《am Morgen》17. Januar
„Und ich sah das Lamm stehen auf dem Berg Zion..." Offenbarung 14,1
Dem Apostel Johannes war es vergönnt, ins Heiligtum des Himmels hineinzuschauen. Er beschreibt uns, was er dort gesehen hat: „Ich sah das Lamm!" Das zeigt uns: Der Hauptgegenstand der anbetenden Betrachtung im Himmel ist „das Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt" (Johannes 1, 29). Nichts anderes zieht die Aufmerksamkeit des Apostels in solchem Maß auf sich, wie die Person jenes göttlichen Wesens, das uns mit Seinem Blut erkauft hat. Das Lamm ist der Gegenstand des Lobgesanges aller verklärten Geister und heiligen Engel. Lieber Christ, siehe hier deine Wonne: du hast hinauf geblickt und hast das Lamm gesehen. Durch den Schleier deiner Tränen hindurch haben deine Augen das Lamm Gottes geschaut, welches deine Sünden trägt. Darum freue dich und sei fröhlich! Wenn nach einer kurzen Zeitspanne die Tränen von deinen Augen abgewischt werden, wirst du das Lamm auf dem Thron erhöht erblicken. Es ist deines Herzens Wonne, täglich mit deinem Jesus zusammen zu sein. Im Himmel darfst du diese Freude in vollem und hohem Maß genießen; du darfst dich an dem unverhüllten Anblick Seiner Gegenwart weiden; du darfst ewiglich bei Ihm sein. „Ich sah das Lamm stehen!" O, dieses Lamm ist der Himmel. Ein teurer Gottesmann hat gesagt: „Himmel und Christus sind ein und dasselbe." Bei Christus sein, heißt im Himmel sein. Und im Himmel sein, heißt bei Christus sein. Jenes Kind Gottes schreibt in einem seiner herrlichen Briefe: „O mein Herr Jesu Christ, wenn ich ohne dich müsste im Himmel sein, so würde er mir zu Hölle, und wenn ich müsste in der Hölle sein, und hätte dich noch, so würde sie mir zum Himmel, denn Du allein bist der Himmel, nach dem ich mich sehne." Ist es so, lieber Christ? Spricht dein Herz nicht auch so:
„Jesu, ew'ge Sonne! Meer der Himmelssonne!
Höchste Liebe, du!
O, wer dich gefunden, sich mit dir verbunden,
der hat wahre Ruh.
Wahres Licht, ein andrer nicht!
Ach, kann's einen Himmel geben, ohne dich, du Leben?"
Alles, was du zu deiner unaussprechlichen Seligkeit nötig hast,
ist: „Bei Christus zu sein."
《Morning By Morning》January 17
“And I looked, and, lo, a Lamb stood on the mount Sion, and with him an hundred forty and four thousand, having his Father’s name written in their foreheads.”— Revelation 14:1
The apostle John was privileged to look within the gates of heaven, and in describing what he saw, he begins by saying, “I looked, and, lo, a Lamb!” This teaches us that the chief object of contemplation in the heavenly state is “the Lamb of God, which taketh away the sins of the world.”
Nothing else attracted the apostle’s attention so much as the person of that Divine Being, who hath redeemed us by his blood. He is the theme of the songs of all glorified spirits and holy angels.
Christian, here is joy for thee; thou hast looked, and thou hast seen the Lamb. Through thy tears thine eyes have seen the Lamb of God taking away thy sins. Rejoice, then. In a little while, when thine eyes shall have been wiped from tears, thou wilt see the same Lamb exalted on his throne.
It is the joy of thy heart to hold daily fellowship with Jesus; thou shalt have the same joy to a higher degree in heaven; thou shalt enjoy the constant vision of his presence; thou shalt dwell with him forever.
“I looked, and, lo, a Lamb!” Why, that Lamb is heaven itself; for as good Rutherford says, “Heaven and Christ are the same thing;” to be with Christ is to be in heaven, and to be in heaven is to be with Christ.
That prisoner of the Lord very sweetly writes in one of his glowing letters—”O my Lord Jesus Christ, if I could be in heaven without thee, it would be a hell; and if I could be in hell, and have thee still, it would be a heaven to me, for thou art all the heaven I want.”
It is true, is it not, Christian? Does not thy soul say so?
“Not all the harps above
Can make a heavenly place,
If God his residence remove,
Or but conceal his face.”
All thou needest to make thee blessed, supremely blessed, is “to be with Christ.”
《am Abend》17. Januar
„Und es begab sich, dass David um den Abend aufstand von seinem Lager und ging auf dem Dach des Königshauses und sah vom Dach ein Weib sich waschen; und das Weib war sehr schöner Gestalt." 2. Samuel 11,2
David sah Bathseba. Auch wir stehen nie außerhalb von Bereichen der Versuchung. Seien wir zu Hause oder aus dem Haus. Ständig sind wir der Gefahr ausgesetzt, der Versuchung zu begegnen. Der Mor-gen bringt seine Gefahren und im Schatten des Abends finden wir uns noch immer umgeben von gefährlichen Schlingen. Wen der Herr behütet, der ist wohl bewahrt. Aber wehe denen, die hinausgehen in die Welt oder gar in ihrem eigenen Hause wandeln, ohne wohl bewaffnet zu sein. Wer sich sicher dünkt, der ist mehr in Gefahr als jeder andere. Das Selbstvertrauen ist der Waffenträger der Sünde. David hätte in den Kriegskämpfen des Herrn stehen sollen. Statt-dessen blieb er in Jerusalem. Er gab sich einer weichlichen Ruhe hin und am Abend stand er von seinem Lager auf. Müßiges Wesen und Weichlichkeit sind des Teufels Jagdhunde und treiben ihm reichlich Beute zu. In sumpfigen Gewässern wimmelt schädliches Gewürm und ein unbebauter Boden lässt bald ein üppiges Gewirr von Disteln und Dornen aufschießen. Ach, was für eine köstliche Liebe erweist uns doch der Herr Jesus, wenn er uns tätig und nützlich beschäftigt! Es ist möglich, dass der König auf das Dach seines Hauses gestiegen war um zu beten und sich zu sammeln. Wenn dem so ist, wie viel mehr sind wir zur größten Vorsicht aufgefordert, dass wir nicht ein-mal das innerste Heiligtum vor der Sünde für sicher halten sollen! Wenn unser Herz einem Pulverfass gleicht, das an einem Ort steht, wo dichte Feuerfunken sprühen, so müssen wir fleißig Acht darauf geben, dass nicht etwa ein Funke hineinfällt und großes Unheil an-richtet. Der Satan kann auch die Zinne des Hauses besteigen und sich in unser Gebetskämmerlein einschleichen. Aber selbst wenn wir diesen argen Feind fern halten könnten, so ist unsere eigene verdorbene Natur fähig genug, uns zu Grunde zu richten, wenn uns nicht die Gnade bewahrt. Fühle dich niemals sicher! Die Sonne geht unter, aber die Sünde nicht. Wir bedürfen eines Hüters für die Nacht wie eines Wächters für den Tag. O Heiliger Geist, bewahre uns in dieser Nacht vor allem Übel! Amen.
《Evening by Evening》January 17
“And it came to pass in an eveningtide, that David arose from off his bed, and walked upon the roof of the king’s house: and from the roof he saw a woman washing herself; and the woman was very beautiful to look upon.”— 2 Samuel 11:2
At that hour David saw Bathsheba. We are never out of the reach of temptation. Both at home and abroad we are liable to meet with allurements to evil; the morning opens with peril, and the shades of evening find us still in jeopardy.
They are well kept whom God keeps, but woe unto those who go forth into the world, or even dare to walk their own house unarmed. Those who think themselves secure are more exposed to danger than any others. The armour-bearer of Sin is Self-confidence.
David should have been engaged in fighting the Lord’s battles, instead of which he tarried at Jerusalem, and gave himself up to luxurious repose, for he arose from his bed at eventide. Idleness and luxury are the devil’s jackals, and find him abundant prey.
In stagnant waters noxious creatures swarm, and neglected soil soon yields a dense tangle of weeds and briars. Oh for the constraining love of Jesus to keep us active and useful! When I see the King of Israel sluggishly leaving his couch at the close of the day, and falling at once into temptation, let me take warning, and set holy watchfulness to guard the door.
Is it possible that the king had mounted his housetop for retirement and devotion? If so, what a caution is given us to count no place, however secret, a sanctuary from sin! While our hearts are so like a tinder-box, and sparks so plentiful, we had need use all diligence in all places to prevent a blaze.
Satan can climb housetops, and enter closets, and even if we could shut out that foul fiend, our own corruptions are enough to work our ruin unless grace prevent. Reader, beware of evening temptations. Be not secure. The sun is down but sin is up.
We need a watchman for the night as well as a guardian for the day. O blessed Spirit, keep us from all evil this night. Amen.
《am Morgen》18. Januar
„Darum ist noch eine Ruhe vorhanden dem Volke Gottes." Hebräer 4,9
Der Zustand des Gläubigen im Himmel wird ganz anders als hier auf Erden sein! Hier wird er zu Leiden und Trübsal geboren, aber im Land der Ewigkeit kennt man weder Sorge noch Mühe. Will er hier dem Meister nachfolgen, so reicht seine Kraft nicht so weit wie sein Streben. Er muss ständig seufzen: „O, hilf mir, dass ich dir dienen kann, mein Gott!" Wenn er recht tätig ist, so wartet sehr viel Arbeit auf ihn. Nicht zu viel für seinen Willen, aber mehr als genug für seine Kräfte, so dass er ausrufen muss: „Die Lust zur Arbeit fehlt mir nicht, aber ihre Last ist mir zu groß." Ach, lieber Christ, der Tag heißer Mühen währt nicht ewig und die Sonne neigt sich schon. Doch Sie geht wieder auf und bringt einen herrlicheren Tag. Einen, wie du ihn noch niemals erlebt hast: in einem Land, wo man Tag und Nacht dient und dennoch von der Arbeit ruht. Hier auf Erden ist die Ruhe Stückwerk, dort ist sie vollkommen. Hier ist der Christ ständig in Unruhe; er fühlt, dass er das Ziel noch nicht erreicht hat. Dort genießen alle die Ruhe; sie haben Ruhe gefunden am Herzen ihres Gottes. Höher geht es nicht. Sehne dich, du von Trübsal Ermüdeter, nach der ewigen Ruhe, die dich dort erwartet! Kannst du es fassen? Es ist eine ewige Ruhe, eine Ruhe, die bleibt. Hier tragen meine besten Freuden die Überschrift „sterblich". Meine schönsten Blumen welken dahin. In meinem köstlichsten Becher findet sich die trübe Hefe. Meine muntersten und buntesten Vögel rafft des Todes Pfeil dahin. Meine vergnügtesten Tage verfinstern sich zur Nacht und die Fluten meiner Seligkeit verlaufen sich in der Ebbe der Sorgen. Dort aber ist alles unsterblich! Die Harfen verrosten nicht. Die Krone verwelkt nicht. Das Auge verdunkelt sich nicht. Die Stimme versagt nicht. Das Herz verzagt nicht und die unsterbliche Seele ist ganz aufgelöst in unaussprechlicher Freude. Seliger Tag! O seliger Tag, an dem die Sterblichkeit von der Unsterblichkeit verschlungen wird und der ewige Sabbat beginnt!
„Ach, Flügel her! Wir müssen eilen und uns nicht länger hier verweilen, dort wartet schon die frohe Schar! Fort, fort, mein Geist, zum Jubilieren! Auf, gürte dich zum Triumphieren, auf, auf, es kommt das Ruhejahr!"
《Morning By Morning》January 18
“There remaineth therefore a rest to the people of God.”— Hebrews 4:9
How different will be the state of the believer in heaven from what it is here! Here he is born to toil and suffer weariness, but in the land of the immortal, fatigue is never known. Anxious to serve his Master, he finds his strength unequal to his zeal: his constant cry is, “Help me to serve thee, O my God.” If he be thoroughly active, he will have much labour; not too much for his will, but more than enough for his power, so that he will cry out, “I am not wearied of the labour, but I am wearied in it.” Ah! Christian, the hot day of weariness lasts not forever; the sun is nearing the horizon; it shall rise again with a brighter day than thou hast ever seen upon a land where they serve God day and night, and yet rest from their labours. Here, rest is but partial, there, it is perfect. Here, the Christian is always unsettled; he feels that he has not yet attained. There, all are at rest; they have attained the summit of the mountain; they have ascended to the bosom of their God. Higher they cannot go. Ah, toil-worn labourer, only think when thou shalt rest forever! Canst thou conceive it? It is a rest eternal; a rest that “remaineth.” Here, my best joys bear “mortal” on their brow; my fair flowers fade; my dainty cups are drained to dregs; my sweetest birds fall before Death’s arrows; my most pleasant days are shadowed into nights; and the flood-tides of my bliss subside into ebbs of sorrow; but there, everything is immortal; the harp abides unrusted, the crown unwithered, the eye undimmed, the voice unfaltering, the heart unwavering, and the immortal being is wholly absorbed in infinite delight. Happy day! happy! when mortality shall be swallowed up of life, and the Eternal Sabbath shall begin.
《am Abend》18. Januar
„Und fing an von Mose und allen Propheten und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren." Lukas 24,27
Die beiden Jünger auf dem Wege nach Emmaus hatten eine äußerst gesegnete Reise. Ihr Gefährte war der beste Lehrmeister. Er legte ihnen Gottes Wort aus, in dem alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen sind. Der Herr Jesus ließ sich herab, um ein Prediger des Evangeliums zu werden. Er schämte sich nicht, Seinen Dienst vor einer Zuhörerschaft von zwei Personen zu tun. Und so weigert er sich auch nicht, Lehrer für einen Einzigen zu sein. Suchen wir mit allem Fleiß den Umgang eines so vortrefflichen Lehrers! Denn wenn es uns nicht zur Weisheit gereicht, werden wir niemals weise zur Seligkeit. Dieser unvergleichliche Lehrer und Erzieher gebraucht das Beste aller Bücher als Lehrbuch. Obwohl Er im Stande war neue Wahrheiten darzulegen, zog Er es dennoch vor die alte Wahrheit zu erklären. In Seiner Allwissenheit wusste Er um die lehrreichste und greifbarste Art des Unterrichts. Er fing an von Mose und den Propheten und zeigte, dass der sicherste Weg zur Weisheit nicht das Philosophieren und das Spekulieren oder das Lesen menschlicher Bücher, sondern das Forschen im Wort Gottes ist. Der trefflichste Weg, um geistlich reich zu werden an himmlischer Erkenntnis ist der, dass wir in diesem Diamantschacht graben, im himmlischen Meer Perlen suchen. Wenn der Herr Jesus danach trachtete, andere reich zu machen, so arbeitete er in den tiefen Schächten der Heiligen Schrift. Die beneidenswerten Jünger wurden angeleitet, den besten aller Stoffe zu betrachten, denn Jesus sprach von sich selbst und legte ihnen aus, was von Ihm geschrieben war. Der Herr des Hauses führte Seine Gäste an Seine Tafel und stellte ihnen Seine eigenen Lieblingsgerichte darauf. Der die Schätze in seinem Acker verborgen hatte, führte die Schatzgräber selber dazu. Unser Herr redete natürlich von dem Lieblichsten und Seligsten. Köstlicheres als Sein eigenes Wesen und Wirken konnte Er nicht finden. Wenn wir in der Schrift forschen, sollte unser Blick immer auf beides gerichtet sein. O, welch eine Gnade, mit Jesus Sein heiliges Wort zu betrachten, sodass er unser Lehrer und zugleich der Gegenstand unserer Betrachtung ist!
《Evening by Evening》January 18
“And beginning at Moses and all the prophets, he expounded unto them in all the scriptures the things concerning himself.”— Luke 24:27
The two disciples on the road to Emmaus had a most profitable journey. Their companion and teacher was the best of tutors; the interpreter one of a thousand, in whom are hid all the treasures of wisdom and knowledge.
The Lord Jesus condescended to become a preacher of the gospel, and he was not ashamed to exercise his calling before an audience of two persons, neither does he now refuse to become the teacher of even one. Let us court the company of so excellent an Instructor, for till he is made unto us wisdom we shall never be wise unto salvation.
This unrivalled tutor used as his class-book the best of books. Although able to reveal fresh truth, he preferred to expound the old. He knew by his omniscience what was the most instructive way of teaching, and by turning at once to Moses and the prophets, he showed us that the surest road to wisdom is not speculation, reasoning, or reading human books, but meditation upon the Word of God.
The readiest way to be spiritually rich in heavenly knowledge is to dig in this mine of diamonds, to gather pearls from this heavenly sea. When Jesus himself sought to enrich others, he wrought in the quarry of Holy Scripture.
The favoured pair were led to consider the best of subjects, for Jesus spake of Jesus, and expounded the things concerning himself. Here the diamond cut the diamond, and what could be more admirable?
The Master of the House unlocked his own doors, conducted the guests to his table, and placed his own dainties upon it. He who hid the treasure in the field himself guided the searchers to it. Our Lord would naturally discourse upon the sweetest of topics, and he could find none sweeter than his own person and work: with an eye to these we should always search the Word.
O for grace to study the Bible with Jesus as both our teacher and our lesson!
《am Morgen》19. Januar
„Des Nachts auf meinem Lager suchte ich, den meine Seele liebt. Ich suchte; aber ich fand ihn nicht." Hohelied 3,1
Sage mir, wo du die Gemeinschaft in Christus verloren hast, so will ich dir sagen, wo du sie am leichtesten wiederfindest. Hast du deinen Dann musst du Ihn dort auch wieder suchen und finden. Hast du den Heiland im Kämmerlein verloren, als du im Gebet lässiger wurdest? Herrn durch die Sünde verloren, dann findest du Ihn nur so wieder, indem du die Sünde aufgibst und durch den Heiligen Geist das Glied, in welchem die Sündenlust wohnt, zu töten suchst. Hast du Christus durch Gleichgültigkeit gegen Sein Heiliges Wort verloren? Dann suche Christus in der Schrift. Es ist ein wahres Sprichwort: „Suche deine Sachen, wo du sie verloren hast." So suche deinen Freund, wo du Ihn verloren hast, denn Er ist nicht weggegangen. Aber es ist ein hartes Stück Arbeit umzukehren, um Christus zu suchen. Der Baptistenprediger John Bunyan erzählt uns, dass der Pilger keinen Weg so beschwerlich und traurig gefunden habe, wie den zurück zur Laube der Erholung am Hügel der Beschwerde, wo er seinen Brief verloren hatte. Fünf Stunden steigen ist leichter als eine Viertelstunde zurück-zugehen, um den verlorenen Pfad wieder zu suchen. - Darum, wenn du deinen Herrn gefunden hast, so bleibe bei Ihm. Aber wie kommt es, dass du Ihn verloren hast? Man sollte denken, du hättest einen so unvergleichlichen Freund nie verlassen sollen, dessen Nähe so selig, dessen Rede so tröstlich und dessen Umgang so erquickend ist! Warum hast du denn nicht jeden Augenblick auf Ihn geachtet, damit du Ihn nicht aus den Augen verlierst? Und doch ist es jetzt, da du Ihn verloren hast, eine große Gnade, dass du Ihn suchst, trotz deines bangen Seufzens: „Ach, dass ich wüsste, wo ich Ihn finden soll!" Geh und suche, denn es ist gefährlich, wenn du ohne deinen Herrn bist. Ohne Christus bist du wie ein Schaf ohne Hirte; wie ein Baum ohne tränkendes Wasser; wie ein welkes Blatt im Sturm, abgelöst vom Baum des Lebens. Suche Ihn von ganzem Herzen, so lässt Er sich von dir finden. Nur biete alles auf Ihn zu suchen, und du wirst Ihn wieder finden, zu deiner Freude und Wonne!
„Jesu, meine Freude, meines Herzens Weide,
Jesu, meine Zier!
Ach, wie lange, lange, ist dem Herzen bange,
und verlangt nach Dir!"
《Morning By Morning》January 19
“By night on my bed I sought him whom my soul loveth: I sought him, but I found him not.”— Song of Solomon 3:1
Tell me where you lost the company of Christ, and I will tell you the most likely place to find him.
Have you lost Christ in the closet by restraining prayer? Then it is there you must seek and find him.
Did you lose Christ by sin? You will find Christ in no other way but by the giving up of the sin, and seeking by the Holy Spirit to mortify the member in which the lust doth dwell.
Did you lose Christ by neglecting the Scriptures? You must find Christ in the Scriptures.
It is a true proverb, “Look for a thing where you dropped it, it is there.” So look for Christ where you lost him, for he has not gone away. But it is hard work to go back for Christ. Bunyan tells us, the pilgrim found the piece of the road back to the Arbour of Ease, where he lost his roll, the hardest he had ever travelled. Twenty miles onward is easier than to go one mile back for the lost evidence.
Take care, then, when you find your Master, to cling close to him. But how is it you have lost him? One would have thought you would never have parted with such a precious friend, whose presence is so sweet, whose words are so comforting, and whose company is so dear to you!
How is it that you did not watch him every moment for fear of losing sight of him? Yet, since you have let him go, what a mercy that you are seeking him, even though you mournfully groan, “O that I knew where I might find him!”
Go on seeking, for it is dangerous to be without thy Lord. Without Christ you are like a sheep without its shepherd; like a tree without water at its roots; like a sere leaf in the tempest—not bound to the tree of life.
With thine whole heart seek him, and he will be found of thee: only give thyself thoroughly up to the search, and verily, thou shalt yet discover him to thy joy and gladness.
《am Abend》19. Januar
„Da öffnete er ihnen das Verständnis, dass sie die Schrift verstanden." Lukas 24,45
Der, von dem wir gestern hörten und der den Seinen die Schrift öffnete, tritt uns heute als der vor Augen, der auch „das Verständnis" dafür öffnet. In jenem ersten Dienst stehen Ihm manche Mitarbeiter zur Seite, aber im Zweiten steht Er allein da. Viele bringen Gottes Wort den Gemütern nahe, aber der Herr allein kann ihr Herz zubereiten, damit es das Wort auch aufnimmt. Unser Herr Jesus unterscheidet sich von allen anderen Lehrern. Diese erreichen das Ohr, Er aber unterrichtet das Herz. Sie haben es mit dem geschriebenen Wort zu tun. Er aber teilt den inneren Sinn für das Verstehen der Wahrheit mit, damit wir ihre Kraft und ihren Geist erfahren und erfassen. Die ungebildetsten unter den Menschen werden reife Schüler der Gnade, wenn der Herr Jesus ihnen durch Seinen Heiligen Geist die Geheimnisse Seines Königreiches entschleiert und ihnen die heilige Salbung verleiht, durch die sie imstande sind das Unsichtbare zu er-fassen. Selig sind wir, wenn unser Verständnis vom Meister selbst bereitet und gestärkt wird! Wie viele Männer voll tiefer Gelehrsamkeit bleiben unwissend in den Dingen der unsichtbaren, ewigen Welt! Sie reden vom tötenden Buchstaben des Wortes der Offenbarung, aber seine lebendige Kraft erkennen sie nicht. Ein Schleier liegt über ihrer Seele, durch den das Auge der fleischlichen Vernunft nicht hindurch-dringen kann. So stand es noch vor kurzem mit uns! Wir, die wir jetzt klar sehen, waren damals noch ganz und gar verblendet. Die Wahrheit war für uns eine vom Dunkel der Nacht verhüllte Schönheit, etwas Unbekanntes und Unbeachtetes. Wäre nicht die Liebe Jesu gewesen, so wären wir bis zu dieser Stunde in tiefster Unwissenheit geblieben. Denn ohne Sein gnädiges Auftun unseres Verstehens wären wir nie zur geistlichen Erkenntnis durchgedrungen. Menschliche Schulen können lehren was man glauben soll, aber allein die Schule Christi kann uns unterweisen, wie man es wirklich glaubt. So wollen wir uns zu Jesu Füßen setzen und in ernstlichem Gebet Seine gnädige Hilfe erflehen, damit unser verfinsterter Sinn erleuchtet und unser schwaches Verständnis zur Aufnahme der himmlischen Weisheit tüchtig gemacht werde.
《Evening by Evening》January 19
Then opened he their understanding, that they might understand the scriptures, (Luke 24:45)
He whom we viewed last evening as opening Scripture, we here perceive opening the understanding. In the first work he has many fellow-labourers, but in the second he stands alone; many can bring the Scriptures to the mind, but the Lord alone can prepare the mind to receive the Scriptures.
Our Lord Jesus differs from all other teachers; they reach the ear, but he instructs the heart; they deal with the outward letter, but he imparts an inward taste for the truth, by which we perceive its savour and spirit.
The most unlearned of men become ripe scholars in the school of grace when the Lord Jesus by his Holy Spirit unfolds the mysteries of the kingdom to them, and grants the divine anointing by which they are enabled to behold the invisible.
Happy are we if we have had our understandings cleared and strengthened by the Master! How many men of profound learning are ignorant of eternal things! They know the killing letter of revelation, but its killing spirit they cannot discern; they have a veil upon their hearts which the eyes of carnal reason cannot penetrate.
Such was our case a little time ago; we who now see were once utterly blind; truth was to us as beauty in the dark, a thing unnoticed and neglected. Had it not been for the love of Jesus we should have remained to this moment in utter ignorance, for without his gracious opening of our understanding, we could no more have attained to spiritual knowledge than an infant can climb the Pyramids, or an ostrich fly up to the stars.
Jesus’ College is the only one in which God’s truth can be really learned; other schools may teach us what is to be believed, but Christ’s alone can show us how to believe it. Let us sit at the feet of Jesus, and by earnest prayer call in his blessed aid that our dull wits may grow brighter, and our feeble understandings may receive heavenly things.
《am Morgen》20. Januar
„Abel ward ein Schäfer." 1. Mose 4,2b
Abel heiligte seinen Beruf zur Verherrlichung des Herrn und brachte auf seinem Altar ein blutiges Opfer. Und der Herr sah Abel und sein Opfer gnädig an. Dies früheste Vorbild auf unseren Herrn ist wunderbar klar und deutlich. Es ist wie der erste Lichtstrahl, der bei Sonnenaufgang hervorbricht. Zwar offenbart er nicht alles, aber er verkündigt, dass die Sonne erscheint. In Abel, dem Hirten und Priester, der dem Herrn ein Opfer darbringt, sehen wir unseren Herrn vorgezeichnet, der seinem Vater ein Opfer bringt, das Gott in alle Ewigkeit wohlgefällig ist. Abel wurde von seinem Bruder gehasst, ja gehasst ohne allen Grund. Das musste auch der Heiland erfahren. Denn der natürliche und fleischliche Mensch hasst den Frommen, in dem der Geist der Gnade erkannt wird. Er ruht nicht, bis dass er sein Blut vergossen hat. Abel kam um und besprengte Opfer und Altar mit seinem eigenen Blut. Damit bildet er den Herrn Jesus ab, den die Feindschaft der Menschen erwürgte, während er als Priester vor dem Herrn stand. „Der gute Hirte lässt sein Leben für seine Schafe." (Johannes 10, 11). Lasst uns über ihn weinen, denn wir sehen, wie der Hass der Menschenkinder ihn zu Tode gebracht, die Hörner Seines Altars mit Seinem Blut befleckt hat. Abels Blut redet: „Der Herr sprach zu Kain: Die Stimme deines Bruders Blut schreit zu mir von der Erde." (Vers 10). Das Blut Jesu hat eine mächtige Sprache. Es schreit nicht um Rache, sondern um Gnade. Köstlich ist es am Altar unseres guten Hirten zu stehen und zu sehen, wie er dort wie ein geschlachteter Priester blutet; und um dann zu hören, wie Sein Blut Seiner ganzen Herde Friede verkündigt! Frieden im Gewissen, Frieden zwischen Juden und Heiden, Frieden zwischen dem Menschen und seinem Schöpfer, der beleidigt wurde, Frieden für Zeit und Ewigkeit allen blutgewaschenen Menschen. Abel ist der erste Schafhirte nach der Zeit, aber unsere Herzen sollen den Herrn Jesus als den Vornehmsten obenan setzen. Du großer Hüter Deiner Schafe, wir, das Volk Deiner Weide, preisen Dich von ganzem Herzen, denn Du bist für uns geschlachtet.
„Du bist mein treuer Seelenhirt
und bist für mich gestorben;
Du hast mich, als ich war verirrt, mit Deinem Blut erworben!"
《Morning By Morning》January 20
“And she again bare his brother Abel. And Abel was a keeper of sheep, but Cain was a tiller of the ground.”— Genesis 4:2
As a shepherd Abel sanctified his work to the glory of God, and offered a sacrifice of blood upon his altar, and the Lord had respect unto Abel and his offering. This early type of our Lord is exceedingly clear and distinct.
Like the first streak of light which tinges the east at sunrise, it does not reveal everything, but it clearly manifests the great fact that the sun is coming. As we see Abel, a shepherd and yet a priest, offering a sacrifice of sweet smell unto God, we discern our Lord, who brings before his Father a sacrifice to which Jehovah ever hath respect.
Abel was hated by his brother—hated without a cause; and even so was the Saviour: the natural and carnal man hated the accepted man in whom the Spirit of grace was found, and rested not until his blood had been shed.
Abel fell, and sprinkled his altar and sacrifice with his own blood, and therein sets forth the Lord Jesus slain by the enmity of man while serving as a priest before the Lord. “The good Shepherd layeth down his life for the sheep.”
Let us weep over him as we view him slain by the hatred of mankind, staining the horns of his altar with his own blood. Abel’s blood speaketh. “The Lord said unto Cain, The voice of thy brother’s blood crieth unto me from the ground.'”
The blood of Jesus hath a mighty tongue, and the import of its prevailing cry is not vengeance but mercy. It is precious beyond all preciousness to stand at the altar of our good Shepherd! to see him bleeding there as the slaughtered priest, and then to hear his blood speaking peace to all his flock, peace in our conscience, peace between Jew and Gentile, peace between man and his offended Maker, peace all down the ages of eternity for blood-washed men.
Abel is the first shepherd in order of time, but our hearts shall ever place Jesus first in order of excellence. Thou great Keeper of the sheep, we the people of thy pasture bless thee with our whole hearts when we see thee slain for us.
《am Abend》20. Januar
„Wende meine Augen ab, dass sie nicht sehen nach unnützer Lehre; sondern erquicke mich auf deinem Wege." Psalm 119,37
Es gibt vielerlei Eitelkeiten. Die Narrenkappe und das Glöcklein der Toren, die Lust dieser Welt, der Tanz, der Jubel und der Taumelbecher des Leichtsinns. Von alldem weiß die Welt wohl, dass es eitel ist. Sie alle tragen an ihrer Stirn ihren Namen und Titel geschrieben. Weit schädlicher sind aber noch andere eitle Dinge: die Sorgen dieser Welt und der Betrug des Reichtums. Ein Mensch kann in seiner Geschäftsstube ebenso der Eitelkeit und der Torheit nachjagen, wie im Theater. Wenn er sein Leben lang darauf hinarbeitet Schätze zu sammeln, so bringt er seine Tage mit eitlem Tun und Trachten zu. Sobald wir nicht Christus nachfolgen und unseren Gott zum großen Hauptziel unseres Lebens machen, unterscheiden wir uns kaum nach dem äußeren Anschein von den leichtsinnigsten Menschen. „Erquicke mich auf deinem Wege." Der Psalmist bekennt, dass er matt, müde, stumpf und zum Sterben elend ist. Vielleicht fühlst du ähnlich, liebe Seele. Wir sind so träge, dass die besten Aufmunterungen uns nicht beleben, wenn sie nicht vom Herrn selber kommen. Wie, kann mich die Hölle nicht aufrütteln? Soll ich der Sünden gedenken, die mich ins Verderben stürzen, und mich nicht aufraffen? Kann mich der Gedanke an den Himmel nicht erquicken? Kann ich beim Hin-blicken auf den Lohn, der dem Gerechten verheißen ist, noch kalt bleiben? Erschüttert mich der Tod nicht? Kann ich ans Sterben denken und an den Richterstuhl meines Gottes und immer noch in meines Meisters Dienst träge bleiben? Wird mich nicht die Liebe Christi überwinden? Kann ich Seiner teuren Wunden gedenken? Wie kann ich unter Seinem Kreuz knien ohne zum Ernst und zum Eifer angespornt zu werden? Es scheint so! Keine bloße Betrachtung vermag uns zur Tatkraft anzuregen, sondern Gott selbst muss es tun. Deshalb auch der Ausruf: „Erquicke mich!" Der Psalmist haucht seine ganze Seele durch inbrünstiges Flehen aus. Leib und Seele vereinigen sich bei ihm zum Gebet. „Wende meine Augen ab, dass sie nicht sehen nach unnützer Lehre", ruft der Leib. „Erquicke mich", ruft die Seele. Das ist ein rechtes Gebet für alle Tage. O Herr, erhöre dieses Gebet heute Abend auch von mir!
《Evening by Evening》January 20
“Turn away mine eyes from beholding vanity; and quicken thou me in thy way.”— Psalm 119:37
There are divers kinds of vanity. The cap and bells of the fool, the mirth of the world, the dance, the lyre and the cup of the dissolute, all these men know to be vanities; they wear upon their forefront their proper name and title.
Far more treacherous are those equally vain things, the cares of this world and the deceitfulness of riches. A man may follow vanity as truly in the counting-house as in the theatre. If he be spending his life in amassing wealth, he passes his days in a vain show.
Unless we follow Christ, and make our God the great object of life, we only differ in appearance from the most frivolous. It is clear that there is much need of the first prayer of our text.
“Quicken thou me in thy way.” The Psalmist confesses that he is dull, heavy, lumpy, all but dead. Perhaps, dear reader, you feel the same. We are so sluggish that the best motives cannot quicken us, apart from the Lord himself.
What! will not hell quicken me? Shall I think of sinners perishing, and yet not be awakened? Will not heaven quicken me? Can I think of the reward that awaiteth the righteous, and yet be cold? Will not death quicken me?
Can I think of dying, and standing before my God, and yet be slothful in my Master’s service? Will not Christ’s love constrain me? Can I think of his dear wounds, can I sit at the foot of his cross, and not be stirred with fervency and zeal?
It seems so! No mere consideration can quicken us to zeal, but God Himself must do it, hence the cry, “Quicken thou me.” The Psalmist breathes out his whole soul in vehement pleadings: his body and his soul unite in prayer.
“Turn away mine eyes,” says the body: “Quicken thou me,” cries the soul. This is a fit prayer for every day. O Lord, hear it in my case this night.
《am Morgen》21. Januar
„Und also das ganze Israel selig werde." Römer 11,26a
Als Mose am Schilfmeer für den Herrn sang, da klang jubelnd aus seinem Loblied die Freude darüber hervor, dass ganz Israel errettet worden war. Nicht ein Tröpflein Schaum fiel von der schützenden Wassermauer, bis auch der Letzte vom Gottesvolk Israel trockenen Fußes durch die Fluten gekommen war. Und kaum war es geschehen, stürzten die hochwellenden Wogen wieder ins alte Bett; aber auch keinen Augenblick zu früh. „Du hast geleitet durch Deine Barmherzigkeit. Dein Volk, das Du erlöset hast." (2. Mose 15,13). Und am Ende der Zeiten, wo die Auserwählten das Lied von Mose, dem Gottesknecht, und das Lied des Lammes singen werden, wird der höchste Triumph Jesu sein: „Die Du mir gegeben hast, die habe ich bewahret, und ist keiner von ihnen verloren." (Johannes 17,12). Im Himmel gibt es keine leeren Throne.
„Die ganze auserwählte Schar steht jauchzend um den Thron, bringt Ehr' und Dank und Preis Ihm dar, lobt laut den Gnadenlohn."
So viele ihrer Gott erwählt, so viele Christus versöhnt und der Heilige Geist berufen hat; so viele an den Herrn Jesus gläubig geworden sind, so viele werden wohlbehalten über das Meer der Trübsal hinübergelangen. Noch haben nicht alle den sicheren Strand erreicht. Manch liebes Herz ist drüben, noch manches auf der Fahrt. Des Heeres Vorhut hat schon das Ufer erklommen. Wir schreiten durch die Tiefen. Wir folgen heute unserem Führer auf Seinen Fersen in die Mitte des Meeres hinein. Aber seien wir getrost: Bald schon wird auch die Nachhut ankommen, wo jetzt schon die Vorhut steht. Bald wird auch der Letzte der Auserwählten die Tiefe durchschritten haben. Sobald alle geborgen sind, wird sich das weithin erschallende Triumphlied erheben. Aber wehe, wenn einer fehlte! Wenn einer Seiner Auserwählten verloren ginge! Es wäre ein ewiger Misston im Lied der Erlösten, die Saiten der Harfen im Paradies müssten springen, dass sie nie wieder erklingen könnten!
„Weicht ihr Berge, fallt ihr Hügel, Gottes Gnade weicht mir nicht, weil es mein Erbarmer spricht!"
《Morning By Morning》January 21
“And so all Israel shall be saved: as it is written, There shall come out of Sion the Deliverer, and shall turn away ungodliness from Jacob:”— Romans 11:26
When Moses sang at the Red Sea, it was his joy to know that all Israel were safe. Not a drop of spray fell from that solid wall until the last of God’s Israel had safely planted his foot on the other side the flood.
That done, immediately the floods dissolved into their proper place again, but not till then. Part of that song was, “Thou in thy mercy hast led forth the people which thou hast redeemed.”
In the last time, when the elect shall sing the song of Moses, the servant of God, and of the Lamb, it shall be the boast of Jesus, “Of all whom thou hast given me, I have lost none.” In heaven there shall not be a vacant throne.
“For all the chosen race
Shall meet around the throne,
Shall bless the conduct of his grace,
And make his glories known.”
As many as God hath chosen, as many as Christ hath redeemed, as many as the Spirit hath called, as many as believe in Jesus, shall safely cross the dividing sea. We are not all safely landed yet:
“Part of the host have crossed the flood,
And part are crossing now.”
The vanguard of the army has already reached the shore. We are marching through the depths; we are at this day following hard after our Leader into the heart of the sea.
Let us be of good cheer: the rear-guard shall soon be where the vanguard already is; the last of the chosen ones shall soon have crossed the sea, and then shall be heard the song of triumph, when all are secure.
But oh! if one were absent—oh! if one of his chosen family should be cast away—it would make an everlasting discord in the song of the redeemed, and cut the strings of the harps of paradise, so that music could never be extorted from them.
《am Abend》21. Januar
„Da ihn aber sehr dürstete, rief er den HERRN an und sprach: Du hast solch großes Heil gegeben durch die Hand deines Knechtes; nun aber muss ich des Durstes sterben und in der Unbeschnittenen Hände fallen." Richter 15,18
Richter Simson verschmachtete fast an seinem Durst. Diese Pein war so ganz anders als irgendeine andere, die früher den Helden getroffen hatte; nicht vergleichbar mit etwas Großem, wie etwa die Befreiung aus den Händen von tausend Philistern! Doch als ihn der Durst überkam, empfand er dieses kleine Leiden weitaus belasten-der als die große und überstandene Prüfung, aus der er so gnädig und wunderbar erlöst worden war. Bei Gotteskindern kommt es oft vor, dass sie nach erfahrener großer Errettung eine kleine Not so unerträglich finden. - Simson erschlägt mit dem Kinnbacken eines Esels tausend Mann und legt sie auf Haufen, und wegen eines Schluckes Wassers wird er total kraftlos! Jakob ringt an der Stätte Pniel mit der Allmacht Gottes, verrenkt sich und „hinkt an seiner Hüfte!" (1. Mose 32,26). Seltsam ist das schon, dass nach siegreich bestandenem Kampf immer ein „Verrenken des Gelenkes" kommen muss. Als wenn der Herr unsere Nichtigkeit aufzeigen und uns in die Schranken weisen wollte. Simson rühmte sich seiner Tat sicher laut und brüstete sich wegen der erschlagenen Philister. Doch bald schon wurde seine prahlerische Zunge schwer vor Durst, der ihn regelrecht zum Gebet trieb. - Liebes Kind Gottes, wenn du nach erfahrener Gnade leidgebeugt wirst, dann geschieht dir nichts Besonderes. Als David den Thron Israels bestieg, sprach er: „Ich aber bin noch zart und ein gesalbter König." (2. Samuel 3,39). Du musst dich darauf gefasst machen, dass du dich gerade dann am schwächsten fühlst, wenn du deine größten Triumphe feierst. Wenn Gott dich früher aus großen Nöten gerettet hat, dann ist dein derzeitiges Leiden hingegen nur mit Simsons Durst zu vergleichen. Der Herr lässt dich nicht umkommen; noch lässt Er zu, dass andere über dich frohlocken. Der Leidensweg ist die Straße zum Himmel. Aber auf dem Weg dorthin findest du überall erfrischende Quellen. Lieber heimgesuchter Bruder, lasse dein Herz an den Glaubenserfahrungen eines Simson beleben. Und rechne zuversichtlich damit, dass Gott dich zu Seiner Zeit erlösen wird.
《Evening by Evening》January 21
“And he was sore athirst, and called on the LORD, and said, Thou hast given this great deliverance into the hand of thy servant: and now shall I die for thirst, and fall into the hand of the uncircumcised?”— Judges 15:18
Samson was thirsty and ready to die. The difficulty was totally different from any which the hero had met before.
Merely to get thirst assuaged is nothing like so great a matter as to be delivered from a thousand Philistines! but when the thirst was upon him, Samson felt that little present difficulty more weighty than the great past difficulty out of which he had so specially been delivered.
It is very usual for God’s people, when they have enjoyed a great deliverance, to find a little trouble too much for them. Samson slays a thousand Philistines, and piles them up in heaps, and then faints for a little water!
Jacob wrestles with God at Peniel, and overcomes Omnipotence itself, and then goes “halting on his thigh!” Strange that there must be a shrinking of the sinew whenever we win the day. As if the Lord must teach us our littleness, our nothingness, in order to keep us within bounds.
Samson boasted right loudly when he said, “I have slain a thousand men.” His boastful throat soon grew hoarse with thirst, and he betook himself to prayer. God has many ways of humbling his people.
Dear child of God, if after great mercy you are laid very low, your case is not an unusual one. When David had mounted the throne of Israel, he said, “I am this day weak, though anointed king.” You must expect to feel weakest when you are enjoying your greatest triumph.
If God has wrought for you great deliverances in the past, your present difficulty is only like Samson’s thirst, and the Lord will not let you faint, nor suffer the daughter of the uncircumcised to triumph over you.
The road of sorrow is the road to heaven, but there are wells of refreshing water all along the route. So, tried brother, cheer your heart with Samson’s words, and rest assured that God will deliver you ere long.
Use for《Evening by Evening》Jan 22
《am Morgen》22. Januar
„Du Menschenkind, was ist das Holz vom Weinstock vor anderm Holz oder eine Rebe vor anderm Holz im Walde?" Hesekiel 15,2
Diese Worte dienen den Kindern Gottes zur Demut. Sie werden Gottes Weinstock genannt. Aber sind sie von Natur aus mehr als andere? Durch Gottes Güte sind sie fruchtbar geworden, denn Er hat sie in einen guten Boden gepflanzt. Der Herr hat sie an der Mauer des Heiligtums aufgezogen und sie bringen Frucht zu Seiner Ehre. Was wären sie aber ohne ihren Gott? Was wären sie ohne den beständigen Einfluss des Heiligen Geistes, der ihnen Fruchtbarkeit verleiht? O gläubiger Mensch, lerne hier allen Stolz ablegen, denn du musst erkennen, dass du keinen Grund dazu hast. Wer du auch bist, du hast nichts, worauf du pochen könntest. Je mehr du hast, desto mehr bist du in Gottes Schuld. Und du solltest nicht stolz sein auf das, was dich zu einem Schuldner macht. Schaue zurück auf deine Herkunft und betrachte, was du gewesen bist. Überlege, was du ohne die göttliche Gnade wärst und bedenke, was du jetzt noch bist. Schlägt dich dein Gewissen nicht? Steht dein tausendfältiges Abirren nicht vor deiner Seele und hält dir vor, dass du nicht wert bist, Sein Sohn zu heißen? Und wenn Er dich doch zu etwas gemacht hat, zeigt dir das nicht, dass dich Seine Gnade umgewandelt hat? Du, einer von großem Glauben: Du wärst jetzt ein großer Sünder, wenn dich Gott nicht bekehrt hätte. Der du für die Wahrheit eiferst, du hättest eben-so für den Irrtum geeifert, wenn dich die Gnade nicht erfasst hätte. Darum sei nicht stolz, auch wenn du ein großes Gut und ein weites Reich der Gnade besitzt. Du könntest auch nicht das Allergeringste dein Eigen nennen, außer deiner Sünde und deinem Elend. O seltsame Verführung! Dass du, dem alles geschenkt ist, dich meinst erheben zu dürfen? Ein armer Bettler, der von der Güte Seines Heilandes lebt? Einer, dessen Leben erlischt, wenn er nicht neue Lebensströme aus Christus empfängt? Und dennoch stolz?! O du törichtes Herz!
„Ihr Reben, seid ihr festgebunden
an Ihm? Senkt ihr euch tiefer ein?
Begrabt ihr euch in seine Wunden?
Könnt ihr in Ihm ganz selig sein?
Bleibt fest an Ihm durch Lieb' und Glauben!
Lasst niemand euch das Kleinod rauben!"
《Morning By Morning》January 22
“Son of man, What is the vine tree more than any tree, or than a branch which is among the trees of the forest?”— Ezekiel 15:2
These words are for the humbling of God’s people; they are called God’s vine, but what are they by nature more than others?
They, by God’s goodness, have become fruitful, having been planted in a good soil; the Lord hath trained them upon the walls of the sanctuary, and they bring forth fruit to his glory; but what are they without their God?
What are they without the continual influence of the Spirit, begetting fruitfulness in them? O believer, learn to reject pride, seeing that thou hast no ground for it. Whatever thou art, thou hast nothing to make thee proud.
The more thou hast, the more thou art in debt to God; and thou shouldst not be proud of that which renders thee a debtor. Consider thine origin; look back to what thou wast. Consider what thou wouldst have been but for divine grace.
Look upon thyself as thou art now. Doth not thy conscience reproach thee? Do not thy thousand wanderings stand before thee, and tell thee that thou art unworthy to be called his son? And if he hath made thee anything, art thou not taught thereby that it is grace which hath made thee to differ?
Great believer, thou wouldst have been a great sinner if God had not made thee to differ. O thou who art valiant for truth, thou wouldst have been as valiant for error if grace had not laid hold upon thee.
Therefore, be not proud, though thou hast a large estate—a wide domain of grace, thou hadst not once a single thing to call thine own except thy sin and misery.
Oh! strange infatuation, that thou, who hast borrowed everything, shouldst think of exalting thyself; a poor dependent pensioner upon the bounty of thy Saviour, one who hath a life which dies without fresh streams of life from Jesus, and yet proud! Fie on thee, O silly heart!
《am Abend》22. Januar
„Der Satan antwortete dem HERRN und sprach: Meinst du, dass Hiob umsonst Gott fürchtet?" Hiob 1,9
Das war eine heimtückische Frage Satans, als er von Hiob, dem rechtschaffenen Knecht Gottes redete. Heutzutage gibt es viele, bei denen man mit Recht diese Frage aufwerfen könnte. Denn sie lieben Gott deshalb, weil Er es ihnen wohl ergehen lässt. Wenn es ihnen aber schlecht erginge, würden sie gewiss ihren Glauben an Gott auf-geben, mit dem sie sich jetzt brüsten. Wenn sie deutlich erkennen, dass von der Zeit ihrer Bekehrung an all ihr Vorhaben gelingt und gedeiht, dann lieben sie Gott auf ihre armselige, fleischliche Weise. Wenn sie aber Widerwärtigkeiten erfahren, dann empören sie sich gegen den Herrn. Ihre Liebe ist eine Liebe zur Mahlzeit, nicht zum gastfreundlichen Hausherrn; eine Liebe zum vollen Becher, nicht zum Freunde, den man hochleben lässt. Aber ein wahrer Christ er-wartet seinen Lohn erst in jenem Leben und macht sich gefasst, hier vieles zu erdulden. Die Verheißung des alten Bundes war leibliches Wohlergehen; die des neuen Bundes aber ist Trübsal. Denkt an die Worte Christi: „Einen jeglichen Reben an mir, der nicht Frucht bringt, wird Er wegnehmen; und einen jeglichen, der da Frucht bringet " (Johannes 15,2). Was denn, „...den reiniget Er, dass er mehr Frucht bringe". Wenn du Frucht bringst, dann wartet Trübsal auf dich? „Ach!" sprichst du, „das ist eine schreckliche Aussicht." Aber genau diese Trübsal erbringt so köstliche Erfolge, dass der Christ, dem solches geschieht lernen muss, sich über Trübsal zu freuen! Je mehr die Trübsal steigt, umso überschwänglicher wachsen Trost und Freude durch unseren Herrn Jesus Christus. Seid gewiss, dass, wenn ihr wahrhaft Gottes Kinder seid, euch die Rute nicht verschont. Früher oder später muss jeder Goldbarren durchs Feuer geläutert werden. Aber fürchte dich nicht; vielmehr freue dich, dass dir solche furchtbaren Zeiten bevorstehen, denn dann wirst du von allem irdischen Verderben gereinigt und für den Himmel zubereitet. Du wirst frei von der Anhänglichkeit ans Zeitliche und sehnst dich nach den ewigen Gütern, die dir bald offenbart werden sollen. Wenn du fühlst, dass du deinem Gott für diese Erdenzeit umsonst dienst, dann freue dich auf den wahrhaft immerwährenden Lohn der zukünftigen Herrlichkeit.
《Evening by Evening》January 22
“Then Satan answered the LORD, and said, Doth Job fear God for nought?”— Job 1:9
This was the wicked question of Satan concerning that upright man of old, but there are many in the present day concerning whom it might be asked with justice, for they love God after a fashion because he prospers them; but if things went ill with them, they would give up all their boasted faith in God.
If they can clearly see that since the time of their supposed conversion the world has gone prosperously with them, then they will love God in their poor carnal way; but if they endure adversity, they rebel against the Lord.
Their love is the love of the table, not of the host; a love to the cupboard, not to the master of the house. As for the true Christian, he expects to have his reward in the next life, and to endure hardness in this.
The promise of the old covenant was prosperity, but the promise of the new covenant is adversity. Remember Christ’s words—”Every branch in me that beareth not fruit”—What?
“He purgeth it, that it may bring forth fruit.” If you bring forth fruit, you will have to endure affliction.
“Alas!” you say, “that is a terrible prospect.” But this affliction works out such precious results, that the Christian who is the subject of it must learn to rejoice in tribulations, because as his tribulations abound, so his consolations abound by Christ Jesus.
Rest assured, if you are a child of God, you will be no stranger to the rod. Sooner or later every bar of gold must pass through the fire. Fear not, but rather rejoice that such fruitful times are in store for you, for in them you will be weaned from earth and made meet for heaven; you will be delivered from clinging to the present, and made to long for those eternal things which are so soon to be revealed to you.
When you feel that as regards the present you do serve God for nought, you will then rejoice in the infinite reward of the future.
《am Morgen》23. Januar
„Dazumal redetest du im Gesicht zu deinem Heiligen und sprachst: Ich habe einen Helden erweckt, der helfen soll; ich habe erhöht einen Auserwählten aus dem Volk." Psalm 89,20
Warum musste Christus ein Auserwählter aus dem Volk sein? Rede mein Herz, denn Gedanken des Herzens sind die Besten. Geschah es nicht deshalb, damit Er durch selige Bande des Blutes unser Bruder sein konnte? O, welch eine Verwandtschaft ist das zwischen Christus und den Gläubigen! Wer glaubt, der kann frohen Herzens sagen: „Ich habe einen Bruder im Himmel. Ich bin wohl arm, aber mein Bruder ist reich und ist ein König." Wird Er zugeben, dass ich Mangel lei-de, während Er auf dem Thron sitzt? O nein! Er hat mich lieb! Er ist mein Bruder. Gläubige Seele, trage diesen köstlichen Gedanken wie einen mit Brillanten besetzten Halsschmuck um den Nacken deines Gedächtnisses. Stecke ihn wie einen goldenen Ring an den Finger deiner Erinnerung und gebrauche ihn als das königliche Siegel, mit dem du die Bittschreiben versiegelst, damit die Erhörung sicher ist. Er ist „ein Bruder, in der Not erfunden" (Sprüche 17,17). Wer ihn als solchen annimmt, darf sich glücklich schätzen!
„Wer Jesum bei sich hat, kann sicher stehen und wird im Leidensmeer nicht untergehen. Wen dieser Bruder schützt, den trifft kein Schaden. Er wandelt überall auf ebnen Pfaden."
Christus musste auch ein Auserwählter aus dem Volke sein, damit Er unsere Schwachheit kennenlernt und Mitleid mit uns haben kann. „Er ist versucht allenthalben gleich wie wir, doch ohne Sünde." (Не-bräer 4,15). All unsere Nöte fühlt Er mit uns: Versuchung, Schmerz, Widerwärtigkeit, Schwachheit, Ermattung, Armut. Alles das kennt Er! Denn Er hat das alles durchgemacht. Bedenke das, lieber Christ, und lass es dir zum Trost dienen. Wie rau und mühsam auch dein Pfad ist, so ist er durch die Fußstapfen deines Heilandes geheiligt. Und ob du gleich im Tal der Todesschatten und an den Fluten des stolzen Jordan wandelst, so findest du auch da wieder die Spur Seiner Tritte. Überall, wohin wir gehen, ist Er uns vorangegangen. Jede Last, die wir tragen müssen, trug einst unser Immanuel.
„Sein Pfad war noch rauer, und schwerer sein Joch. Hat Er so gelitten, was wehr' ich mich noch?"
Fasse Mut! Die Füße eines Königs haben den Weg mit Blut gezeichnet und den Dornenpfad in ewige Zeiten geheiligt.
《Morning By Morning》January 23
“Then thou spakest in vision to thy holy one, and saidst, I have laid help upon one that is mighty; I have exalted one chosen out of the people.”— Psalm 89:19
Why was Christ chosen out of the people? Speak, my heart, for heart-thoughts are best. Was it not that he might be able to be our brother, in the blest tie of kindred blood?
Oh, what relationship there is between Christ and the believer! The believer can say, “I have a Brother in heaven; I may be poor, but I have a Brother who is rich, and is a King, and will he suffer me to want while he is on his throne? Oh, no! He loves me; he is my Brother.”
Believer, wear this blessed thought, like a necklace of diamonds, around the neck of thy memory; put it, as a golden ring, on the finger of recollection, and use it as the King’s own seal, stamping the petitions of thy faith with confidence of success. He is a brother born for adversity, treat him as such.
Christ was also chosen out of the people that he might know our wants and sympathize with us. “He was tempted in all points like as we are, yet without sin.” In all our sorrows we have his sympathy. Temptation, pain, disappointment, weakness, weariness, poverty—he knows them all, for he has felt all.
Remember this, Christian, and let it comfort thee. However difficult and painful thy road, it is marked by the footsteps of thy Saviour; and even when thou reachest the dark valley of the shadow of death, and the deep waters of the swelling Jordan, thou wilt find his footprints there.
In all places whithersoever we go, he has been our forerunner; each burden we have to carry, has once been laid on the shoulders of Immanuel.
“His way was much rougher and darker than mine
Did Christ, my Lord, suffer, and shall I repine?”
Take courage! Royal feet have left a blood-red track upon the road, and consecrated the thorny path forever.
《am Abend》23. Januar
„Wir freuen uns und sind fröhlich über dir; wir gedenken an deine Liebe mehr denn an den Wein." Hohelied 1,4
Jesus will, dass Seine Liebe bei den Gotteskindern nicht in Vergessenheit gerät. Wenn all die Liebe, die sie genossen haben, vergessen sein sollte, dann will Er sie mit neuer Liebe suchen. „Vergissest du mein Kreuz?" spricht Er. „Ich will dir die Erinnerung daran erneuern; denn an meinem Tische will ich mich dir aufs Neue bezeugen. Hast du vergessen, was ich an dir getan habe im ewigen Rat der Gerechtigkeit? Ich will dich daran erinnern, denn du brauchst einen Fürsprecher und ich werde bei dir stehen, wenn du meiner bedarfst." Mütter sorgen sich darum, dass ihre Kinder sie nicht vergessen. Wenn der Sohn nach Australien gegangen ist und nicht nach Hause schreibt, dann schreibt ihm die Mutter: „Hast du, mein Sohn, deine Mutter vergessen?" Es folgt ein liebevoller Brief als Beweis dafür, dass die zärtliche Erinnerung nicht umsonst war. So verhält es sich mit dem Herrn Jesus. Er spricht zu uns: „Gedenke mein", und unsere Antwort lautet:,, Wir gedenken an deine Liebe." Wir gedenken an deine Liebe und ihre unvergleichliche Geschichte. Sie ist so alt wie die Herrlichkeit, die du beim Vater hattest, ehe denn die Welt war. Wir gedenken, o Herr Jesus, an deine ewige Liebe, wie du der Bürge für uns geworden bist und wie du uns die als ewige Braut anvertraut hast. Wir gedenken an die Liebe, die dich zum Opfer für uns dahingegeben hat; an die Liebe, die bis zur Erfüllung der Zeit über dieses Opfer nachdachte und sich nach der Stunde sehnte, von der im Buch von dir geschrieben steht: „Siehe, ich komme." Wir gedenken an deine Liebe, o Jesus! Wie sie sich uns in deinem heiligen Leben offenbart hat, von der Krippe in Bethlehem bis zum Garten Gethsemane. Wir begleiten dich von der Krippe bis zum Grab. Denn jedes deiner Worte und jede deiner Taten war Liebe. Wir freuen uns deiner Liebe, die der Tod nicht auslöscht. Wir freuen uns deiner Liebe, die so herrlich strahlt in deiner Auferstehung. Wir gedenken an jenes brennende. Feuer der Liebe, das dir weder Kraft noch Ruhe lässt, bis alle deine Auserwählten selig daheim sind bei Dir. Wir freuen uns deiner Liebe, bis Zion verherrlicht und Jerusalem auf ihren ewigen Gründen voll Licht und Liebe im Himmel gegründet ist.
《Evening by Evening》January 23
“Draw me, we will run after thee: the king hath brought me into his chambers: we will be glad and rejoice in thee, we will remember thy love more than wine: the upright love thee.”— Song of Solomon 1:4
Jesus will not let his people forget his love. If all the love they have enjoyed should be forgotten, he will visit them with fresh love.
“Do you forget my cross?” says he, “I will cause you to remember it; for at my table I will manifest myself anew to you. Do you forget what I did for you in the council-chamber of eternity? I will remind you of it, for you shall need a counsellor, and shall find me ready at your call.”
Mothers do not let their children forget them. If the boy has gone to Australia, and does not write home, his mother writes—”Has John forgotten his mother?” Then there comes back a sweet epistle, which proves that the gentle reminder was not in vain.
So is it with Jesus, he says to us, “Remember me,” and our response is, “We will remember thy love.” We will remember thy love and its matchless history. It is ancient as the glory which thou hadst with the Father before the world was.
We remember, O Jesus, thine eternal love when thou didst become our Surety, and espouse us as thy betrothed.
We remember the love which suggested the sacrifice of thyself, the love which, until the fulness of time, mused over that sacrifice, and long for the hour whereof in the volume of the book it was written of thee, “Lo, I come.”
We remember thy love, O Jesus as it was manifest to us in thy holy life, from the manger of Bethlehem to the garden of Gethsemane.
We track thee from the cradle to the grave—for every word and deed of thine was love—and we rejoice in thy love, which death did not exhaust; thy love which shone resplendent in thy resurrection.
We remember that burning fire of love which will never let thee hold thy peace until thy chosen ones be all safely housed, until Zion be glorified, and Jerusalem settled on her everlasting foundations of light and love in heaven.
《am Morgen》24. Januar
„Denn er errettet dich von der Schlinge des Jägers." Psalm 91,3
Gott errettet die Seinen in einem doppelten Sinn von der Schlinge des Jägers. Erstens: Er errettet sie vor der Schlinge; Er lässt sie nicht hineingeraten. Und Zweitens: Wenn sie darin gefangen sind, erlöst Er sie daraus. Für manche ist die erste Verheißung die wertvollere; für andere ist die zweite von größtem Wert. „Er errettet mich vor der Schlinge des Jägers." Wie das? Trübsal ist oft das Mittel, durch die uns Gott rettet. Gott weiß, dass uns unsere Treulosigkeit schnell ins Verderben stürzt. Dann schickt Er gnädig Seine Zuchtrute. Wir fragen: „Herr, warum das?" und wissen nicht, dass unsere Trübsal dazu dienen musste, uns vor viel größerem Übel zu bewahren. Viele sind so durch Kummer und Kreuz vor dem Untergang bewahrt worden. Es verscheuchte die Vögel vom Fangnetz. Ein andermal rettet Gott die Seinen aus dem Strick des Jägers, indem Er ihnen große geistliche Stärkung gewährt, so dass sie, wenn sie zum Bösen versucht werden, sagen können: „Wie sollte ich ein solch großes Übel tun und gegen Gott sündigen?" Aber wie ist es doch etwas so Seliges, dass, wenn der Gläubige in einer bösen Stunde ins Netz gerät, Gott ihn dennoch daraus erlösen will! O Abtrünniger, erschrick, aber verzage nicht. Bist du gleichsam irre gegangen, so höre dennoch, was dein Erlöser spricht: „Kehret wieder, ihr abtrünnigen Kinder, so will ich euch heilen von eurem Ungehorsam." (Jeremia 3,22). Aber du sprichst, dass du nicht umkehren könntest, weil du im Netz gefangen seist. Dann höre diese Verheißung: „Er errettet dich aus dem Strick des Jägers." Du wirst dennoch errettet werden aus allem Übel, in das du geraten bist. Wenn du auch nicht aufhören sollst über deine Abwege Buße zu tun, so will dich der liebende Herr doch nicht verlassen noch versäumen. Er nimmt dich mit Ehren an und gibt dir Freude und Wonne, damit auch die Gebeine, die Er zerbrochen hat, sich freuen müssen. Kein Vogel des Paradieses wird umkommen im Strick des Jägers.
„Jesu, hilf siegen, Du Fürste des Lebens!
Sieh' wie ich schweb' in Gefahren und Not!
Schwach ist mein Wollen, mein Ringen vergebens,
furchtbar die Macht, die mich täglich bedroht.
Stehst Du mir, Jesu, nicht schützend zur Seite,
wie kann ich kämpfen und siegen im Streite?"
《Morning By Morning》January 24
“Surely he shall deliver thee from the snare of the fowler, and from the noisome pestilence.”— Psalm 91:3
God delivers his people from the snare of the fowler in two senses. From, and out of.
First, he delivers them from the snare—does not let them enter it; and secondly, if they should be caught therein, he delivers them out of it. The first promise is the most precious to some; the second is the best to others.
“He shall deliver thee from the snare.” How? Trouble is often the means whereby God delivers us. God knows that our backsliding will soon end in our destruction, and he in mercy sends the rod. We say, “Lord, why is this?” not knowing that our trouble has been the means of delivering us from far greater evil. Many have been thus saved from ruin by their sorrows and their crosses; these have frightened the birds from the net.
At other times, God keeps his people from the snare of the fowler by giving them great spiritual strength, so that when they are tempted to do evil they say, “How can I do this great wickedness, and sin against God?”
But what a blessed thing it is that if the believer shall, in an evil hour, come into the net, yet God will bring him out of it! O backslider, be cast down, but do not despair. Wanderer though thou hast been, hear what thy Redeemer saith—”Return, O backsliding children; I will have mercy upon you.”
But you say you cannot return, for you are a captive. Then listen to the promise—”Surely he shall deliver thee out of the snare of the fowler.” Thou shalt yet be brought out of all evil into which thou hast fallen, and though thou shalt never cease to repent of thy ways, yet he that hath loved thee will not cast thee away; he will receive thee, and give thee joy and gladness, that the bones which he has broken may rejoice. No bird of paradise shall die in the fowler’s net.
《am Abend》24. Januar
„Martha aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen." Lukas 10,40
Damit, dass Martha diente, machte sie keinen Fehler. Jeder Christ sollte im Stand der Dienstbarkeit stehen. „Ich diene", sollte der Wahlspruch eines jeden Kindes aus der himmlischen Königsfamilie sein. Auch, dass sie sich „viel zu schaffen" machte, war nichts Unrechtes. Tun wir alles, was uns möglich ist! Kopf, Herz und Hand sollen im Dienst für den Meister Beschäftigung finden. Es war keine Fehlleistung von Martha, emsig beschäftigt für den Meister eine Mahlzeit zuzubereiten. Sie hatte einen Sinn dafür, mit ganzem Herzen Gutes zu tun. Sie war glücklich darüber, einen so herrlichen und lieben Gast bewirten zu dürfen! Aber sie hatte eben ihre Gedanken nur am Dienen. Es war nicht gut, dass sie sich ausschließlich „zu schaffen machte, ihm zu dienen" und darüber Jesus vernachlässigte. Sie ließ die persönliche Beziehung mit Jesus von Ihrem Diensteifer überwuchern. Mit einem untergeordneten Gottesdienst erstickte sie den Wesentlicheren und Wichtigeren. Wir sollten Martha und Maria zugleich sein: viel arbeiten in Seinem Dienst und zugleich Seinen Umgang pflegen. Dazu bedürfen wir großer Gnade. Dienen am Herrn ist leichter als mit Ihm Gemeinschaft pflegen. Josua wurde nie müde im Kampf mit den Amalekitern. Aber Mose, der auf der Höhe des Berges betete, bedurfte zweier Helfer, die seine Hände stützten. Je geistlicher die Arbeit ist, umso eher ermüden wir darin. Die köstlichsten Früchte sind am mühsamsten zu ziehen; die himmlischen Gnadengüter sind am schwersten zu pflegen. Meine Lieben, wenn wir auf das Äußere unserer Gottesdienste achten was ja an und für sich gut und recht ist - so dürfen wir doch den lebendigen und persönlichen Umgang mit dem Herrn Jesus nicht verkümmern las-sen. Seht zu, dass ihr das Sitzen zu Jesu Füßen nicht vernachlässigt. Und wäre es auch unter dem besonderen Vorwand, Ihm zu dienen. Das Erste und Nötigste für das Heil unserer Seele, das Wichtigste für Seine Ehre und das Beste zu unserem eigenen Besten ist, dass wir im beständigen Umgang mit dem Herrn Jesus bewahrt bleiben.
《Evening by Evening》January 24
“But Martha was cumbered about much serving, and came to him, and said, Lord, dost thou not care that my sister hath left me to serve alone? bid her therefore that she help me.”— Luke 10:40
Her fault was not that she served: the condition of a servant well becomes every Christian. “I serve,” should be the motto of all the princes of the royal family of heaven. Nor was it her fault that she had “much serving.” We cannot do too much. Let us do all that we possibly can; let head, and heart, and hands, be engaged in the Master’s service.
It was no fault of hers that she was busy preparing a feast for the Master. Happy Martha, to have an opportunity of entertaining so blessed a guest; and happy, too, to have the spirit to throw her whole soul so heartily into the engagement.
Her fault was that she grew “cumbered with much serving,” so that she forgot him, and only remembered the service. She allowed service to override communion, and so presented one duty stained with the blood of another.
We ought to be Martha and Mary in one: we should do much service, and have much communion at the same time. For this we need great grace. It is easier to serve than to commune.
Joshua never grew weary in fighting with the Amalekites; but Moses, on the top of the mountain in prayer, needed two helpers to sustain his hands. The more spiritual the exercise, the sooner we tire in it.
The choicest fruits are the hardest to rear: the most heavenly graces are the most difficult to cultivate. Beloved, while we do not neglect external things, which are good enough in themselves, we ought also to see to it that we enjoy living, personal fellowship with Jesus.
See to it that sitting at the Saviour’s feet is not neglected, even though it be under the specious pretext of doing him service. The first thing for our soul’s health, the first thing for his glory, and the first thing for our own usefulness, is to keep ourselves in perpetual communion with the Lord Jesus, and to see that the vital spirituality of our religion is maintained over and above everything else in the world.