《am Morgen》1. Juli
„Zu der Zeit werden lebendige Wasser aus Jerusalem fließen, die Hälfte zum Meer gegen Morgen und die andere Hälfte zum Meer gegen Abend; und es wird währen des Sommers und des Winters." Sacharja 14,8
Die Ströme lebendigen Wassers, die „aus Jerusalem fließen", wer-den von der sengenden Hitze des schwülen Hochsommers genauso wenig ausgetrocknet, wie sie durch den eisigen Frost der schneidenden Winterstürme zum Erstarren gebracht werden. Freue dich, o meine Seele, dass du von der Treue des Herrn zeugen darfst. Die Jahreszeiten wechseln, du bist so wechselhaft wie sie, aber dein Herr bleibt allezeit derselbe, und die Ströme Seiner Liebe sind so tief, so breit und so gefüllt wie sonst keine. Die sengende Glut der täglichen Sorgen und die brennende Hitze schwerer Heimsuchungen treiben mich in die kühlenden Fluten des Stromes Seiner Gnade, um Erquickung zu finden. Ich eile hin und lasse mich vom Weltgetümmel und vom Schlamm der Trübsal nicht aufhalten. Ich trinke mich an dem unerschöpflichen Brunnen satt, denn er spendet seine kristallenen Wellen im Sommer wie im Winter. Hochgelobt sei der Name des Herrn! Elia erfuhr, dass der Bach Krith vertrocknete, aber Jahwe blieb auch da der Gott der Fügung. Hiob sprach: „Meine Brüder gehen verächtlich vor mir vorüber, wie die Wasserströme vorüberfließen", aber in seinem Gott fand er einen überfließenden Strom der Erquickung. Der Nil ist die Zuversicht und Hoffnung Ägyptens, aber seine Gewässer verändern sich. Unser Herr aber bleibt derselbe in alle Ewigkeit. Cyrus leitete den Strom des Euphrats ab und gewann die Stadt Babylon. Aber keine Macht noch Gewalt, ob sie nun von der Erde oder aus der Hölle stammt, vermag den Strom der göttlichen Gnade umzuleiten. Das Bett der Ströme uralter menschlicher Weisheit und Macht ist längst vertrocknet und verödet, aber die ewigen Ströme, die an den Bergen der göttlichen Allmacht und der unendlichen Liebe entspringen, werden allezeit bis zum Rand gefüllt bleiben. Geschlechter welken dahin, aber die Wogen der Gnade bleiben in allen Zeiten ununterbrochen. Menschen kommen und Menschen gehen, doch Gottes Barmherzigkeit fließt stetig fort. Wie selig musst du sein, meine Seele, dass du an solchen frischen Wassern entlang geleitet wirst! Schweife nie zu anderen Strömen, sonst wirst du des Herrn Strafwort vernehmen: „Was hilft's dir, dass du nach Ägypten ziehst und willst vom Wasser Sihor trinken? Und was hilft's dir, dass du nach Assyrien ziehst und willst vom Wasser des Euphrat trinken? Es ist deiner Bosheit Schuld, dass du so gestäupt wirst, und deines Ungehorsams, dass du so gestraft wirst. Also musst du innewerden und erfahren, was es für Jammer und Herzeleid bringt, den HERRN, deinen Gott, verlassen und ihn nicht fürchten, spricht der Herr, HERR Zebaoth" (Jeremia 2,18f).
《Morning By Morning》July 1
“And it shall be in that day, that living waters shall go out from Jerusalem; half of them toward the former sea, and half of them toward the hinder sea: in summer and in winter shall it be.”— Zechariah 14:8
The streams of living water which flow from Jerusalem are not dried up by the parching heats of sultry midsummer any more than they were frozen by the cold winds of blustering winter.
Rejoice, O my soul, that thou art spared to testify of the faithfulness of the Lord. The seasons change and thou changest, but thy Lord abides evermore the same, and the streams of his love are as deep, as broad and as full as ever.
The heats of business cares and scorching trials make me need the cooling influences of the river of His grace; I may go at once and drink to the full from the inexhaustible fountain, for in summer and in winter it pours forth its flood.
The upper springs are never scanty, and blessed be the name of the Lord, the nether springs cannot fail either. Elijah found Cherith dry up, but Jehovah was still the same God of providence. Job said his brethren were like deceitful brooks, but he found his God an overflowing river of consolation.
The Nile is the great confidence of Egypt, but its floods are variable; our Lord is evermore the same. By turning the course of the Euphrates, Cyrus took the city of Babylon, but no power, human or infernal, can divert the current of divine grace.
The tracks of ancient rivers have been found all dry and desolate, but the streams which take their rise on the mountains of divine sovereignty and infinite love shall ever be full to the brim. Generations melt away, but the course of grace is unaltered.
The river of God may sing with greater truth than the brook in the poem—
“Men may come, and men may go,
But I go on forever.”
How happy art thou, my soul, to be led beside such still waters! never wander to other streams, lest thou hear the Lord’s rebuke, “What hast thou to do in the way of Egypt to drink of the muddy river?”
《am Abend》1. Juli
„Und sie hörten die Stimme Gottes des HERRN, der im Garten ging, da der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seinem Weibe vor dem Angesicht Gottes des HERRN unter die Bäume im Garten." 1. Mose 3,8
Meine Seele, wenn der Tag zu Ende geht, so komm zur Ruhe und höre auf die Stimme deines Gottes. Er ist immer bereit mit dir zu reden, wenn du bereit bist, auf Ihn zu hören. Wenn dein Umgang mit Ihm ins Stocken geraten ist, so liegt der Fehler nicht bei Ihm, sondern ganz und gar nur bei dir! Denn Er steht vor der Tür und klopft an und wenn die Seinen Ihm öffnen wollen, so geht Er mit Freuden zu ihnen ein. Aber in welchem Zustand befindet sich mein Herz, der Garten meines Herrn? Darf ich hoffen, dass er wohl gepflegt und begossen ist und Frucht bringt, wie es Ihm gefällt? Wenn nicht, dann hat Er viel zu tadeln. Dennoch bitte ich Ihn, zu mir zu kommen. Denn nichts kann mein Herz in einen guten Zustand bringen, als die Gegenwart der Sonne der Gerechtigkeit, die mit ihren Strahlen das Heil bringt. Darum komm, o Herr, mein Gott: Meine Seele lädt Dich herzlich ein und harrt sehnsüchtig auf Dich. Komm zu mir, o Jesus, mein Vielgeliebter, und pflanze frische Blumen in meinen Garten, wie ich sie in größter Vollkommenheit in Deinem unvergleichlichen Gemüt blühen sehe! Komm, o mein Vater, der Du der rechte Gärtner bist, und wirke in mir nach Deiner Liebe und Weisheit! Komm, o Heiliger Geist, und besprenge mein ganzes Wesen mit Deinem Tau, gleichwie die Kräuter von der Abendfeuchte benetzt werden. O dass Gott mit mir redete! Rede, Herr, denn Dein Knecht hört! Ach dass Er doch mit mir wandelte. Ich bin bereit, Ihm mein ganzes Herz und Gemüt hinzugeben, und jeder abtrünnige Gedanke ist verbannt. Ich frage nur nach dem, was Er mir gern gibt. Ich weiß gewiss, dass Er sich zu mir her-ablässt und mir Seinen Heiligen Geist zum ewigen Eigentum schenkt. Wie lieblich ist die Kühle der Abenddämmerung, wenn jeder Stern wie ein Auge vom Himmel herunterblickt und die kühlen Lüfte wie der Odem himmlischer Liebe sind. Mein Vater, mein erstgeborener Bruder, mein sanfter Tröster redet mit mir in Freundlichkeit und Liebe, denn Du, dreieiniger Gott, hast mir das Ohr geöffnet und ich lehne mich nicht gegen Dich auf. Du hast mich gerufen und ich eile in Deine selige Nähe.
《Evening by Evening》July 1
“And they heard the voice of the LORD God walking in the garden in the cool of the day: and Adam and his wife hid themselves from the presence of the LORD God amongst the trees of the garden.”— Genesis 3:8
My soul, now that the cool of the day has come, retire awhile and hearken to the voice of thy God. He is always ready to speak with thee when thou art prepared to hear.
If there be any slowness to commune it is not on his part, but altogether on thine own, for he stands at the door and knocks, and if his people will but open he rejoices to enter. But in what state is my heart, which is my Lord’s garden?
May I venture to hope that it is well trimmed and watered, and is bringing forth fruit fit for him? If not, he will have much to reprove, but still I pray him to come unto me, for nothing can so certainly bring my heart into a right condition as the presence of the Sun of Righteousness, who brings healing in his wings.
Come, therefore, O Lord, my God, my soul invites thee earnestly, and waits for thee eagerly. Come to me, O Jesus, my well-beloved, and plant fresh flowers in my garden, such as I see blooming in such perfection in thy matchless character!
Come, O my Father, who art the Husbandman, and deal with me in thy tenderness and prudence! Come, O Holy Spirit, and bedew my whole nature, as the herbs are now moistened with the evening dews. O that God would speak to me.
Speak, Lord, for thy servant heareth! O that he would walk with me; I am ready to give up my whole heart and mind to him, and every other thought is hushed. I am only asking what he delights to give.
I am sure that he will condescend to have fellowship with me, for he has given me his Holy Spirit to abide with me forever. Sweet is the cool twilight, when every star seems like the eye of heaven, and the cool wind is as the breath of celestial love.
My Father, my elder Brother, my sweet Comforter, speak now in lovingkindness, for thou hast opened mine ear and I am not rebellious.
《am Morgen》2. Juli
„Denn unser Herz freut sich seiner, und wir trauen auf seinen heiligen Namen." Psalm 33,21
Es ist so ein Segen, dass sich Christen auch im tiefsten Elend und im größten Unglück freuen können. Obwohl sie Trübsal umgibt, sin-gen sie. Sie singen so schön, wie manche Vögel im Käfig. Auch wenn die Wellen immer höher und höher schlagen und hoch über ihrem Haupt brausen, steigt dennoch ihre Seele bald an die Oberfläche und schaut das Sonnenlicht vom Angesicht Gottes. Sie haben einen Rettungsgurt bei sich, der ihr Haupt allezeit über Wasser hält und sie trägt, damit sie mitten im Schrecken des Sturmes singen können: „Du, Gott, bist noch bei mir." Wem gebührt nun die Ehre? Wem anderes als Jesus, denn alles kommt von Jesus. Trübsal bringt nicht zwangs-läufig auch Trost für den Gläubigen. Aber die Gegenwart des Gottessohnes, der bei ihm im Feuerofen steht, erfüllt sein Herz mit Freude. Er ist krank und leidend, aber Jesus besucht ihn und erquickt ihn auf seinem Krankenbett. Er liegt im Sterben und die kalten, schauerlichen Wellen des Jordanstromes stehen ihm bis zum Hals, aber Jesus umarmt ihn und ruft ihm zu: „Fürchte dich nicht, mein Lieber, Sterben ist Erben. Die Fluten des Todes haben ihre Quelle im Himmel. Sie sind nicht bitter. Sie sind süß wie Nektar, denn sie strömen vom Thron Gottes herzu." Und wenn der sterbende Heilige die Strömung durchschreitet, wenn sich die Wellen um ihn her auftürmen, wenn das Herzblut stockt und der Blick erstarrt, dann flüstert ihm dieselbe Stimme ins Ohr: „Fürchte dich nicht, ich bin mit dir. Weiche nicht, denn ich bin dein Gott." Und wenn er dem Areal der unbekannten Ewigkeit naht und geradezu vor den Toren des Schattenreichs zurück-schreckt, spricht Jesus: „Fürchte dich nicht, es ist deines Vaters Wohl-gefallen, dir das Reich zu geben." So gestärkt und getröstet fürchtet sich der Gläubige nicht, zu sterben. Ja, er freut sich, von der Welt zu scheiden. Denn weil er Jesus als den Morgenstern erkannt hat, so sehnt er sich, Ihn zu schauen und sich an Seinem Anblick wie an einer hellstrahlenden Sonne zu erfreuen. Wahrlich, die Gegenwart Jesu ist der ganze Himmel, nach dem wir Verlangen haben.
„Jesu, Jesu, komm zu mir.
O, wie sehn' ich mich nach Dir!
Jesu, Deine Lieb' allein
kann mein armes Herz erfreu'n!“
《Morning By Morning》July 2
“For our heart shall rejoice in him, because we have trusted in his holy name.”— Psalm 33:21
Blessed is the fact that Christians can rejoice even in the deepest distress; although trouble may surround them, they still sing; and, like many birds, they sing best in their cages.
The waves may roll over them, but their souls soon rise to the surface and see the light of God’s countenance; they have a buoyancy about them which keeps their head always above the water, and helps them to sing amid the tempest, “God is with me still.” To whom shall the glory be given? Oh! to Jesus—it is all by Jesus.
Trouble does not necessarily bring consolation with it to the believer, but the presence of the Son of God in the fiery furnace with him fills his heart with joy. He is sick and suffering, but Jesus visits him and makes his bed for him.
He is dying, and the cold chilly waters of Jordan are gathering about him up to the neck, but Jesus puts His arms around him, and cries, “Fear not, beloved; to die is to be blessed; the waters of death have their fountain-head in heaven; they are not bitter, they are sweet as nectar, for they flow from the throne of God.”
As the departing saint wades through the stream, and the billows gather around him, and heart and flesh fail him, the same voice sounds in his ears, “Fear not; I am with thee; be not dismayed; I am thy God.”
As he nears the borders of the infinite unknown, and is almost affrighted to enter the realm of shades, Jesus says, “Fear not, it is your Father’s good pleasure to give you the kingdom.”
Thus strengthened and consoled, the believer is not afraid to die; nay, he is even willing to depart, for since he has seen Jesus as the morning star, he longs to gaze upon Him as the sun in his strength. Truly, the presence of Jesus is all the heaven we desire. He is at once
“The glory of our brightest days;
The comfort of our nights.”
《am Abend》2. Juli
" Wenn ich rufe zu dir, HERR, mein Hort, so schweige mir nicht, auf dass nicht, wo du schweigst, ich gleich werde denen, die in die Grube fahren." Psalm 28,1
Ein Schrei ist der natürliche Ausdruck der Angst und die bekannteste Art unsere Empfindungen zu äußern, wenn uns alle anderen Mittel, uns verständlich zu machen, fehlschlagen. Aber so ein Auf-schrei muss ganz allein an den Herrn gerichtet sein. Denn der an Menschen gerichtete Ruf verhallt und bleibt oft ungehört. Wenn wir an die Bereitwilligkeit denken, mit der der Herr auf unser Flehen hört, so haben wir den allerbesten Grund unsere Anliegen unmittelbar vor den Gott unseres Heils zu bringen. Es wäre vergeblich, wenn wir am Tag des Gerichts die Felsen anrufen wollten. Aber unser lebendiger Fels hört auf unser Schreien. „Schweige mir nicht"! Wer nur ein Lippenbekenner ist, begnügt sich mit seinem Beten und wartet auf keine Erhörung. Aber ein echter Beter kann das nicht. Er begnügt sich nicht damit, dass das Gebet imstande ist das Gemüt zu beruhigen und den eigenen Willen zur Geduld und zum Gehorsam zu führen. Er muss mehr empfangen. Er will wirkliche Erhörung vom Himmel erlangen, sonst hat er keine Ruhe. Nach dieser Erhörung sehnt er sich bald. Wenn Gott zunächst schweigt, so ängstigt er sich. Gottes Stimme ist oft so furchtbar, dass die Wüste darüber erzittert. Nicht weniger schmerzlich ist Sein Schweigen gegenüber einem dringenden Gebet. Wenn Gott Sein Ohr zu verschließen scheint, dürfen wir gerade deshalb unseren Mund nicht auch zumachen, sondern müssen Ihn umso ernstlicher anrufen. Denn wenn unsere Stimme vor Angst und Schmerz heiser wird, verweigert Er uns Seine Erhörung nicht mehr lange. In was für eine schreckliche Lage kämen wir, wenn der Herr auf all unser Bitten ewig stumm bliebe? „Auf dass nicht, wo Du schweigest, ich gleich werde denen, die in die Hölle fahren." Des Gottes beraubt, der Gebete erhört, wären wir in einem erbarmungswürdigeren Zustand, als wenn wir tot im Grabe lägen. Wir würden bald so tief gesunken sein wie die Verlorenen in der Hölle. Wir müssen auf unsere Gebete Erhörung finden. Unser Anliegen erfordert dringend Erhörung. Gewiss wird der Herr uns „Frieden" zu-sagen, denn Er könnte es nicht extra gen, wenn Seine Auserwählten umkommen.
《Evening by Evening》July 2
“A Psalm of David. Unto thee will I cry, O LORD my rock; be not silent to me: lest, if thou be silent to me, I become like them that go down into the pit.”— Psalm 28:1
A cry is the natural expression of sorrow, and a suitable utterance when all other modes of appeal fail us; but the cry must be alone directed to the Lord, for to cry to man is to waste our entreaties upon the air.
When we consider the readiness of the Lord to hear, and his ability to aid, we shall see good reason for directing all our appeals at once to the God of our salvation. It will be in vain to call to the rocks in the day of judgment, but our Rock attends to our cries.
“Be not silent to me.” Mere formalists may be content without answers to their prayers, but genuine suppliants cannot; they are not satisfied with the results of prayer itself in calming the mind and subduing the will—they must go further, and obtain actual replies from heaven, or they cannot rest; and those replies they long to receive at once, they dread even a little of God’s silence.
God’s voice is often so terrible that it shakes the wilderness; but his silence is equally full of awe to an eager suppliant. When God seems to close his ear, we must not therefore close our mouths, but rather cry with more earnestness; for when our note grows shrill with eagerness and grief, he will not long deny us a hearing.
What a dreadful case should we be in if the Lord should become forever silent to our prayers? “Lest, if thou be silent to me, I become like them that go down into the pit.”
Deprived of the God who answers prayer, we should be in a more pitiable plight than the dead in the grave, and should soon sink to the same level as the lost in hell. We must have answers to prayer: ours is an urgent case of dire necessity; surely the Lord will speak peace to our agitated minds, for he never can find it in his heart to permit his own elect to perish.
《am Morgen》3. Juli
„Und die hässlichen und mageren fraßen die sieben schönen, fetten Kühe. Da erwachte Pharao." 1. Mose 41,4
Pharaos Traum hat sich schon zu oft in meinen Erlebnissen erfüllt. Meine Tage träger Ruhe haben alles, was ich in den Wochen emsigen Fleißes zustande gebracht hatte, schrecklich verwüstet. Meine Zeiten frostiger Kühle haben die ganze belebende Glut meiner Begeisterung und meines Feuereifers zum Erstarren gebracht. Und meine Anwandlungen weltlichen Sinnes haben mich aus den errungenen Fortschritten im göttlichen Leben wieder weit zurückgeschleudert. Ich erfuhr wie nötig es ist, mich vor mageren Gebeten, mageren Lobliedern, magerem Gehorsam und mageren Herzenserkenntnissen zu hüten. Denn sie fressen das Fett meines Trostes und meines Friedens. Wenn ich das Gebet auch nur kurze Zeit vernachlässige, so verliere ich alle geistige Frische, die ich schon erlangt habe. Wenn ich keine neuen Vorräte vom Himmel beziehe, verzehrt sich in der Hungersnot, die über meine Seele hereinbricht, das alte Korn meiner Scheune bald. Wenn die Raupen der Gleichgültigkeit, die Heu-schrecken der Weltlust und die Blattläuse der Selbstgefälligkeit mein Herz ganz kahl und öde gemacht haben und meine Seele darüber zu welken anfängt, dann sind all mein früheres Gedeihen und Wachstum in der Gnade und all meine vorherige Fruchtbarkeit in einem gottgefälligen Wesen umsonst. Wie sollte ich mich ernstlich vor den hässlich mageren Tagen, vor den fressgierigen Stunden hüten! Wenn ich Tag für Tag dem Ziel meiner Sehnsucht zueilen würde, könnte ich es bald erreichen. Aber häufige Verirrungen halten mich noch von dem Preis meiner erhabenen Berufung fern und berauben mich der Siegesfrüchte, die ich schon erkämpft hatte. Der einzige Weg, auf dem alle meine Tage zu „fetten Kühen" werden können, ist der, dass ich sie auf die rechte Weide führe, dass ich sie einbringe in die Gemeinschaft des Herrn, in Seinen Dienst, unter Seinen Augen, in Seiner Furcht und auf Seinen Wegen. Warum sollte nicht jedes folgende Jahr an Liebe, Lob, Nützlichkeit und Freude reicher sein? Ich bin den himmlischen Hügeln näher und sollte deshalb meinem Herrn immer ähnlicher werden. O Herr, halte den Fluch der Magerkeit fern von mir. Gib, dass ich nicht ausrufen muss: „Wie mager, wie mager, wehe mir!" Ich will stattdessen fett und ernährt werden in Deinem Hause, damit ich Deinen Namen preise.
《Morning By Morning》July 3
“And the ill favoured and leanfleshed kine did eat up the seven well favoured and fat kine. So Pharaoh awoke.”— Genesis 41:4
Pharaoh’s dream has too often been my waking experience.
My days of sloth have ruinously destroyed all that I had achieved in times of zealous industry; my seasons of coldness have frozen all the genial glow of my periods of fervency and enthusiasm; and my fits of worldliness have thrown me back from my advances in the divine life.
I had need to beware of lean prayers, lean praises, lean duties and lean experiences, for these will eat up the fat of my comfort and peace. If I neglect prayer for never so short a time, I lose all the spirituality to which I had attained; if I draw no fresh supplies from heaven, the old corn in my granary is soon consumed by the famine which rages in my soul.
When the caterpillars of indifference, the cankerworms of worldliness, and the palmerworms of self-indulgence, lay my heart completely desolate, and make my soul to languish, all my former fruitfulness and growth in grace avails me nothing whatever.
How anxious should I be to have no lean-fleshed days, no ill-favoured hours! If every day I journeyed towards the goal of my desires I should soon reach it, but backsliding leaves me still far off from the prize of my high calling, and robs me of the advances which I had so laboriously made.
The only way in which all my days can be as the “fat kine,” is to feed them in the right meadow, to spend them with the Lord, in His service, in His company, in His fear and in His way. Why should not every year be richer than the past, in love, and usefulness, and joy?—I am nearer the celestial hills, I have had more experience of my Lord, and should be more like Him.
O Lord, keep far from me the curse of leanness of soul; let me not have to cry, “My leanness, my leanness, woe unto me!” but may I be well-fed and nourished in thy house, that I may praise thy name.
《am Abend》3. Juli
"... dulden wir, so werden wir mitherrschen; verleugnen wir, so wird er uns auch verleugnen..." 2. Timotheus 2,12
Wir dürfen uns nicht einbilden wir würden um Christi willen und mit Christus leiden, wenn wir nicht in Christus sind. Lieber Freund, vertraust du ganz allein auf Jesus? Wenn nicht, so leidest du nicht „mit Christus", worüber du auf dieser Erde auch zu trauern haben magst. Darum hast du auch keine Hoffnung, im Himmel mit Christus zu herrschen. Darum dürfen wir auch nicht zu dem Schluss kommen, dass alle Leiden eines Christen Leiden um Christi willen seien, denn es gehört wesentlich dazu, dass wir von Gott zu solchen Leiden berufen sind. Wenn wir unklug und unvorsichtig sind und auf Abwege kommen, auf die uns weder die Vorsehung noch die Gnade berufen hat, so tun wir eher Sünde, als dass wir mit Christus gemeinschaftlich leiden. Wenn wir uns von unseren Leidenschaften hinreißen lassen und unser Eigenwille herrscht statt auf das göttliche Wort zu sehen, so führen wir die Kriege des Herrn mit den Waffen des Teufels. Es darf uns nicht wundern, wenn wir uns dabei in die Finger schneiden! Auch in Trübsalen, die um unserer Sünde willen über uns kommen, dürfen wir uns nicht einbilden, dass wir immer um Christi willen lei-den. Als Mirjam über Mose murrte und der Aussatz sie verunreinigte, da litt sie nicht um Gottes willen. Außerdem muss ein Leiden, das Gott wohlgefällig ist, zur Ehre Gottes dienen. Wenn ich mir durch mein Leiden einen Namen oder Beifall erhoffe, so habe ich keinen anderen Lohn zu erwarten als den der Pharisäer. Es ist auch erforderlich, dass die Liebe zu Jesus und die Liebe zu Seinen Auserwählten stets die Hauptquelle aller unserer Geduld sind. Wir müssen den Geist Gottes durch Sanftmut, Freundlichkeit und Vergebung offenbar machen. Wir wollen uns ernstlich fragen, ob wir wirklich mit Chris-tus leiden. Und wenn wir so leiden, was ist dann unsere „Trübsal, die zeitlich und leicht ist" im Vergleich dazu, dass wir mit Ihm herrschen sollen? O, es ist so selig, mit Christus im Feuerofen zu sein und so eine große Ehre, neben Ihm am Pranger zu stehen, dass wir uns auch ohne allen künftigen Lohn einer solchen Ehre glücklich schätzen müssten. Sollten wir da nicht unser Kreuz auf uns nehmen und unseren Weg mit Freuden gehen?
《Evening by Evening》July 3
“If we suffer, we shall also reign with him: if we deny him, he also will deny us:”— 2 Timothy 2:12
We must not imagine that we are suffering for Christ, and with Christ, if we are not in Christ. Beloved friend, are you trusting to Jesus only? If not, whatever you may have to mourn over on earth, you are not “suffering with Christ,” and have no hope of reigning with him in heaven.
Neither are we to conclude that all a Christian’s sufferings are sufferings with Christ, for it is essential that he be called by God to suffer. If we are rash and imprudent, and run into positions for which neither providence nor grace has fitted us, we ought to question whether we are not rather sinning than communing with Jesus.
If we let passion take the place of judgment, and self-will reign instead of Scriptural authority, we shall fight the Lord’s battles with the devil’s weapons, and if we cut our own fingers we must not be surprised.
Again, in troubles which come upon us as the result of sin, we must not dream that we are suffering with Christ. When Miriam spoke evil of Moses, and the leprosy polluted her, she was not suffering for God.
Moreover, suffering which God accepts must have God’s glory as its end. If I suffer that I may earn a name, or win applause, I shall get no other reward than that of the Pharisee. It is requisite also that love to Jesus, and love to his elect, be ever the mainspring of all our patience.
We must manifest the Spirit of Christ in meekness, gentleness and forgiveness. Let us search and see if we truly suffer with Jesus. And if we do thus suffer, what is our “light affliction” compared with reigning with him?
Oh it is so blessed to be in the furnace with Christ, and such an honour to stand in the pillory with him, that if there were no future reward, we might count ourselves happy in present honour; but when the recompense is so eternal, so infinitely more than we had any right to expect, shall we not take up the cross with alacrity, and go on our way rejoicing?
《am Morgen》4. Juli
„Heilige sie in deiner Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit." Johannes 17,17
Mit dem Augenblick der Wiedergeburt beginnt auch die Heiligung. Der Geist Gottes haucht dem Menschen jenes neue Leben ein, durch das er eine „neue Kreatur" in Christus wird. Dieses Werk, das mit der Neugeburt anfängt, wird in zweifacher Weise fortgeführt. Zum einen durch die Selbstverleugnung, in der die Lüste des Fleisches gedämpft und unterdrückt werden. Zum anderen durch die Auferstehung. Das Leben, das Gott in uns gepflanzt hat, wird zu einem Brunnen leben-digen Wassers und quillt in das ewige Leben. Beides vollzieht sich täglich in dem, was man „Standhaftigkeit" nennt. Der Christ wird in einem Stand der Gnade bewahrt und gefördert und mit Früchten der Gerechtigkeit erfüllt, was durch Jesus Christus zur Ehre und zum Lobe Gottes geschieht. Es gipfelt und erreicht die Vollkommenheit in der „Herrlichkeit", wenn die Seele, nachdem sie völlig gereinigt ist, in den Himmel aufgenommen wird um mit allen heiligen Wesen zur Rechten der Majestät in der Höhe zu wohnen. Aber während der Geist Gottes auf solche Art der Urheber der Heiligung ist, tritt noch eine wahrnehmbare und nicht außer Acht zu lassende wirksame Macht hinzu. „Heilige sie", spricht der Herr Jesus, „in deiner Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit." Es gibt in der Heiligen Schrift zahlreiche Stellen, die uns das Wort Gottes als Werkzeug für unsere Heiligung zeigen. Der Geist Gottes bringt unserem Gemüt die Vorschriften und Lehren der Wahrheit nahe und macht sie kräftig und wirksam. Sie werden mit dem Ohr vernommen, im Herzen empfangen und wirken in uns beides: das Wollen und das Vollbringen nach Gottes Wohlgefallen. Die Wahrheit ist das, was uns heiligt. Wenn wir die Wahrheit nicht hören oder lesen, können wir auch nicht in der Heiligung wach-sen. Wir können nur dann in einem gesunden Leben wandeln und wachsen, wenn wir in der gesunden Erkenntnis der Wahrheit wach-sen. „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege" (Psalm 119,105). Rede in Bezug auf die Heilige Schrift niemals von irgendeinem Irrtum oder davon, dass es sich doch im Wort Gottes nur um Ansichten und Meinungen von Menschen handeln würde. Denn früher oder später wirst du solche Verirrungen in deinem Leben spüren und dich danach ausrichten. Halte dich streng an die Wahrheit des Gotteswortes! Wenn du das tust, wird dich der Geist Gottes heiligen. Herr, heilige mich in Deiner Wahrheit, Dein Wort ist die Wahrheit!
《Morning By Morning》July 4
“Sanctify them through thy truth: thy word is truth.”— John 17:17
Sanctification begins in regeneration. The Spirit of God infuses into man that new living principle by which he becomes “a new creature” in Christ Jesus.
This work, which begins in the new birth, is carried on in two ways—mortification, whereby the lusts of the flesh are subdued and kept under; and vivification, by which the life which God has put within us is made to be a well of water springing up unto everlasting life.
This is carried on every day in what is called “perseverance,” by which the Christian is preserved and continued in a gracious state, and is made to abound in good works unto the praise and glory of God; and it culminates or comes to perfection, in “glory,” when the soul, being thoroughly purged, is caught up to dwell with holy beings at the right hand of the Majesty on high.
But while the Spirit of God is thus the author of sanctification, yet there is a visible agency employed which must not be forgotten. “Sanctify them,” said Jesus, “through thy truth: thy word is truth.” The passages of Scripture which prove that the instrument of our sanctification is the Word of God are very many.
The Spirit of God brings to our minds the precepts and doctrines of truth, and applies them with power. These are heard in the ear, and being received in the heart, they work in us to will and to do of God’s good pleasure.
The truth is the sanctifier, and if we do not hear or read the truth, we shall not grow in sanctification. We only progress in sound living as we progress in sound understanding. “Thy word is a lamp unto my feet and a light unto my path.”
Do not say of any error, “It is a mere matter of opinion.” No man indulges an error of judgment, without sooner or later tolerating an error in practice. Hold fast the truth, for by so holding the truth shall you be sanctified by the Spirit of God.
《am Abend》4. Juli
„Der unschuldige Hände hat und reines Herzens ist; der nicht Lust hat zu loser Lehre und schwört nicht fälschlich " Psalm 24,4
Ein äußerlich geheiligter Wandel ist ein kostbares Zeichen der Gnade Gottes. Es ist furchtbar, dass manche Bekenner des Evangeli-ums die Lehre von der Rechtfertigung durch den Glauben derart verkehrt auslegen, dass sie alle guten Werke verachten. Wenn sie das tun, dann haben sie am Jüngsten Tag ewige Verwerfung zu erwarten. Wenn unsere Hände schmutzig sind, sollen wir sie im teuren Blut Jesu abwaschen und sie danach rein zu Gott erheben. „Unschuldige Hände" zu haben genügt nicht, wenn sie nicht mit einem „reinen Herzen" verbunden sind. Wahre Gottesfurcht ist Herzenssache! Wir können Kelch und Schüssel von außen waschen so lange wir wollen; wenn das Innere unrein bleibt, dann sind wir insgesamt unrein in Gottes Augen, denn unsere Herzen sind aufrichtiger wir selbst als unsere Hände! Das eigentliche Leben unseres Wesens liegt in unserer inneren Natur, deshalb ist unsere innere Reinheit nötig und un-umgänglich. Alle, die ein reines Herz haben, werden Gott schauen. Alle anderen sind nur blinde Maulwürfe. Der Mensch, der für den Himmel auserwählt ist, „hat nicht Lust zu loser Lehre". Jeder Mensch hat seine Freuden, durch die seine Seele erquickt wird. Der Weltmensch hat seine Lust an fleischlichen Vergnügungen, die nichts als leere Eitelkeit sind. Aber der Heilige liebt unvergängliche und wertvolle Güter. Wie Josaphat hat er seine Lust an den Wegen des Herrn. Wer seine Freude an ausgepressten Weintrauben hat, gehört zu den Schweinen. Bereitet dir die Welt Vergnügen? Dann hast du schon deinen Lohn und dein Teil in diesem Leben. Genieße sie recht, denn du hast nichts Besseres mehr zu erwarten. „Und schwört nicht fälschlich". Heilige sind auch Ehrenmänner. Das Ja und Nein eines Christenmenschen ist sein einziger Eid. Aber der ist so gut und sicher wie zwanzig Eide anderer Menschen. Falsches Zeugnis macht es unmöglich, in den Himmel zu kommen. Denn der Lügner wird nicht hineingehen zum Haus Gottes, was er auch tun und bekennen mag. Nur der Herr Jesus kann dich vor dem Fall bewahren. Lieber Freund, schlägt unser Schriftwort dein Gewissen oder glaubst du auch ohne Glauben an Christus zu den Höhen deines Gottes zu gelangen?
《Evening by Evening》July 4
“He that hath clean hands, and a pure heart; who hath not lifted up his soul unto vanity, nor sworn deceitfully.”— Psalm 24:4
Outward practical holiness is a very precious mark of grace. It is to be feared that many professors have perverted the doctrine of justification by faith in such a way as to treat good works with contempt; if so, they will receive everlasting contempt at the last great day.
If our hands are not clean, let us wash them in Jesus’ precious blood, and so let us lift up pure hands unto God. But “clean hands” will not suffice, unless they are connected with “a pure heart.” True religion is heart-work.
We may wash the outside of the cup and the platter as long as we please, but if the inward parts be filthy, we are filthy altogether in the sight of God, for our hearts are more truly ourselves than our hands are; the very life of our being lies in the inner nature, and hence the imperative need of purity within. The pure in heart shall see God, all others are but blind bats.
The man who is born for heaven “hath not lifted up his soul unto vanity.” All men have their joys, by which their souls are lifted up; the worldling lifts up his soul in carnal delights, which are mere empty vanities; but the saint loves more substantial things; like Jehoshaphat, he is lifted up in the ways of the Lord.
He who is content with husks, will be reckoned with the swine. Does the world satisfy thee? Then thou hast thy reward and portion in this life; make much of it, for thou shalt know no other joy.
“Nor sworn deceitfully.” The saints are men of honour still. The Christian man’s word is his only oath; but that is as good as twenty oaths of other men. False speaking will shut any man out of heaven, for a liar shall not enter into God’s house, whatever may be his professions or doings.
Reader, does the text before us condemn thee, or dost thou hope to ascend into the hill of the Lord?
《am Morgen》5. Juli
allen, die zu Rom sind, den Liebsten Gottes und berufenen Heiligen: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem HERRN Jesus Christus!" Römer 1,7
Wir sind dazu geneigt, die Heiligen der Apostelzeit in einer erhabeneren Bedeutung des Wortes als „Heilige" zu betrachten, als all die anderen Kinder Gottes. Alle sind „Heilige", die Gott durch Seine Gnade berufen und durch Seinen Heiligen Geist geheiligt hat. Aber wir sind geneigt zu glauben, dass die Apostel - im Gegensatz zu uns ganz außerordentliche Leute gewesen sein müssten, die kaum einer Schwachheit, kaum einer Versuchung unterworfen waren. Dabei vergessen wir, dass ein Mensch, der nach der Wahrheit Gottes lebt, umso mehr Anlass hat über sein böses Herz zu trauern. Und je mehr ihn sein Meister in Seinen ehrenvollen Dienst nimmt, desto mehr kränkt und schmerzt ihn Tag für Tag die Sünde, die aus dem Fleisch kommt. Wenn wir den Apostel Paulus persönlich gekannt hätten, wären wir vermutlich sehr darüber erstaunt, wie ähnlich er den übrigen Gliedern der christlichen Gemeinde war. Wenn wir mit ihm gesprochen hätten, so hätten wir sagen müssen: Wir finden, dass seine und unsere Erfahrungen sehr ähnlich sind. Er war vielleicht treuer, ernster, gelehrter als wir, aber er hatte mit denselben Trübsalen und Versuchungen zu kämpfen. Ja, er wurde in mancher Beziehung sogar schwerer versucht als wir. Seht darum die ersten Heiligen nicht als solche an, die sich über Schwachheiten und Sünden leicht hinweg-gesetzt hätten. Betrachtet sie nicht mit jener heiligen Zurückhaltung, die fast zur Anbetung wird. Ihre Heiligkeit ist der unseren nicht fern. Wir sind „berufene Heilige", berufen von derselben Stimme. Es ist der Auftrag für einen jeden Christen, zum Kreis der Gemeinschaft der Heiligen, auch der Apostel, zu gehören. Darum wollen wir ihrer Heiligung nacheifern. Wir haben dasselbe Licht, das ihnen leuchtete und die gleiche Gnade, die auch ihnen zuteil wurde. Sie lebten mit Jesus, sie lebten für Jesus, darum wuchsen sie wie Jesus. So wollen wir nach demselben Geist leben, nach dem sie lebten und „aufsehen auf Jesus, den Anfänger und Vollender unsers Glaubens" (Hebräer 12,2), dann wird unsere Heiligkeit bald deutlich zum Vorschein kommen.
《Morning By Morning》July 5
“To all that be in Rome, beloved of God, called to be saints: Grace to you and peace from God our Father, and the Lord Jesus Christ.”— Romans 1:7
We are very apt to regard the apostolic saints as if they were “saints” in a more especial manner than the other children of God. All are “saints” whom God has called by His grace, and sanctified by His Spirit; but we are apt to look upon the apostles as extraordinary beings, scarcely subject to the same weaknesses and temptations as ourselves.
Yet in so doing we are forgetful of this truth, that the nearer a man lives to God the more intensely has he to mourn over his own evil heart; and the more his Master honours him in his service, the more also doth the evil of the flesh vex and tease him day by day.
The fact is, if we had seen the apostle Paul, we should have thought him remarkably like the rest of the chosen family: and if we had talked with him, we should have said, “We find that his experience and ours are much the same. He is more faithful, more holy, and more deeply taught than we are, but he has the selfsame trials to endure. Nay, in some respects he is more sorely tried than ourselves.”
Do not, then, look upon the ancient saints as being exempt either from infirmities or sins; and do not regard them with that mystic reverence which will almost make us idolaters. Their holiness is attainable even by us.
We are “called to be saints” by that same voice which constrained them to their high vocation. It is a Christian’s duty to force his way into the inner circle of saintship; and if these saints were superior to us in their attainments, as they certainly were, let us follow them; let us emulate their ardour and holiness.
We have the same light that they had, the same grace is accessible to us, and why should we rest satisfied until we have equalled them in heavenly character? They lived with Jesus, they lived for Jesus, therefore they grew like Jesus.
Let us live by the same Spirit as they did, “looking unto Jesus,” and our saintship will soon be apparent.
5. Juli abends
Verlasset euch auf den HERRN ewiglich; denn Gott der HERR ist ein Fels ewiglich." Jesaja 26,4
Wir haben einen großen Gott, auf den wir uns verlassen können. So wollen wir Ihm mit aller Kraft vertrauen. Wir wollen entschieden allem Unglauben absagen und danach streben, dass wir alle unsere Zweifel und Befürchtungen loswerden, die uns so schändlich um unseren Trost betrügen. Denn wo Gott der Grund unseres Vertrauens ist, haben wir keine Entschuldigung für unsere Furcht. Eine liebevolle Mutter wäre tief betrübt, wenn ihr Kind kein Vertrauen zu ihr haben wollte. Wie verachtungswürdig und undankbar ist unser Betragen, wenn wir so wenig Vertrauen zu unserem himmlischen Vater haben, der uns noch nie im Stich gelassen hat und das auch nie tun wird. Es wäre wahrlich gut, wenn alle Zweifel aus unserem Glauben an Gott verbannt würden. Doch es ist zu befürchten, dass der alte Unglaube heutzutage genauso geschäftig ist wie damals, als der Psalmist frag-te: „Ist es denn ganz und gar aus mit seiner Güte, und hat die Verheißung ein Ende?" (Psalm 77,9). Wir sollten rühmend von unserem Gott reden, denn es ist Ihm keiner gleich, weder im Himmel, noch auf Erden, noch unter der Erde. „Wem sollt ihr denn mich nachbilden, dem ich gleich sei? spricht der Heilige." Es ist kein Fels wie der Fels Jakob; das bezeugen selbst unsere Feinde. Wenn wir bis jetzt noch Zweifel geduldet haben, so wollen wir das ganze schändliche Heer derselben angreifen, wie Elias die Propheten Baals angriff und sie am Bach bezwungen hat. Wenn wir einen Wasserstrom suchen, der sie ersäuft, so suchen wir Zuflucht zu dem heiligen Strom, der aus der offenen Seite unseres verwundeten Heilandes hervorquillt. Wir sind schon in vielen Versuchungen gewesen. Noch nie aber hat uns Gott fallen gelassen. So lasst uns denn aufs Neue ermutigt sein und uns in voller Gewissheit dem Herrn immer und ewig anvertrauen. Seine ewige Kraft wird wie bisher für allzeit unsere Hilfe und Stütze sein.
《Evening by Evening》July 5
“Trust ye in the LORD for ever: for in the LORD JEHOVAH is everlasting strength:”— Isaiah 26:4
Seeing that we have such a God to trust to, let us rest upon him with all our weight; let us resolutely drive out all unbelief, and endeavour to get rid of doubts and fears, which so much mar our comfort; since there is no excuse for fear where God is the foundation of our trust.
A loving parent would be sorely grieved if his child could not trust him; and how ungenerous, how unkind is our conduct when we put so little confidence in our heavenly Father who has never failed us, and who never will.
It were well if doubting were banished from the household of God; but it is to be feared that old Unbelief is as nimble nowadays as when the psalmist asked, “Is his mercy clean gone forever? Will he be favourable no more?”
David had not made any very lengthy trial of the mighty sword of the giant Goliath, and yet he said, “There is none like it.” He had tried it once in the hour of his youthful victory, and it had proved itself to be of the right metal, and therefore he praised it ever afterwards; even so should we speak well of our God, there is none like unto him in the heaven above or the earth beneath; “To whom then will ye liken me, or shall I be equal? saith the Holy One.”
There is no rock like unto the rock of Jacob, our enemies themselves being judges. So far from suffering doubts to live in our hearts, we will take the whole detestable crew, as Elijah did the prophets of Baal, and slay them over the brook; and for a stream to kill them at, we will select the sacred torrent which wells forth from our Saviour’s wounded side.
We have been in many trials, but we have never yet been cast where we could not find in our God all that we needed. Let us then be encouraged to trust in the Lord forever, assured that his ever lasting strength will be, as it has been, our succour and stay.
《am Morgen》6. Juli
„Wer aber mir gehorcht, wird sicher bleiben und genug haben und kein Unglück fürchten." Sprüche 1,33
Die göttliche Liebe leuchtet herrlich, wenn sie mitten durch die Sturmnacht des Gerichts lächelt. Schön ist der einsame Stern, der in majestätischer Ruhe durch die zerrissenen Gewitterwolken hin-Sandwüste blüht. So schön und so herrlich ist die Liebe mitten in der durch strahlt. Lieblich ist die grüne Oase, die in der unermesslichen Zornesflut. Wenn die Israeliten den Höchsten mit ihrem hartnäckigen Götzendienst erzürnten, dann bestrafte Er sie damit, dass Er ihnen Regen und Tau vorenthielt, so dass ihr Land von einer schweren Hungersnot heimgesucht wurde. Aber während Er das tat, sorgte Er dafür, dass Seine Auserwählten bewahrt blieben und reichlich Vorrat hatten. Wenn alle anderen Bäche vertrocknen, muss noch einer für Elia fließen. Und wenn es auch diesem an Wasser mangelt, bereitet ihm Gott dennoch eine Stätte der Erhaltung. Nicht allein das. Der Herr hatte nicht nur einen „Elia". Es waren, der Gnadenwahl zufolge, noch hier fünfzig und da fünfzig Propheten übrig geblieben, verborgen in einer Höhle. Und obgleich im ganzen Land die Hungersnot wütete, wurden dennoch diese hundert in der Höhle mit Brot und Wasser versorgt, mit Speise von Ahabs Tisch, durch seinen treuen, gottesfürchtigen Hofmeister Obadja. Daraus können wir sehen, dass Gottes Kinder bewahrt bleiben, mag kommen, was da wolle. Und obgleich diese fest gegründete Erde von mächtigen Erschütterungen erbeben oder der Himmel selber zerreißen würde, der Gläubige wird inmitten zertrümmerter Welten bewahrt bleiben wie in der größten
Stille. Wenn Gott Seine Kinder nicht unter dem Himmel erretten will, wird Er sie in den Himmel retten. Wenn die Welt für sie zu heiß wird, dann wird der Himmel die Stätte ihrer Wohnung und Bewahrung sein. Darum seid unverzagt, wenn ihr von Kriegen und Kriegsgeschrei hört. Was auch über die Erde kommen mag, ihr werdet unter den ausgebreiteten Flügeln Jahwes sicher wohnen. Baut fest auf Seine Verheißung! Vertraut auf Seine Treue! Jagt alle Furcht und alle Zweifel zum Teufel, von dem sie herkommen! Denn es ist nichts hier, was euch erschrecken oder schaden kann. Euer Hauptanliegen sollte es sein, der Welt den Segen zu zeigen, der aus dem Hören auf die Stimme der Weisheit kommt.
《Morning By Morning》July 6
“But whoso hearkeneth unto me shall dwell safely, and shall be quiet from fear of evil.”— Proverbs 1:33
Divine love is rendered conspicuous when it shines in the midst of judgments. Fair is that lone star which smiles through the rifts of the thunder clouds; bright is the oasis which blooms in the wilderness of sand; so fair and so bright is love in the midst of wrath.
When the Israelites provoked the Most High by their continued idolatry, he punished them by withholding both dew and rain, so that their land was visited by a sore famine; but while he did this, he took care that his own chosen ones should be secure.
If all other brooks are dry, yet shall there be one reserved for Elijah; and when that fails, God shall still preserve for him a place of sustenance; nay, not only so, the Lord had not simply one “Elijah,” but he had a remnant according to the election of grace, who were hidden by fifties in a cave, and though the whole land was subject to famine, yet these fifties in the cave were fed, and fed from Ahab’s table too by His faithful, God-fearing steward, Obadiah.
Let us from this draw the inference, that come what may, God’s people are safe. Let convulsions shake the solid earth, let the skies themselves be rent in twain, yet amid the wreck of worlds the believer shall be as secure as in the calmest hour of rest.
If God cannot save his people under heaven, he will save them in heaven. If the world becomes too hot to hold them, then heaven shall be the place of their reception and their safety. Be ye then confident, when ye hear of wars, and rumours of wars.
Let no agitation distress you, but be quiet from fear of evil. Whatsoever cometh upon the earth, you, beneath the broad wings of Jehovah, shall be secure. Stay yourself upon his promise; rest in his faithfulness, and bid defiance to the blackest future, for there is nothing in it direful for you.
Your sole concern should be to show forth to the world the blessedness of hearkening to the voice of wisdom.
《am Abend》6. Juli
„Wie viel ist meiner Missetaten und Sünden? Lass mich wissen meine Übertretung und Sünde." Hiob 13,23
Habt ihr je ernsthaft ermessen und betrachtet, wie groß die Sünde des Volkes Gottes ist? Denkt nur einmal, wie hässlich eure eigenen Übertretungen sind. Dann werdet ihr nicht nur hier und da eine Sünde finden, die sich wie ein Alpenriese erhebt. Unsere Missetaten türmen aufeinander wie einst die Steine beim Turmbau zu Babel, um den Himmel zu stürmen. Was für eine Masse von Sünden findet sich im Leben eines einzigen unter den heiligen Kindern Gottes! Und nun versucht, die Sünde eines Einzigen mit der Menge der Erlösten, „eine große Schar, die niemand zählen konnte" (Offenbarung 7, 9), zu vervielfachen. Dann bekommt ihr einigermaßen ein Gefühl dafür, von welcher Dimension die Verschuldung derer war und ist, für die der Herr Jesus Sein Blut vergoss. Aber wir bekommen noch eine bessere Vorstellung von der Größe der Sünde, wenn wir die Größe des Heilmittels dagegen aufwiegen. Es ist das Blut Jesu Christi, des ein-geborenen und geliebten Gottessohnes. Gottes Sohn! Engel werfen ihre Kronen vor Ihm nieder! Alles Lob- und Jubelläuten im Himmel umwogt den Thron Seiner Herrlichkeit: „Gott über alles, hoch gelobt in Ewigkeit. Amen." Und doch nimmt Er Knechtsgestalt an und lässt sich schmähen, verspotten, geißeln, zerfleischen und zuletzt töten; weil nichts anderes als das Blut des fleischgewordenen Sohnes Gottes eine Versöhnung für unsere Übertretungen und Sünden herbei-führen konnte. Kein menschlicher Verstand kann den unendlichen Wert dieses göttlichen Opfers völlig ermessen. Denn so groß auch die Sünde des Volkes Gottes ist, so ist doch das Versöhnungsopfer, das dieselbe auslöscht, unbegreiflich viel größer. Darum, liebe gläubige Seele, obgleich die Sünde sich wie eine schwarze Flut dahinwälzt und die Erinnerung an das Vergangene noch so bitter ist, so darfst du dennoch vor dem strahlenden Thron des großen und heiligen Gottes stehen und ausrufen: „Wer will verdammen? Christus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferstanden ist." (Römer 8,34). Wenn dich die Erinnerung an deine Sünden mit Scham und Kummer erfüllt, so dient dir das doch zugleich als dunkler Hintergrund, auf dem der Glanz der Herrlichkeit und der göttlichen Liebe umso heller strahlt.
《Evening by Evening》July 6
“How many are mine iniquities and sins? make me to know my transgression and my sin.”— Job 13:23
Have you ever really weighed and considered how great the sin of God’s people is?
Think how heinous is your own transgression, and you will find that not only does a sin here and there tower up like an alp, but that your iniquities are heaped upon each other, as in the old fable of the giants who piled Pelion upon Ossa, mountain upon mountain.
What an aggregate of sin there is in the life of one of the most sanctified of God’s children! Attempt to multiply this, the sin of one only, by the multitude of the redeemed, “a number which no man can number,” and you will have some conception of the great mass of the guilt of the people for whom Jesus shed his blood.
But we arrive at a more adequate idea of the magnitude of sin by the greatness of the remedy provided. It is the blood of Jesus Christ, God’s only and well-beloved Son. God’s Son! Angels cast their crowns before him! All the choral symphonies of heaven surround his glorious throne.
“God over all, blessed forever. Amen.” And yet he takes upon himself the form of a servant, and is scourged and pierced, bruised and torn, and at last slain; since nothing but the blood of the incarnate Son of God could make atonement for our offences.
No human mind can adequately estimate the infinite value of the divine sacrifice, for great as is the sin of God’s people, the atonement which takes it away is immeasurably greater.
Therefore, the believer, even when sin rolls like a black flood, and the remembrance of the past is bitter, can yet stand before the blazing throne of the great and holy God, and cry, “Who is he that condemneth? It is Christ that died; yea rather, that hath risen again.”
While the recollection of his sin fills him with shame and sorrow, he at the same time makes it a foil to show the brightness of mercy—guilt is the dark night in which the fair star of divine love shines with serene splendour.
There's a Royal Banner
(German) Es gibt ein königliches Banner
Use for 《Morning By Morning》July 7
Depth of Mercy
(German)Tiefe der Barmherzigkeit
Use for 《Evening by Evening》July 7
《am Morgen》7. Juli
„Liebe Brüder, betet für uns." 1. Thessalonicher 5,25
Betet für eure Lehrer, die sich eurer Seelen annehmen. Diese Ermahnung zur Fürbitte für die Diener am Evangelium lasst euch heute ans Herz gelegt sein. Wir bitten mit allem Nachdruck jedes christliche Haus, jede gläubige Familie dieses innige Verlangen unseres Schriftwortes zu beachten, das zuerst ein Apostel ausgesprochen hat und das wir nun wiederholen. Liebe Brüder, die Arbeit eines Lehrers der Wahrheit ist unschätzbar wichtig, denn das Geschick von Tausenden hängt davon ab. Er hat mit den Seelen im Namen Gottes über die höchsten und heiligsten Dinge zu verhandeln, und das Wort, das er zu reden hat, wird entweder ein Geruch des Lebens zum Leben oder ein Geruch des Todes zum Tod. Auf den Zeugen des Evangeliums ruht eine große Verantwortung und es ist keine geringe Gnade, wenn sie zuletzt für unschuldig am Blut aller Menschen erklärt werden. Als Anführer im Heer Christi sind sie das besondere Angriffsziel der Menschen und der höllischen Mächte. Alle ihre Schritte und Tritte wer-den von diesen Widersachern mit gierigen Blicken bewacht und ihre Füße entfliehen kaum den Schlingen der verfolgenden Feinde. Ihre heilige Berufung setzt sie Versuchungen aus, denen andere nicht unterworfen sind. Unter vielen Entbehrungen wird ihnen wegen ihrer öffentlichen und amtlichen Stellung der persönliche Genuss an der Wahrheit genommen. Sie werden in manche Verwicklung von Umständen hineingezogen und müssen zum Herzeleid ihrer See-le sehen, wie treue Seelen vom Glauben an den lebendigen Herrn abfallen. Sie müssen mit tiefem Schmerz erleben, wie Tausende ins Verderben rennen und ihre Seele allen Mut verliert. Sie wünschen sehnlich, dass das Wort ihrer Verkündigung euch und euren Kindern zum Segen werden möge. Sie möchten den Heiligen und den Sündern Beistand gewähren. Darum, teure Brüder, bittet für sie vor Gott. O seht, wir sind elende Menschen, wenn uns die Hilfe eures Gebets fehlt. Aber selig sind wir, wenn wir in eurer Fürbitte leben. Nicht bei uns, sondern beim erhabenen Meister sucht ihr allen himmlischen Segen, aber dennoch hat Er diesen Segen oft durch Seine Knechte ausgeschüttet. Darum: Bitten wir alle, die wir als Verkündiger Seiner Wahrheit und Gnade im Dienste des Herrn stehen um Jesu willen: „Liebe Brüder, betet für uns."
《Morning By Morning》July 7
“Brethren, pray for us.”— 1 Thessalonians 5:25
This one morning in the year we reserved to refresh the reader’s memory upon the subject of prayer for ministers, and we do most earnestly implore every Christian household to grant the fervent request of the text first uttered by an apostle and now repeated by us.
Brethren, our work is solemnly momentous, involving weal or woe to thousands; we treat with souls for God on eternal business, and our word is either a savour of life unto life, or of death unto death. A very heavy responsibility rests upon us, and it will be no small mercy if at the last we be found clear of the blood of all men.
As officers in Christ’s army, we are the especial mark of the enmity of men and devils; they watch for our halting, and labour to take us by the heels. Our sacred calling involves us in temptations from which you are exempt, above all it too often draws us away from our personal enjoyment of truth into a ministerial and official consideration of it.
We meet with many knotty cases, and our wits are at a non plus; we observe very sad backslidings, and our hearts are wounded; we see millions perishing, and our spirits sink. We wish to profit you by our preaching; we desire to be blest to your children; we long to be useful both to saints and sinners; therefore, dear friends, intercede for us with our God.
Miserable men are we if we miss the aid of your prayers, but happy are we if we live in your supplications. You do not look to us but to our Master for spiritual blessings, and yet how many times has He given those blessings through His ministers; ask then, again and again, that we may be the earthen vessels into which the Lord may put the treasure of the gospel.
We, the whole company of missionaries, ministers, city missionaries and students, do in the name of Jesus beseech you
“Brethren, pray for us.”
《am Abend》7. Juli
„Ich aber ging vor dir vorüber und sah dich in deinem Blut liegen und sprach zu dir, da du so in deinem Blut lagst: Du sollst leben!" Hesekiel 16,6
Geretteter, betrachte mit tiefgefühltem Dank diesen Ruf der Gnade. Siehe, dieses „Du sollst" Gottes ist majestätisch. In unserer Schriftstelle haben wir einen Sünder vor Augen, an dem nichts als Sünde ist und der nichts als Gottes Zorn zu erwarten hat. Aber der Herr der Ewigkeit geht in Seiner Herrlichkeit vorüber, schaut, hält stil-le und spricht die einzigen, aber königlichen Worte: „Du sollst leben!" Hier spricht Gott. Wer auch sonst dürfte es wagen, mit dem Leben so zu handeln und es in zwei Wörtern zu verleihen? Dieses „Du sollst" ist aber auch mannigfaltig. Wenn Er spricht: „Du sollst leben", so beinhaltet das viel mehr. Hier ist ein gerechtfertigtes Leben: Der Sünder ist dazu bereit, verdammt zu werden, aber der Mächtige spricht „Du sollst leben!" und er erhebt sich, rein und frei von aller Schuld. Es ist ein geistliches Leben. Wir kannten Jesus nicht, unsere Augen konnten Christus nicht sehen, unsere Ohren konnten Seine Stimme nicht hören, aber da sprach Jahwe „Du sollst leben!", und wir, die wir in Übertretung und Sünden tot waren, wurden lebendig gemacht. Außerdem umschließt es ein Leben in Herrlichkeit, die Vollendung des geistlichen Lebens. „Du sollst leben!" Dieses Wort tönt weiter durch die Jahre und Lebensalter, bis der Tod kommt. Und selbst noch inmitten der Todesschatten ertönt des Herrn Stimme: „Du sollst leben!" Am Auferstehungsmorgen ist es wieder dieselbe Stimme, die der Erzengel erschallen lässt: „Du sollst leben!" Und wenn die Erlösten zum Himmel aufsteigen, um in der Herrlichkeit ihres Gottes ewige Freude zu genießen, so geschieht das in der Kraft des Wortes: „Du sollst leben!" Es ist auch ein unwiderstehliches Gebot. Saulus von Tarsus ist unterwegs nach Damaskus, um die Heiligen des lebendigen Gottes ins Gefängnis zu werfen. Da ertönt eine Stimme vom Himmel und ein Licht erscheint, heller als der Glanz der Sonne, und Saulus fragt: „Herr, was willst Du, dass ich tun soll?" Dieses Gebot ist letztlich ein Gebot der freien Gnade. Wenn Sünder selig werden, so geschieht das einzig und allein, weil Gott es will (!), um Seine freie, unverdiente und ungesuchte Gnade zu verherrlichen. Christen, seht doch unsere Stellung als Schuldner der Gnade! Zeigt doch eure Dankbarkeit durch ernsthaftes und christusgemäßes Leben! Und da Gott dir das Leben angeboten hat, siehe zu, dass du ein aufrichtiges Leben führst!
《Evening by Evening》July 7
“And when I passed by thee, and saw thee polluted in thine own blood, I said unto thee when thou wast in thy blood, Live; yea, I said unto thee when thou wast in thy blood, Live.”— Ezekiel 16:6
Saved one, consider gratefully this mandate of mercy. Note that this fiat of God is majestic.
In our text, we perceive a sinner with nothing in him but sin, expecting nothing but wrath; but the eternal Lord passes by in his glory; he looks, he pauses, and he pronounces the solitary but royal word, “Live.” There speaks a God.
Who but he could venture thus to deal with life and dispense it with a single syllable? Again, this fiat is manifold. When he saith “Live,” it includes many things. Here is judicial life. The sinner is ready to be condemned, but the mighty One saith, “Live,” and he rises pardoned and absolved.
It is spiritual life. We knew not Jesus—our eyes could not see Christ, our ears could not hear his voice—Jehovah said “Live,” and we were quickened who were dead in trespasses and sins. Moreover, it includes glory-life, which is the perfection of spiritual life.
“I said unto thee, Live:” and that word rolls on through all the years of time till death comes, and in the midst of the shadows of death, the Lord’s voice is still heard, “Live!” In the morning of the resurrection it is that self-same voice which is echoed by the arch-angel, “Live,” and as holy spirits rise to heaven to be blest forever in the glory of their God, it is in the power of this same word, “Live.”
Note again, that it is an irresistible mandate. Saul of Tarsus is on the road to Damascus to arrest the saints of the living God. A voice is heard from heaven and a light is seen above the brightness of the sun, and Saul is crying out, “Lord, what wilt thou have me to do?”
This mandate is a mandate of free grace. When sinners are saved, it is only and solely because God will do it to magnify his free, unpurchased, unsought grace. Christians, see your position, debtors to grace; show your gratitude by earnest, Christlike lives, and as God has bidden you live, see to it that you live in earnest.
《am Morgen》8. Juli
„Und Delila sprach zu Simson: Sage mir doch, worin deine große Kraft sei und womit man dich binden möge, dass man dich zwinge?" Richter 16,6
Worin liegt die geheime Kraft des Glaubens? Sie liegt in der Nahrung, von der sie lebt. Denn der Glaube forscht danach, was Verheißung ist - ein Überfluss göttlicher Gnade, ein Überströmen des Herzens unseres Gottes. Der Glaube spricht: Mein Gott hätte die-se Verheißung nicht geben können, es sei denn aus Gnade und aus liebendem Erbarmen. Deshalb ist es gewiss, dass Sein Wort erfüllt wird. Dann spricht der Glaube: Wer gab die Verheißung? Es kommt nicht auf ihre Größe an, sondern darauf, wer ihr Urheber ist. Der Glaube erinnert daran, dass dieser Urheber Gott ist, der nicht lügen kann - Gott der Allmächtige, Gott der Unwandelbare. Genau daraus schließt der Glaube, dass die Verheißung erfüllt werden muss. Und in dieser festen Überzeugung wächst der Glaube weiter. Er erinnert sich, wozu die Verheißung gegeben wurde: zur Verherrlichung Gottes. Der Glaube fühlt die völlige Gewissheit, dass Gottes Ehre niemals wanken kann, dass Er Sein Wappen nie herunternehmen wird noch den Glanz Seiner Krone verdunkeln lässt. Deshalb wird und muss die Verheißung feststehen! Dann betrachtet der Glaube auch das erstaunliche Werk Christi als einen klaren Beweis für die Absicht des Vaters, Sein Wort zu erfüllen: „Welcher auch seines eigenen Sohnes nicht hat verschonet, sondern hat Ihn für uns alle dahingegeben; wie sollte Er uns mit Ihm nicht alles schenken?" (Römer 8, 32). Weiter sieht der Glaube auf das Vergangene, denn seine Kämpfe haben ihn gestärkt und seine Siege haben ihn ermutigt. Er gedenkt, dass Gott ihn nie verlassen hat. Ja, und dass Er auch nie ein einziges Seiner Kinder vergessen hat. Er schaut zurück auf die Zeiten großer Not und auf die Stunden schrecklicher Gefahr, als dann endlich die Erlösung kam, und der Glaube ruft: „Nein, nie will ich mich dem Gedanken hingeben, dass Er sich ändern und nun Seinen Knecht verlassen kann. Bis hierher hat mir der Herr geholfen, Er wird auch weiter helfen." So schaut der Glaube jede Verheißung in ihrem Zusammenhang mit Dem an, der sie gegeben hat. Darum spricht er voller Zuversicht: Wahrlich, Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar" (Psalm 23,6). „Denn Gott, der Herr, ist Sonne und Schild, der Herr gibt Gnade und Ehre, Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen" (Psalm 84,12).
《Morning By Morning》July 8
“And Delilah said to Samson, Tell me, I pray thee, wherein thy great strength lieth, and wherewith thou mightest be bound to afflict thee.”— Judges 16:6
Where lies the secret strength of faith?
It lies in the food it feeds on; for faith studies what the promise is—an emanation of divine grace, an overflowing of the great heart of God; and faith says, “My God could not have given this promise, except from love and grace; therefore it is quite certain his Word will be fulfilled.”
Then faith thinketh, “Who gave this promise?” It considereth not so much its greatness, as, “Who is the author of it?” She remembers that it is God who cannot lie—God omnipotent, God immutable; and therefore concludeth that the promise must be fulfilled; and forward she advances in this firm conviction.
She remembereth, why the promise was given—namely, for God’s glory, and she feels perfectly sure that God’s glory is safe, that he will never stain his own escutcheon, nor mar the lustre of his own crown; and therefore the promise must and will stand.
Then faith also considereth the amazing work of Christ as being a clear proof of the Father’s intention to fulfil his word. “He that spared not his own Son, but freely delivered him up for us all, how shall he not with him also freely give us all things?”
Moreover faith looks back upon the past, for her battles have strengthened her, and her victories have given her courage. She remembers that God never has failed her; nay, that he never did once fail any of his children.
She recollecteth times of great peril, when deliverance came; hours of awful need, when as her day her strength was found, and she cries, “No, I never will be led to think that he can change and leave his servant now.
Hitherto the Lord hath helped me, and he will help me still.” Thus faith views each promise in its connection with the promise-giver, and, because she does so, can with assurance say, “Surely goodness and mercy shall follow me all the days of my life!”
《am Abend》8. Juli
„HERR, zeige mir deine Wege und lehre mich deine Steige; leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich! Denn du bist der Gott, der mir hilft; täglich harre ich dein." Psalm 25,4-5
Wenn der Gläubige angefangen hat mit zitternden Füßen auf Gottes Wegen zu gehen, braucht er Leitung und Führung wie ein kleines Kind, das die hilfreiche Hand der Mutter ergreift. Er sehnt sich nach umfassender Unterweisung im Alphabet der Wahrheit. Die Grundausrichtung seines Gebetes ist das Verlangen nach innerer Erfahrung. David hatte viel Erkenntnis, aber er fühlte wohl seine Unwissenheit und begehrte in der Schule des Herrn fortgebildet zu werden. Vier Mal in zwei Versen bittet er um Belehrung in der Schule der Gnade. Es wäre gut, wenn manche Bekenner der biblischen Wahrheit, statt ihren eigenen Ansichten zu folgen und neue Erkenntnisse zu suchen, nach den guten alten Wegen der ewigen Gottes-Wahrheit fragen und den Heiligen Geist darum anflehen würden, dass Er ihnen ein geheiligtes Verständnis und einen belehrbaren Sinn schenken möge. „Denn Du bist der Gott, der mir hilft." Der dreieinige Jahwe ist der Urheber und Vollender des Heils für Sein Volk. Liebe Seele, ist Er der Vollender deines Heils? Ist Er der Gott, der dir hilft? Findest du in des Vaters Erbarmen, in des Sohnes Versöhnung und in des Heiligen Geistes Erweckung allen Grund deiner ewigen Hoffnung? Dann darfst du diese Wahrheit als ein Pfand betrachten, das dir noch weitere Segnungen zuteilwerden lässt. Wenn der Herr dich zur Seligkeit geführt hat, verweigert Er dir nicht, dich noch weiter auf den Wegen Seines Heils zu unterrichten. Es ist eine unbeschreibliche Freude wie wir sie hier bei David finden, wenn wir den Herrn mit Zuversicht an-rufen können. Sie gibt unserem Gebet eine große Kraft und tröstet uns in Trübsal. „Täglich harre ich Deiner." Geduld ist die begehrens-werte Dienerin und Tochter des Glaubens. Wir warten voller Freude, wenn wir Gewissheit haben, dass wir nicht umsonst warten. Es ist unsere Pflicht und unser Vorrecht auf den Herrn zu warten im Gottesdienst, im Gebet, in der Hoffnung und im täglichen Vertrauen auf Seine Hilfe. Unser Glaube wird ein erprobter Glaube sein. Und wenn unser Glaube auf festem Grund steht, dann erträgt er auch den Dauertest ohne Wanken. Wir sollten des Wartens auf Gott nicht müde werden wenn wir bedenken, wie lange und gnädig Er einst auf uns gewartet hat!
《Evening by Evening》July 8
“Lead me in thy truth, and teach me: for thou art the God of my salvation; on thee do I wait all the day.”— Psalm 25:5
When the believer has begun with trembling feet to walk in the way of the Lord, he asks to be still led onward like a little child upheld by its parent’s helping hand, and he craves to be further instructed in the alphabet of truth.
Experimental teaching is the burden of this prayer. David knew much, but he felt his ignorance, and desired to be still in the Lord’s school: four times over in two verses he applies for a scholarship in the college of grace.
It were well for many professors if instead of following their own devices, and cutting out new paths of thought for themselves, they would enquire for the good old ways of God’s own truth, and beseech the Holy Ghost to give them sanctified understandings and teachable spirits.
“For thou art the God of my salvation.” The Three-One Jehovah is the Author and Perfecter of salvation to his people.
Reader, is he the God of your salvation? Do you find in the Father’s election, in the Son’s atonement, and in the Spirit’s quickening, all the grounds of your eternal hopes? If so, you may use this as an argument for obtaining further blessings; if the Lord has ordained to save you, surely he will not refuse to instruct you in his ways.
It is a happy thing when we can address the Lord with the confidence which David here manifests, it gives us great power in prayer, and comfort in trial. “On thee do I wait all the day.” Patience is the fair handmaid and daughter of faith; we cheerfully wait when we are certain that we shall not wait in vain.
It is our duty and our privilege to wait upon the Lord in service, in worship, in expectancy, in trust all the days of our life. Our faith will be tried faith, and if it be of the true kind, it will bear continued trial without yielding.
We shall not grow weary of waiting upon God if we remember how long and how graciously he once waited for us.