den geringsten Wert hat, in einem christ-lichen Land geboren zu sein und für einen Bekenner der christlichen Religion angesehen zu werden, wenn nicht noch mehr hinzukommt. Das „von neuem geboren werden" ist etwas so Geheimnisvolles, dass menschliche Worte es nicht beschreiben können. „Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist." Dennoch ist es eine Veränderung, welche erkannt und gefühlt wird: erkannt an den Werken der Heiligung und gefühlt durch die innere Erfahrung der Gnade. Dieses große Werk ist ein übernatürliches. Es ist keine Wirkung, die ein Mensch aus sich selbst heraus tut. Ein neues Prinzip kommt in den Menschen, arbeitet an seinem Herzen, erneuert die Seele und beeinflusst den gesamten Menschen. Es ist nicht eine Veränderung meines Namens, sondern eine Erneuerung meines Wesens, so dass ich nicht mehr derselbe Mensch bin, der ich gewesen bin, sondern ein neuer Mensch in Chris-tus Jesus. Einen Leichnam waschen und einkleiden ist etwas anderes als ihn lebendig machen; das eine kann der Mensch tun, das andere nur Gott allein. Wenn du „von neuem geboren" bist, dann lautet dein Bekenntnis: „O Herr Jesus, Ewig-Vater, Du hast mich geistlich gebo-ren. Wenn nicht Dein Geist mir den Odem eines neuen, heiligen und geistlichen Lebens eingehaucht hätte, so wäre ich bis zu dieser Stun-de „tot in Übertretung und Sünden" geblieben. Mein himmlisches Leben stammt ganz von Dir ab, Dir verdanke ich es. „Mein Leben ist verborgen mit Christus in Gott." So lebe nun nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir." Möge uns Gott zur festen Gewissheit in diesem wichtigen Punkt verhelfen, denn nicht wiedergeboren sein heißt: nicht errettet, unversöhnt, ohne Gott und ohne Hoffnung.
《Morning By Morning》March 6
“Marvel not that I said unto thee, Ye must be born again.”— John 3:7
Regeneration is a subject which lies at the very basis of salvation, and we should be very diligent to take heed that we really are “born again,” for there are many who fancy they are, who are not.
Be assured that the name of a Christian is not the nature of a Christian; and that being born in a Christian land, and being recognized as professing the Christian religion is of no avail whatever, unless there be something more added to it—the being “born again,” is a matter so mysterious, that human words cannot describe it.
“The wind bloweth where it listeth, and thou hearest the sound thereof, but canst not tell whence it cometh, and whither it goeth: so is every one that is born of the Spirit.” Nevertheless, it is a change which is known and felt: known by works of holiness, and felt by a gracious experience.
This great work is supernatural. It is not an operation which a man performs for himself: a new principle is infused, which works in the heart, renews the soul, and affects the entire man. It is not a change of my name, but a renewal of my nature, so that I am not the man I used to be, but a new man in Christ Jesus.
To wash and dress a corpse is a far different thing from making it alive: man can do the one, God alone can do the other. If you have then, been “born again,” your acknowledgment will be, “O Lord Jesus, the everlasting Father, thou art my spiritual Parent; unless thy Spirit had breathed into me the breath of a new, holy and spiritual life, I had been to this day dead in trespasses and sins. My heavenly life is wholly derived from thee, to thee I ascribe it. My life is hid with Christ in God. It is no longer I who live, but Christ who liveth in me.”
May the Lord enable us to be well assured on this vital point, for to be unregenerate is to be unsaved, unpardoned, without God, and without hope.
《am Abend》6. März
"Vor dem Sturz ist das Herz eines Mannes stolz; und ehe man zu Ehren kommt, muss man demütig sein" Sprüche 18,12
Schon die Alten sagten: „Der Schatten kommt vor der Tat.“ Der Verfasser der Sprüche Salomos weist darauf hin, dass Hochmut der Vorbote der Sünde ist. Hochmut ist wahrlich ein Zeichen des Verderbens. Als David sich für groß hielt, war das das Ende seines Ruhms, was zu seiner Selbstverachtung führte (siehe 2. Samuel 24,10). Nebukadnezar, der große Erbauer Babylons, wurde zu einem Mann, der auf dem Boden kroch und Gras fraß wie ein Ochse (siehe Daniel 4,33). Hochmut verwandelt einen prahlerischen Menschen in ein Tier, so wie er einen Engel in einen Teufel verwandelt. Gott verabscheut Hochmut; er wird sie Demut lehren. Alle Pfeile Gottes zielen auf ein stolzes Herz. Ist dein Herz heute Abend hochmütig? Hochmut dringt in das Herz eines Sünders ein, und er kann auch in das Herz eines Christen eindringen. Es kann täuschen und einen in den Traum versetzen, man sei „reich, habe Besitz und habe keinen Mangel“ (Offenbarung 3,17). Bist du stolz auf deine Gaben und Talente? Bist du stolz auf dein frommes Äußeres und deine schönen Erlebnisse? Auch dich kann das Verderben ereilen. Dein Stolz wird entwurzelt, deine Gaben werden in der Hitze verdorren und deine Selbstzufriedenheit wird zu Heu auf dem Misthaufen. Wenn wir vergessen, in tiefster Demut am Fuße des Kreuzes zu leben, wird Gott nicht vergessen, uns mit seinem Stab zu lehren, uns leiden zu lassen.. Stolzer Gläubiger, Verderben wird dich ereilen! Auch wenn deine Seele noch nicht verdorben ist, werden deine Freude und dein Wohlbefinden zerstört werden. Deshalb: „Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn!“ (1. Korinther 1,31).
《am Abend》6. März - andere Version mit anderem Text
《am Abend》6. März
„Bleibet in mir und ich in euch. Gleichwie die Rebe kann keine Frucht bringen von ihr selber, sie bleibe denn am Weinstock, also auch ihr nicht, ihr bleibet denn in mir." Johannes 15,4
Die Verbindung mit dem Heiland ist das sicherste Heilmittel gegen alle Übel; sei es die Trübsal des Leidens oder der Ekel und der Überdruss an der Lust der Welt. Die innige Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus vertreibt alle Bitterkeit bei dem einen und die krankhafte Übersättigung bei dem anderen. Bleibe in der Nähe deines Erlösers, lieber Christ, so ist es ganz gleichgültig, ob du auf den Hochplateaus der Ehre oder in den Tälern der Erniedrigung wandelst. Bist du deinem Herrn Jesus nahe, so bist du von den Fittichen Gottes bedeckt und dich tragen und heben Seine ewigen Arme. Lass dich durch nichts von diesem geheiligten Kontakt abhalten, denn darin liegt das aus-erwählte Vorrecht einer Seele, die dem teuer Geliebten vertraut ist. Begnüge dich nicht damit, dass du von Zeit zu Zeit einmal Sein Antlitz suchst, sondern schließe dich Ihm gänzlich an und bleibe in Seiner Nähe, denn nur in Seiner Gegenwart genießt du Trost und Zuversicht.
Der Herr Jesus darf uns nicht ein Freund bleiben, der uns hier und da besucht, sondern wir müssen stets mit Ihm gehen auf allen unseren Wegen. Du hast einen schweren Weg vor dir: Siehe zu, lieber Himmelsbürger, dass du ihn nicht ohne deinen Führer unternimmst.
Du musst durch den glühenden Feuerofen gehen. Gehe nicht hinein, ehe du nicht, wie Sadrach, Mesach und Abed-Nego, den Sohn Gottes als Gefährten bei dir hast. Du musst das Jericho deines Sündenelends einnehmen. Unternimm den Kampf nicht mit dem bloßen Schwert in der Hand, bis dass du, wie einst Josua, den Fürsten über das Heer des Herrn gesehen hast. Du musst dem Esau deiner tausendfachen Versuchungen entgegengehen. Begegne ihm nicht allein, es sei denn, du hast am Ufer des Jabbok mit dem Engel Gottes gerungen und ihn überwältigt. In jeder Lage, bei jeder Gelegenheit hast du deinen Jesus nötig, am meisten aber, wenn sich dir einst die ehernen Tore des Todes öffnen. Halte dich fest an dem Bräutigam deiner Seele, lehne dein Haupt an Seine Brust und begehre erquickt zu werden mit dem gewürzten Wein Seiner Granatäpfel, so wird Er dich zuletzt untadelig vorfinden, ohne Runzel oder Flecken oder sonst etwas. Hast du hier in Ihm gelebt, so wirst du ewig bei Ihm bleiben.
„Weil Du bist mein, und ich bin Dein, hoff' ich Dein Erbe dort zu sein."
《Evening by Evening》March 6
“Before destruction the heart of man is haughty, and before honour is humility.”— Proverbs 18:12
It is an old and common saying, that “coming events cast their shadows before them;” the wise man teaches us that a haughty heart is the prophetic prelude of evil. Pride is as safely the sign of destruction as the change of mercury in the weather-glass is the sign of rain; and far more infallibly so than that.
When men have ridden the high horse, destruction has always overtaken them. Let David’s aching heart show that there is an eclipse of a man’s glory when he dotes upon his own greatness. 2 Sam. 24:10.
See Nebuchadnezzar, the mighty builder of Babylon, creeping on the earth, devouring grass like oxen, until his nails had grown like bird’s claws, and his hair like eagle’s feathers. Dan. 4:33. Pride made the boaster a beast, as once before it made an angel a devil.
God hates high looks, and never fails to bring them down. All the arrows of God are aimed at proud hearts. O Christian, is thine heart haughty this evening? For pride can get into the Christian’s heart as well as into the sinner’s; it can delude him into dreaming that he is “rich and increased in goods, and hath need of nothing.”
Art thou glorying in thy graces or thy talents? Art thou proud of thyself, that thou hast had holy frames and sweet experiences? Mark thee, reader, there is a destruction coming to thee also. Thy flaunting poppies of self-conceit will be pulled up by the roots, thy mushroom graces will wither in the burning heat, and thy self-sufficiency shall become as straw for the dunghill.
If we forget to live at the foot of the cross in deepest lowliness of spirit, God will not forget to make us smart under his rod. A destruction will come to thee, O unduly exalted believer, the destruction of thy joys and of thy comforts, though there can be no destruction of thy soul.
Wherefore, “He that glorieth, let him glory in the Lord.”
Blessed Is He That Is Trusting the Lord
Use for《Evening by Evening》Mar 7
《am Morgen》7. März
„Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt Glauben an Gott." Markus 11,22
Glaube ist der Fuß der Seele, mit dem sie auf der Straße der Gebote gehen kann. Die Liebe kann die Füße zum rascheren Gang antreiben, der Glaube aber ist der Fuß, der die Seele trägt. Der Glaube ist das Öl, durch welches die Räder heiliger Andacht und ernster Frömmigkeit leichter in Gang gehalten werden. Ohne Glauben stürzen die Räder vom Wagen und wir schleppen schwer am Geschirr. Durch den Glauben vermag ich alles, aber ohne Glauben habe ich weder Lust noch Kraft, irgendetwas im Dienste des Herrn auszurichten. Willst du den Menschen finden, der Gott am besten dient, so musst du nach dem Menschen schauen, der den meisten Glauben hat. Ein kleiner Glaube macht den Menschen auch selig, aber ein kleiner Glaube kann für Gott nichts Großes ausrichten. Der gute Meister „Kleinglau-be" hätte den „Apollyon" nicht überwunden; das musste „Christ" un-ternehmen. Der gute „Kleinglaube" hätte den Riesen „Verzweiflung" nicht zu töten vermocht; es erforderte den Arm des „Groß-Herz", um dieses Ungeheuer niederzukämpfen. Ein kleiner Glaube kommt ohne allen Zweifel auch in den Himmel, aber er muss sich oft in eine Nussschale flüchten und verliert oft fast all seinen Schmuck. Meister „Kleinglaube" spricht: „Es ist ein rauer Pfad, voll stacheliger Dornen und voller Gefahren; ich fürchte mich, ihn unter die Füße zu neh-men"; aber der Held „Starker Glaube" erinnert an die Verheißung: „Eisen und Erz sei an deinen Schuhen; dein Alter sei wie deine Ju-gend"; und so wagt er es kühn. Der „Kleinglaube" steht verzweifelnd da und vermengt seine Tränen mit der Flut; aber „Starker Glaube" singt: „So du durchs Wasser gehst, will ich bei dir sein, dass dich die Ströme nicht sollen ersäufen", und schreitet sogleich durch die Wo-gen der Tiefe. Willst du fröhlich und selig sein? Willst du dich über deine Frömmigkeit freuen? Willst du eine Gottesfurcht voller Liebe und Wonne, und nicht eine solche, die im düsteren Grau des Grams einhergeht? Dann „habe Glauben an Gott"! Liebst du das Dunkel und gefällst du dir im Jammer und Elend, dann begnüge dich mit einem kleinen Glauben. Liebst du aber den Sonnenschein und möchtest du gern Lieder der Freude anstimmen, dann pflege eifrig diese beste aller Gaben: „Starker Glaube".
„Glaube ist allmächtig,
wirket Gottes-Kräfte,
Lob und Preis ist sein Geschäfte."
《Morning By Morning》March 7
“And Jesus answering saith unto them, Have faith in God.”— Mark 11:22
Faith is the foot of the soul by which it can march along the road of the commandments. Love can make the feet move more swiftly; but faith is the foot which carries the soul.
Faith is the oil enabling the wheels of holy devotion and of earnest piety to move well; and without faith the wheels are taken from the chariot, and we drag heavily. With faith I can do all things; without faith I shall neither have the inclination nor the power to do anything in the service of God.
If you would find the men who serve God the best, you must look for the men of the most faith. Little faith will save a man, but little faith cannot do great things for God. Poor Little-faith could not have fought “Apollyon;” it needed “Christian” to do that.
Poor Little-faith could not have slain “Giant Despair;” it required “Great-heart’s” arm to knock that monster down. Little faith will go to heaven most certainly, but it often has to hide itself in a nut-shell, and it frequently loses all but its jewels.
Little-faith says, “It is a rough road, beset with sharp thorns, and full of dangers; I am afraid to go;” but Great-faith remembers the promise, “Thy shoes shall be iron and brass; as thy days, so shall thy strength be:” and so she boldly ventures.
Little-faith stands desponding, mingling her tears with the flood; but Great-faith sings, “When thou passest through the waters, I will be with thee; and through the rivers, they shall not overflow thee:” and she fords the stream at once.
Would you be comfortable and happy? Would you enjoy religion? Would you have the religion of cheerfulness and not that of gloom? Then “have faith in God.” If you love darkness, and are satisfied to dwell in gloom and misery, then be content with little faith; but if you love the sunshine, and would sing songs of rejoicing, covet earnestly this best gift, “great faith.”
《am Abend》7. März
„Es ist gut, auf den HERRN zu vertrauen, und nicht sich verlassen auf Menschen." Psalm 118,8
Ohne Zweifel bist du schon in die Versuchung geraten, dich auf das Sichtbare zu verlassen, statt dein Vertrauen und deine Zuversicht ganz allein auf den unsichtbaren Gott zu setzen. Christen suchen oft bei Menschen Hilfe und Rat und verunzieren die edle Schlichtheit ihres Vertrauens auf Gott. Wenn unsere heutige Schriftstelle einem Kind Gottes unter die Augen kommen sollte, das sich über das Zeitliche ängstigt, dann möchten wir gern ein kurzes Wort mit ihm dar-über reden. Du glaubst an den Herrn Jesus und setzt wegen deiner Seligkeit dein ganzes Vertrauen auf Ihn allein. Nun, was ängstigst du dich denn noch? „Wegen meiner schweren Sorgen." Steht denn nicht geschrieben: „Wirf dein Anliegen auf den Herrn?" und „Sorget nichts, sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden."? Kannst du Gott nicht dein Zeitliches anvertrauen? „Ach, ich wünschte, es wäre mir möglich." Wenn du aber um deine zeitlichen Anliegen keine Zuversicht zu Gott gewinnen kannst, wie magst du Ihm dein geistliches Heil anvertrauen? Kannst du auf Ihn bauen, wenn es sich um deine Seelenrettung handelt, wie kannst du Ihm nicht auch das Geringere zutrauen? Genügt dir der allmächtige Gott nicht für deine Bedürfnisse oder ist Sein Allvermögen zu gering für all deine Wünsche? Verlangst du noch ein anderes Auge außer dem, das alle Geheimnisse sieht und durchforscht? Ist Sein Herz hart? Ist Sein Arm müde? Wenn das so ist, ja dann suche dir einen anderen Gott. Wenn Er aber unendlich, allmächtig, wahrhaft, treu, allwissend und vollkommen gütig ist, was spähst du denn so lange umher und suchst eine andere Zuflucht? Warum durchwühlst und durchsuchst du die Erde nach einem an-deren Grund, wenn dieser Grund fest genug ist um die ganze Wucht zu tragen, die du darauf türmen kannst? Lieber Christ, vermische deinen Wein nicht mit Wasser, löte das Gold deines Glaubens nicht mit den Schlacken des Menschenvertrauens zusammen. Harre auf Gott und lass Ihn deine Hoffnung sein. Beneide Jona nicht um seinen Rizinusstrauch, sondern vertraue auf seinen Gott. Lass die Toren ihr Haus auf den Sand irdischen Vertrauens gründen, du aber baue eine sichere Wohnung auf den Fels der Zeiten.
《Evening by Evening》March 7
“It is better to trust in the LORD than to put confidence in man.”— Psalm 118:8
Doubtless the reader has been tried with the temptation to rely upon the things which are seen, instead of resting alone upon the invisible God. Christians often look to man for help and counsel, and mar the noble simplicity of their reliance upon their God.
Does this evening’s portion meet the eye of a child of God anxious about temporals, then would we reason with him awhile. You trust in Jesus, and only in Jesus, for your salvation, then why are you troubled? “Because of my great care.”
Is it not written, “Cast thy burden upon the Lord”? “Be careful for nothing, but in everything by prayer and supplication make known your wants unto God.” Cannot you trust God for temporals? “Ah! I wish I could.”
If you cannot trust God for temporals, how dare you trust him for spirituals? Can you trust him for your soul’s redemption, and not rely upon him for a few lesser mercies? Is not God enough for thy need, or is his all-sufficiency too narrow for thy wants?
Dost thou want another eye beside that of him who sees every secret thing? Is his heart faint? Is his arm weary? If so, seek another God; but if he be infinite, omnipotent, faithful, true and all-wise, why gaddest thou abroad so much to seek another confidence?
Why dost thou rake the earth to find another foundation, when this is strong enough to bear all the weight which thou canst ever build thereon? Christian, mix not only thy wine with water, do not alloy thy gold of faith with the dross of human confidence.
Wait thou only upon God, and let thine expectation be from him. Covet not Jonah’s gourd, but rest in Jonah’s God. Let the sandy foundations of terrestrial trust be the choice of fools, but do thou, like one who foresees the storm, build for thyself an abiding place upon the Rock of Ages.
《am Morgen》8. März
und dass wir durch viel Trübsale müssen in das Reich Gottes gehen." Apostelgeschichte 14,22
Gottes Kinder werden geprüft. Es war nie Gottes Absicht, dass Seine Auserwählten niemals geprüft werden sollten. Sie wurden im Ofen des Elends erwählt und nicht zur irdischer Freude und zum Frieden, den die Welt gibt. Freiheit von Krankheit und von den Lei-den des sterblichen Leibes war ihnen nie verheißen. Als der Herr den Brief ihrer Vorrechte niederschrieb, schloss Er unter den Gütern, die sie als Erben unfehlbar ererben sollten, Züchtigungen ein. Prüfun-gen sind ein Teil unseres Erbes, die in Christi letztem Willen auf uns bestätigt wurden. So gewiss, wie die Sterne von Seiner Hand gebil-det und ihre Bahnen von Ihm vorgezeichnet sind, so gewiss sind uns unsere Prüfungen zugeteilt. Er hat ihre Zeit und ihren Ort bestimmt, ihre Größe und die Wirkung, die sie auf uns ausüben sollen. Gute Menschen sollen nie erwarten, dass sie von der Trübsal entbunden werden. Täten sie es, so würden sie sich getäuscht finden, denn kei-ner ihrer Vorläufer ist hierin verschont geblieben. Merkt auf die Ge-duld Hiobs; denkt an Abraham, denn er wurde versucht und ist durch seinen Glauben unter viel Trübsal „ein Vater der Gläubigen" gewor-den. Achtet wohl auf das Leben aller Erzväter, Propheten, Apostel und Märtyrer und ihr werdet feststellen, dass keiner von allen, die Gott zu Gefäßen Seiner Gnade erwählt hat, verschont blieb von der Läuterung im Ofen des Elends. Es ist von alters her so verordnet, dass das Kreuz der Trübsal in jedes Gefäß der Gnade eingebrannt werden muss, als das königliche Wappen, womit die Ehrengefäße des Königs ausgezeichnet werden. Aber wenngleich Trübsal der Pfad der Kinder Gottes ist, so bleibt ihnen dennoch der Trost der Erkenntnis, dass ihr Meister ihnen vorangegangen ist auf diesem Pfad. Seine Gegen-wart und Barmherzigkeit erquicken sie, Seine Gnade trägt sie und Sein Beispiel lehrt sie dulden und tragen. Und wenn sie „das Reich" ererben, so werden sie mehr als bloß entschädigt werden für so „viel Trübsale", durch welche sie hindurchgehen mussten, um dort einzu-treten.
„Zu des Himmels höchsten Freuden geh'n wir ein durch Schmerz und Leiden."
《Morning By Morning》March 8
“Confirming the souls of the disciples, and exhorting them to continue in the faith, and that we must through much tribulation enter into the kingdom of God.”— Acts 14:22
God’s people have their trials. It was never designed by God, when he chose his people, that they should be an untried people. They were chosen in the furnace of affliction; they were never chosen to worldly peace and earthly joy.
Freedom from sickness and the pains of mortality was never promised them; but when their Lord drew up the charter of privileges, he included chastisements amongst the things to which they should inevitably be heirs.
Trials are a part of our lot; they were predestinated for us in Christ’s last legacy. So surely as the stars are fashioned by his hands, and their orbits fixed by him, so surely are our trials allotted to us: he has ordained their season and their place, their intensity and the effect they shall have upon us.
Good men must never expect to escape troubles; if they do, they will be disappointed, for none of their predecessors have been without them. Mark the patience of Job; remember Abraham, for he had his trials, and by his faith under them, he became the “Father of the faithful.”
Note well the biographies of all the patriarchs, prophets, apostles and martyrs, and you shall discover none of those whom God made vessels of mercy, who were not made to pass through the fire of affliction.
It is ordained of old that the cross of trouble should be engraved on every vessel of mercy, as the royal mark whereby the King’s vessels of honour are distinguished.
But although tribulation is thus the path of God’s children, they have the comfort of knowing that their Master has traversed it before them; they have his presence and sympathy to cheer them, his grace to support them, and his example to teach them how to endure; and when they reach “the kingdom,” it will more than make amends for the “much tribulation” through which they passed to enter it.
《am Abend》8. März
„Da ihr aber die Seele ausging, dass sie sterben musste, hieß sie ihn Ben-Oni (Sohn der Schmerzen); aber sein Vater hieß ihn BenJamin (Sohn meiner Rechten)." 1. Mose 35,18
Jedes Ding hat seine Licht- und seine Schattenseite. Rahel wurde überwältigt von den Schmerzen der Geburt und des Todes. Jakob beweinte den Verlust der Mutter, aber er sah in der Geburt des Kin-des eine große Gnade. Wohl uns, wenn unser Glaube an die Treue und Wahrhaftigkeit Gottes den Sieg davonträgt, während das Fleisch über Trübsale trauert. Simsons Löwe gab ihm Honig, und so geht es uns auch mit unseren Widerwärtigkeiten, wenn wir sie richtig auf-fassen. Das stürmische Meer ernährt Völker mit seinen Fischen. Der wilde Wald erblüht von tausend herrlichen Blumen. Der ungestüme Wind weht den Gifthauch der Pest von dannen. Der scharfe Frost des Winters lockert den Boden. Dunkle Wolken tragen glänzende Tropfen und die schwarze Erde nährt die fröhlichsten Blütenteppiche. Eine edle Ader des Guten findet sich in jedem tiefen Schacht des Bösen.
Traurige Herzen haben einen besonderen Scharfblick, um den unvorteilhaftesten Gesichtspunkt ausfindig zu machen, aus dem sie eine Trübsal betrachten können. Gäbe es auch nur einen einzigen Sumpf in der Welt, so wären sie dennoch bald bis zum Nacken darin versunken. Und schweifte nur ein einziger Löwe durch die Wüste, so würden sie ihn brüllen hören. Wir alle leiden an dieser unseligen Torheit, und zuweilen möchten wir mit Jakob ausrufen: „Es geht alles über mich." Des Glaubens Gang ist der, dass wir all unser Anliegen auf den Herrn werfen und dann aus dem schlimmsten Unglück Gutes hoffen. Wie die Männer Gideons erschrickt er nicht über die zerbrochenen Krüge, sondern freut sich, dass nun die Fackeln umso stärker flammen. Aus der rauen Austernschale des Unglücks holt er die seltene Perle der Ehre und aus den tiefen Meereshöhlen der Traurigkeit hebt er die unschätzbare Koralle der Erfahrung. Wenn die Flut des Wohlergehens zurückweicht und die Ebbe folgt, dann findet er im Sand geheime Schätze, und wenn ihm die Sonne der Freude unter-geht, so richtet er das Fernrohr der Hoffnung auf die strahlenden Verheißungssterne des Himmels. Ja, wenn der Tod selber erscheint, so weist der Glaube auf die Leuchte der Auferstehung über dem Grab hin und verwandelt so unseren sterbenden „Ben-Oni" in einen lebendigen „BenJamin".
《Evening by Evening》March 8
“And it came to pass, as her soul was in departing, (for she died) that she called his name Benoni: but his father called him Benjamin.”— Genesis 35:18
To every matter there is a bright as well as a dark side. Rachel was overwhelmed with the sorrow of her own travail and death; Jacob, though weeping the mother’s loss, could see the mercy of the child’s birth.
It is well for us if, while the flesh mourns over trials, our faith triumphs in divine faithfulness. Samson’s lion yielded honey, and so will our adversities, if rightly considered. The stormy sea feeds multitudes with its fishes; the wild wood blooms with beauteous flowerets; the stormy wind sweeps away the pestilence, and the biting frost loosens the soil.
Dark clouds distil bright drops, and black earth grows gay flowers. A vein of good is to be found in every mine of evil. Sad hearts have peculiar skill in discovering the most disadvantageous point of view from which to gaze upon a trial; if there were only one slough in the world, they would soon be up to their necks in it, and if there were only one lion in the desert they would hear it roar.
About us all there is a tinge of this wretched folly, and we are apt, at times, like Jacob, to cry, “All these things are against me.” Faith’s way of walking is to cast all care upon the Lord, and then to anticipate good results from the worst calamities.
Like Gideon’s men, she does not fret over the broken pitcher, but rejoices that the lamp blazes forth the more. Out of the rough oyster-shell of difficulty she extracts the rare pearl of honour, and from the deep ocean-caves of distress she uplifts the priceless coral of experience.
When her flood of prosperity ebbs, she finds treasures hid in the sands; and when her sun of delight goes down, she turns her telescope of hope to the starry promises of heaven. When death itself appears, faith points to the light of resurrection beyond the grave, thus making our dying Ben-oni to be our living Benjamin.