《am Morgen》1 Mai
„Seine Wangen sind wie Würzgärtlein, da Balsamkräuter wach-sen. Seine Lippen sind wie Rosen, die von fließender Myrrhe triefen." Hohelied 5,13
Siehe, der Wonnemonat ist gekommen! März-Winde und April-Re-gen haben ihre Arbeit verrichtet, und die ganze Erde ist mit Farben-und Blütenpracht bedeckt. Komm, meine Seele, ziehe dein Festkleid an und wandere ins Freie, pflücke Sträuße und binde Kränze himmlischer Gedanken. Du weißt wohl, wohin du dich wenden musst, denn die „Würzgärtlein der Apotheker" sind dir wohl bekannt. Du hast dich schon so oft am lieblichen Duft der „Rosen" gelabt, dass du gleich zu deinem Freund hineilen möchtest, um in Ihm alle Lieblichkeit, alle Freude zu finden und zu genießen. Diese Wangen, die einst so grausam mit Speichel besudelt, so erbarmungslos mit der Geißel zerfleischt und so oft mit Tränen des Mitleids überschüttet wurden, sind mit ihrem gnadenreichen Liebeslächeln meinem Herzen wie ein belebender Wohlgeruch. Du hast Dein Antlitz nicht vor Spott und Speichel verborgen, o Herr Jesus, und darum soll es meine süßeste Freude sein, Dich zu preisen. Diese Wangen wurden von der Pflug-schar des Leidens durchfurcht und mit roten Blutstreifen von Deinen dornengekrönten Schläfen gerötet. Solche Zeichen unbegrenzter Liebe müssen unfehlbar meine Seele weit mehr entzücken als „Rosen, die von fließender Myrrhe triefen". Kann ich nicht Sein ganzes Antlitz schauen, so möchte ich doch Seine Wangen sehen, denn der flüchtigste Blick auf Ihn ist unbeschreiblich erquickend für meinen Geist und gewährt meinem Gemüt eine Vielfalt an Freuden. In Jesus finde ich nicht nur Wohlgerüche, sondern ein ganzes „Gewürzgärt-lein"; nicht bloß eine einzelne Blume, sondern mannigfaltige Blüten in großer Zahl. Er ist meine Rose und meine Lilie, meines Herzens Ruhe und meine Copher-Traube. Wenn Er bei mir ist, so ist das ganze Jahr hindurch Mai. Meine Seele geht hin und wäscht ihr glückliches Angesicht in dem Morgentau Seiner Gnade und tröstet sich mit dem Gesang der Himmelsboten Seiner Verheißungen. Teurer Herr Jesus, lass mich die Seligkeit erkennen, die aus einer bleibenden und unzerbrechlichen Gemeinschaft mit Dir erblüht. Ich bin ein armer Unwürdiger, dessen Wange Du mit Gnade und Güte geküsst hast! Ach, lass mich Dich wieder küssen mit den Küssen meines Mundes! „Denn Deine Liebe ist lieblicher denn Wein."
《Morning By Morning》May 1
“His cheeks are as a bed of spices, as sweet flowers: his lips like lilies, dropping sweet smelling myrrh.”— Song of Solomon 5:13
Lo, the flowery month is come! March winds and April showers have done their work, and the earth is all bedecked with beauty.
Come my soul, put on thine holiday attire and go forth to gather garlands of heavenly thoughts. Thou knowest whither to betake thyself, for to thee “the beds of spices” are well known, and thou hast so often smelt the perfume of “the sweet flowers,” that thou wilt go at once to thy well-beloved and find all loveliness, all joy in him.
That cheek once so rudely smitten with a rod, oft bedewed with tears of sympathy and then defiled with spittle–that cheek as it smiles with mercy is as fragrant aromatic to my heart. Thou didst not hide thy face from shame and spitting, O Lord Jesus, and therefore I will find my dearest delight in praising thee.
Those cheeks were furrowed by the plough of grief, and crimsoned with red lines of blood from thy thorn-crowned temples; such marks of love unbounded cannot but charm my soul far more than “pillars of perfume.” If I may not see the whole of his face I would behold his cheeks, for the least glimpse of him is exceedingly refreshing to my spiritual sense and yields a variety of delights.
In Jesus I find not only fragrance, but a bed of spices; not one flower, but all manner of sweet flowers. He is to me my rose and my lily, my heartsease and my cluster of camphire.
When he is with me it is May all the year round, and my soul goes forth to wash her happy face in the morning-dew of his grace, and to solace herself with the singing of the birds of his promises. Precious Lord Jesus, let me in very deed know the blessedness which dwells in abiding, unbroken fellowship with thee.
I am a poor worthless one, whose cheek thou hast deigned to kiss! O let me kiss thee in return with the kisses of my lips.
《am Abend》1 Mai
„Ich bin eine Blume zu Saron und eine Rose im Tal." Hohelied 2,1
Welche Schönheiten auch diese irdische Welt in sich vereinigen mag, so besitzt doch unser Herr Jesus Christus dies alles in der himmlischen Welt in unvergleichlich höherem Maß. Unter den Blumen gilt die Rose als die lieblichste, aber der Herr Jesus ist unendlich herrlicher und schöner im Garten der Seele, als es die Rose im irdischen Garten sein kann. Er ist der Allerschönste und Auserkorene unter vielen Tausenden. Er ist die Sonne und alle anderen sind die Sterne. Die Himmel und der Tag sind dunkel gegen Ihn, denn der König in Seiner Schönheit überstrahlt sie alle. „Ich bin eine Blume zu Saron." Das war die beste und seltenste unter allen Blumen. Der Herr Jesus ist nicht bloß „eine Blume", sondern Er ist die „Blume zu Saron", gerade so, wie Er Seine Gerechtigkeit „Gold" nennt und dann beifügt: „Gold aus Ophir" - das Beste vom Besten. Er ist lieblich, Er ist der Liebenswürdigste. Es ist eine große Mannigfaltigkeit in Seinen herrlichen Eigenschaften. Die Rose ist lieblich fürs Auge und riecht außerordentlich angenehm und erfrischend. So findet ein jeglicher Sinn unserer Seele, sei es das Gefühl des Gemütes, das Gehör, das Gesicht oder der geistliche Geruch, eine unbeschreibliche Freude in Jesus. Nimm die Blume von Saron, nimm ein Blatt um das andere von ihr und lege es zwischen die Blätter deines Gedächtnisses hinein. So wirst du erfahren, dass jedes Blatt noch lange Zeit Seinen köstlichen Duft von sich gibt und das ganze Haus mit Wohlgeruch erfüllt. Christus stellt den edelsten Geschmack des gebildetsten Geistes vollkommen zufrieden. Der größte Amateur in Wohlgerüchen ist durchaus beglückt von dem Duft der Rose. Und wenn die Seele die höchste Stufe des wahren Geschmacks erreicht hat, so wird sie dennoch immer wieder aufs Neue von Christus angezogen und schätzt Ihn umso höher. Der Himmel selber besitzt nichts, was diese Blume zu Saron überträfe. Die größten Schönheiten der Welt zusammen können ihre Köstlichkeit nur mit schwachen Farben zeichnen. O köstliche Blume, blühe immer in meinem Herzen!
《Evening by Evening》May 1
“I am the rose of Sharon, and the lily of the valleys.”— Song of Solomon 2:1
Whatever there may be of beauty in the material world, Jesus Christ possesses all that in the spiritual world in a tenfold degree.
Amongst flowers the rose is deemed the sweetest, but Jesus is infinitely more beautiful in the garden of the soul than the rose can be in the gardens of earth. He takes the first place as the fairest among ten thousand.
He is the sun, and all others are the stars; the heavens and the day are dark in comparison with him, for the King in his beauty transcends all.
“I am the rose of Sharon.” This was the best and rarest of roses. Jesus is not “the rose” alone, he is “the rose of Sharon,” just as he calls his righteousness “gold,” and then adds, “the gold of Ophir”–the best of the best.
He is positively lovely, and superlatively the loveliest. There is variety in his charms. The rose is delightful to the eye, and its scent is pleasant and refreshing; so each of the senses of the soul, whether it be the taste or feeling, the hearing, the sight, or the spiritual smell, finds appropriate gratification in Jesus.
Even the recollection of his love is sweet. Take the rose of Sharon, and pull it leaf from leaf, and lay by the leaves in the jar of memory, and you shall find each leaf fragrant long afterwards, filling the house with perfume.
Christ satisfies the highest taste of the most educated spirit to the very full. The greatest amateur in perfumes is quite satisfied with the rose: and when the soul has arrived at her highest pitch of true taste, she shall still be content with Christ, nay, she shall be the better able to appreciate him.
Heaven itself possesses nothing which excels the rose of Sharon. What emblem can fully set forth his beauty? Human speech and earth-born things fail to tell of him.
Earth’s choicest charms commingled, feebly picture his abounding preciousness. Blessed rose, bloom in my heart forever!
《am Morgen》2. Mai
„Ich bitte nicht, dass du sie von der Welt nehmest, sondern dass du sie bewahrst vor dem Übel." Johannes 17,15
Es ist ein seliges und liebliches Ereignis, das allen Gläubigen bevorsteht zu der Zeit, da es Gott wohlgefällig ist, dass wir heimgehen dürfen, um bei Jesus zu sein. Nach etlichen Jahren werden die Streiter des Herrn, die hier „den guten Kampf des Glaubens kämpfen", den Streit überwunden haben und werden eingegangen sein zu ihres Herrn Freude. Aber obwohl Christus will, dass die Seinen einst bei Ihm sein werden, so bittet Er doch nicht, dass sie plötzlich von der Welt in den Himmel genommen werden möchten. Er wünscht, dass sie hier bleiben. Und wie oft sendet dennoch der müde Pilger die Bitte zum Gnadenthron hinauf: „O, hätte ich Flügel wie Tauben, dass ich flöge und irgendwo bliebe!" Aber Christus, unser Herr, bittet nicht so. Er lässt uns und befiehlt uns in Seines Vaters Hände, bis wir, Garben reifen Korns gleich, in die Scheunen unseres Meisters eingesammelt werden. Der Herr Jesus bittet für uns nicht um eine Erlösung durch einen baldigen Tod. Denn es ist nötig, um anderer willen im Fleisch zu bleiben, auch wenn es uns nicht zum größeren Segen dient. Er bittet, dass uns der Vater vor dem Übel bewahre, aber nimmermehr bittet Er für uns, dass wir zum Erbteil der ewigen Herrlichkeit eingehen dürfen, ehe wir zum vollen Alter herangewachsen sind.
Christen wünschen oft zu sterben, wenn sie von irgendeiner Trübsal heimgesucht werden. Fragt man sie, warum, so antworten sie: „Wir möchten bei dem Herrn sein." Wir fürchten aber, dass es ihnen weniger darum geht, beim Herrn zu sein, als vielmehr darum, ihre Trübsal los zu werden. Denn sonst würden sie das gleiche Verlangen auch zu anderen Zeiten hegen, in denen sie nicht unter dem Druck von Drangsal seufzen. Sie möchten gern heimgehen: wohl weniger um der Nähe des Heilandes willen, sondern mehr, um Ruhe genießen zu können. Nun ist es aber recht und gut, wenn wir so abzuleben wünschten wie der Apostel Paulus, weil bei Christus zu sein viel besser wäre. Aber das Verlangen, der Trübsal zu entfliehen ist ein selbst-süchtiger Wunsch. Vielmehr sei euer Sehnen und Sorgen, dass ihr Gott durch euer Leben verherrlichen möget, solange es Ihm gefällt, und wäre es auch mitten unter Mühe und Kampf und Leiden. Und überlasst es Ihm, zu sagen: „Es ist genug." Wenn die rechte Stunde kommt, wird Er euch schon heimholen.
《Morning By Morning》May 2
“I pray not that thou shouldest take them out of the world, but that thou shouldest keep them from the evil.”— John 17:15
It is a sweet and blessed event which will occur to all believers in God’s own time–the going home to be with Jesus.
In a few more years the Lord’s soldiers, who are now fighting “the good fight of faith” will have done with conflict, and have entered into the joy of their Lord. But although Christ prays that his people may eventually be with him where he is, he does not ask that they may be taken at once away from this world to heaven. He wishes them to stay here.
Yet how frequently does the wearied pilgrim put up the prayer, “O that I had wings like a dove! for then would I fly away and be at rest;” but Christ does not pray like that, he leaves us in his Father’s hands, until, like shocks of corn fully ripe, we shall each be gathered into our Master’s garner.
Jesus does not plead for our instant removal by death, for to abide in the flesh is needful for others if not profitable for ourselves. He asks that we may be kept from evil, but he never asks for us to be admitted to the inheritance in glory till we are of full age.
Christians often want to die when they have any trouble. Ask them why, and they tell you, “Because we would be with the Lord.” We fear it is not so much because they are longing to be with the Lord, as because they desire to get rid of their troubles; else they would feel the same wish to die at other times when not under the pressure of trial.
They want to go home, not so much for the Saviour’s company, as to be at rest. Now it is quite right to desire to depart if we can do it in the same spirit that Paul did, because to be with Christ is far better, but the wish to escape from trouble is a selfish one.
Rather let your care and wish be to glorify God by your life here as long as he pleases, even though it be in the midst of toil, and conflict, and suffering, and leave him to say when “it is enough.”
《am Abend》2. Mai
„Diese alle sind gestorben im Glauben und haben die Verheißung nicht empfangen, sondern sie von ferne gesehen und sich ihrer getröstet und wohl genügen lassen und bekannt, dass sie Gäste und Fremdlinge auf Erden wären." Hebräer 11,13
Betrachte die Grabschrift aller jener seligen Gläubigen, die vor der Erscheinung unseres Herrn heimgegangen sind. Es ist dabei ganz unerheblich, auf welche Art sie starben, ob des Alters wegen oder auf gewaltsame Weise. Aber das Eine, worin sie alle übereinstimmen, ist vor allem anderen wertvoll: „Diese alle sind gestorben im Glauben." Im Glauben lebten sie: Er war ihr Trost, ihr Führer, ihre Triebfeder und ihre Stütze. Und in derselben geistlichen Gnade starben sie und vollendeten ihren Lebensgesang mit dem herrlichen Lied, in welchem sie allezeit ihren Trost suchten. Sie verließen sich nicht auf das Vergängliche oder auf ihre eigenen Verdienste. Sie wichen keinen Schritt von ihrem ersten Pfad in der Kindschaft Gottes ab, sondern beharrten auf dem Weg des Glaubens bis ans Ende. Es ist ebenso kostbar, im Glauben zu sterben, wie in demselben zu leben.
Das Sterben im Glauben hat eine wichtige Beziehung zur Vergangenheit. Sie glaubten den Verheißungen, die vorausgegangen waren und sie waren gewiss, dass ihre Sünden durch die Gnade Gottes aus-getilgt wurden. Das Sterben im Glauben hat auch mit der Gegen-wart zu tun. Diese Heiligen vertrauten zuversichtlich ihrer Gotteskindschaft, genossen die Strahlen Seiner Liebe und verließen sich auf Seine Treue. Das Sterben im Glauben richtet aber seinen Blick auch in die Zukunft. Sie entschliefen und bezeugten sterbend, dass der Messias gewiss erscheinen werde und dass sie aus ihren Gräbern auferstehen und Ihn schauen würden, wenn Er in den letzten Tagen auf die Erde wiederkomme. Für sie waren die Todesschrecken nur die Geburtsschmerzen eines besseren Lebens.
Darum: nur Mut, meine Seele, wenn du diese Grabschrift liest. Dein Lauf ist durch die Gnade Gottes ein Glaubenslauf, und dir wird das Schauen selten zuteil. Das war auch der Weg aller Gläubigen. Der Glaube war die Bahn, auf der sich diese großen Sterne bewegten, so-lange sie hier glänzten. Wohl dir, wenn es auch deine Bahn ist. Blicke heute Abend aufs Neue zu Jesus empor, dem Urheber und Vollender deines Glaubens, und danke Ihm, dass Er dir in gleicher Weise einen herrlichen Glauben geschenkt hat, wie allen in die Herrlichkeit Gottes Vorangegangenen.
《Evening by Evening》May 2
“These all died in faith, not having received the promises, but having seen them afar off, and were persuaded of them, and embraced them, and confessed that they were strangers and pilgrims on the earth.”— Hebrews 11:13
Behold the epitaph of all those blessed saints who fell asleep before the coming of our Lord! It matters nothing how else they died, whether of old age, or by violent means; this one point, in which they all agree, is the most worthy of record, “they all died in faith.”
In faith they lived—it was their comfort, their guide, their motive and their support; and in the same spiritual grace they died, ending their life-song in the sweet strain in which they had so long continued.
They did not die resting in the flesh or upon their own attainments; they made no advance from their first way of acceptance with God, but held to the way of faith to the end. Faith is as precious to die by as to live by.
Dying in faith has distinct reference to the past. They believed the promises which had gone before, and were assured that their sins were blotted out through the mercy of God.
Dying in faith has to do with the present. These saints were confident of their acceptance with God, they enjoyed the beams of his love, and rested in his faithfulness.
Dying in faith looks into the future. They fell asleep, affirming that the Messiah would surely come, and that when he would in the last days appear upon the earth, they would rise from their graves to behold him. To them the pains of death were but the birth-pangs of a better state.
Take courage, my soul, as thou readest this epitaph. Thy course, through grace, is one of faith, and sight seldom cheers thee; this has also been the pathway of the brightest and the best.
Faith was the orbit in which these stars of the first magnitude moved all the time of their shining here; and happy art thou that it is thine.
Look anew tonight to Jesus, the author and finisher of thy faith, and thank Him for giving thee like precious faith with souls now in glory.
《am Morgen》3. Mai
„Solches habe ich mit euch geredet, dass ihr in mir Frieden habet. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden." Johannes 16,33
Fragst du nach dem Grund dieser göttlichen Ordnung, lieber Leser? Schau hinauf zu deinem himmlischen Vater und siehe, wie rein und heilig Er ist. Weißt du, dass du Ihm eines Tages gleich sein wirst? Wirst du ohne Mühe Seinem Bilde gleich werden können? Wirst du nicht im Ofen der Trübsal durchläutert werden müssen, damit du gereinigt wirst? Wird es dir etwas Leichtes sein, aus deinem Verderben loszukommen und vollkommen gemacht zu werden, gleichwie dein Vater im Himmel vollkommen ist? Und dann, lieber Christ, wende deinen Blick unter dich. Weißt du, was für Feinde auf dich lauern? Du warst einst ein Knecht und Untertan Satans. Kein König lässt gern seine Untertanen gehen. Meinst du, der Satan wird dich unangefochten lassen? Nein, er wird sich jederzeit an dich heranmachen, denn er „geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, welchen er verschlinge" (1. Petrus 5,8). Darum mache dich auf Trübsal gefasst, lieber Christ, wenn du unter dich blickst. Und weiter: schau um dich! Wo bist du? Du stehst in Feindesland als ein Fremdling und Flüchtling. Die Welt ist nicht dein Freund. Wenn sie es wäre, denn wärst du nicht Gottes Freund. Denn wer der Welt Freund ist, ist Gottes Feind. Rechne damit, dass du überall Feinden begegnest. Wenn du schläfst, so wisse, dass du auf dem Schlachtfeld ruhst. Wenn du umhergehst, so nimm dich bei jedem Gebüsch vor einem Hinterhalt in Acht. Gleichwie die Moskitos - so wird gesagt - Fremde heftiger belästigen als Einheimische, so werden dir auch die Trübsale dieser Welt am härtesten zusetzen. Schaue letztendlich in dich, in dein ei-genes Herz, und siehe zu, was du da findest. Sünde und Selbstsucht wohnen noch immer darin. Ach, wenn du keinen Satan hättest, der dich versucht, keine Feinde, die dich angehen, und keine Welt, die dich lockt, so fändest du in dir selber Böses genug, was dir Kummer bereitet. Denn „das Herz ist ein trotziges und verzagtes Ding, wer kann es ergründen?" So mache dich auf Trübsal gefasst, aber verzweifle nicht daran, denn Gott ist mit dir, um dir zu helfen und um dich zu stärken. Er hat gesagt: „Ich bin bei dir in der Not, ich will dich herausreißen und zu Ehren bringen." (Psalm 91,15).
„Hab' Geduld, bis die Huld
deines Vaters eilet und das Herz dir heilet."
《Morning By Morning》May 3
“These things I have spoken unto you, that in me ye might have peace. In the world ye shall have tribulation: but be of good cheer; I have overcome the world.”— John 16:33
Art thou asking the reason of this, believer? Look upward to thy heavenly Father, and behold him pure and holy.
Dost thou know that thou art one day to be like him? Wilt thou easily be conformed to his image? Wilt thou not require much refining in the furnace of affliction to purify thee? Will it be an easy thing to get rid of thy corruptions, and make thee perfect even as thy Father which is in heaven is perfect?
Next, Christian, turn thine eye downward. Dost thou know what foes thou hast beneath thy feet? Thou wast once a servant of Satan, and no king will willingly lose his subjects.
Dost thou think that Satan will let thee alone? No, he will be always at thee, for he “goeth about like a roaring lion, seeking whom he may devour.” Expect trouble, therefore, Christian, when thou lookest beneath thee. Then look around thee.
Where art thou? Thou art in an enemy’s country, a stranger and a sojourner. The world is not thy friend. If it be, then thou art not God’s friend, for he who is the friend of the world is the enemy of God.
Be assured that thou shalt find foe-men everywhere. When thou sleepest, think that thou art resting on the battlefield; when thou walkest, suspect an ambush in every hedge. As mosquitoes are said to bite strangers more than natives, so will the trials of earth be sharpest to you.
Lastly, look within thee, into thine own heart and observe what is there. Sin and self are still within.
Ah! if thou hadst no devil to tempt thee, no enemies to fight thee, and no world to ensnare thee, thou wouldst still find in thyself evil enough to be a sore trouble to thee, for “the heart is deceitful above all things, and desperately wicked.”
Expect trouble then, but despond not on account of it, for God is with thee to help and to strengthen thee. He hath said, “I will be with thee in trouble; I will deliver thee and honour thee.”
《am Abend》3. Mai
„Gott ist unsre Zuversicht und Stärke. Eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben." Psalm 46,2
Bundesgüter und Bundesgnaden sollen wir nicht nur anschauen, sondern uns auch aneignen. Dazu ist uns ja gerade der Herr Jesus geschenkt, dass wir Ihn in unseren Bedürfnissen brauchen sollen. Liebe gläubige Seele, du gebrauchst Christus nicht so, wie du solltest. Wenn du in Nöten bist, warum erzählst du Ihm da nicht alles, was dich bedrückt? Hat Er nicht ein mitleidiges Herz, und kann Er dich denn nicht trösten und erquicken? Nein, da gehst du zu all deinen Freunden, nur zu deinem besten Freund nicht, und schüttest dein Herz überall aus, nur nicht an der Brust deines Heilandes. Drücken dich die Sünden des heutigen Tages? Hier ist ein Brunnen, gefüllt mit Blut: Gebrauche ihn, Heiliger, gebrauche ihn! Lastet ein Schuldgefühl auf dir? Die vergebende Gnade Jesu bewährt sich immer aufs Neue. Willst du rein werden, so komm zu Ihm. Klagst du über deine Schwäche? Er ist deine Stärke, warum stützt du dich nicht auf Ihn? Fühlst du dich nackt und bloß? Komm hierher, liebe Seele, ziehe den Rock der Gerechtigkeit Christi an. Bleibe nicht staunend davor stehen, sondern trage ihn. Ziehe deine eigene Gerechtigkeit und deine Ängste aus, und kleide dich mit der feinen Seide, die für dich zum Tragen bestimmt ist. Fühlst du dich krank? Dann läute die Abendglocke des Gebets, und rufe den lieben Arzt herbei! Er gibt dir die Stärkung, derer du zu deiner Genesung bedarfst. Du bist arm, aber in Ihm hast du einen reichen und mächtigen Verwandten. Wie, willst du nicht zu Ihm gehen und Ihn bitten, dass Er dir Seinen Überfluss schenke, weil Er dir doch die Verheißung gegeben hat, dass du Sein Miterbe sein sollst und an allem teilhaben, was Er ist und was Er hat? Nichts missfällt deinem Herrn Jesus mehr, als wenn die Seinen nur ein Schaustück aus Ihm machen und Ihn nicht gebrauchen wollen. Je größer die Lasten, die wir Seinen Schultern aufladen, umso kostbarer wird Er uns.
„Mein alles, was ich liebe, mein alles, was ich übe, sei mein Herr Jesus Christ; weil ich in Ihm besitze, was einer Seele nütze, was einem Menschen köstlich ist!"
《Evening by Evening》May 3
“To the chief Musician for the sons of Korah, A Song upon Alamoth. God is our refuge and strength, a very present help in trouble.”— Psalm 46:1
Covenant blessings are not meant to be looked at only, but to be appropriated. Even our Lord Jesus is given to us for our present use.
Believer, thou dost not make use of Christ as thou oughtest to do. When thou art in trouble, why dost thou not tell him all thy grief?
Has he not a sympathizing heart, and can he not comfort and relieve thee? No, thou art going about to all thy friends, save thy best Friend, and telling thy tale everywhere except into the bosom of thy Lord.
Art thou burdened with this day’s sins? Here is a fountain filled with blood: use it, saint, use it.
Has a sense of guilt returned upon thee? The pardoning grace of Jesus may be proved again and again. Come to him at once for cleansing.
Dost thou deplore thy weakness? He is thy strength: why not lean upon him?
Dost thou feel naked? Come hither, soul; put on the robe of Jesus’ righteousness. Stand not looking at it, but wear it. Strip off thine own righteousness, and thine own fears too: put on the fair white linen, for it was meant to wear.
Dost thou feel thyself sick? Pull the night-bell of prayer, and call up the Beloved Physician! He will give the cordial that will revive thee. Thou art poor, but then thou hast “a kinsman, a mighty man of wealth.”
What! wilt thou not go to him, and ask him to give thee of his abundance, when he has given thee this promise, that thou shalt be joint heir with him, and has made over all that he is and all that he has to be thine?
There is nothing Christ dislikes more than for his people to make a show-thing of him, and not to use him. He loves to be employed by us.
The more burdens we put on his shoulders, the more precious will he be to us.
“Let us be simple with him, then,
Not backward, stiff, or cold,
As though our Bethlehem could be
What Sinai was of old.”
Use for《Evening by Evening》May 4
《am Morgen》4. Mai
„Wie kann ein Mensch Götter machen, die doch keine Götter sind?" Jeremia 16,20
Eine große, verführerische Sünde des alten Volkes Israel war die Abgötterei, und das geistliche Israel wird von einer Neigung zur selben Torheit geplagt. Der Stern des Gottes Remphan leuchtet nicht mehr und die Frauen weinen nicht mehr über den Thamus, aber noch immer drängt euch der Mammon sein goldenes Kalb auf, und die Heiligtümer des Stolzes sind noch nicht gefallen. Die Selbstsucht müht sich unter den mannigfaltigsten Gestalten ab, die Auserwählten unter ihre Herrschaft zu bringen, und das Fleisch errichtet sei-ne Altäre überall, wo es Raum für sie finden kann. Lieblingskinder sind oft der Anlass zur Versündigung bei Gläubigen. Es betrübt den Herrn, wenn Er sieht, wie wir über alle Maßen in sie vernarrt sind. Sie werden uns ebenso zum Unheil und Fluch wie damals Absalom dem David. Wenn Christen gern ihre Schlafkissen mit Stecknadeln spicken wollen, so sollen sie nur mit närrischer Liebe an ihren eigenen Lieblingen hängen. Es heißt sehr richtig:,, die doch keine Götter sind", denn die Gegenstände unserer törichten Zuneigung sind von sehr zweifelhaftem Segen für uns. Der Trost und die Freude, die sie uns jetzt gewähren, sind sehr gefährlich, und die Hilfe, die sie uns in der Stunde der Anfechtung leisten können, ist wahrlich sehr gering. Warum lassen wir uns denn so betören von dem, was vergänglich ist? Wir bemitleiden die armen Heiden, die einen steinernen Gott verehren, und doch beten wir einen goldenen Götzen an. Worin besteht die große Überlegenheit eines fleischernen Abgottes über einen hölzernen? Das innere Wesen, die Sünde, die Torheit, ist bei allem Götzendienst ganz gleich, nur dass wir umso größere Verantwortung tragen, weil wir mehr Verständnis empfangen haben und dennoch sündigen. Darum wiegt auch unser Unrecht weit schwerer. Die Heiden beugen sich vor falschen Göttern, aber sie haben den wahren Gott nie gekannt. Wir aber machen uns einer doppelten Sünde schuldig, weil wir den lebendigen Gott verlassen und toten Götzen nachlaufen. Möge Gott uns von dieser schweren Sünde reinigen!
„Weine recht
als ein Knecht,
der mit bösen Taten
seinen Herrn verraten."
《Morning By Morning》May 4
“Shall a man make gods unto himself, and they are no gods?”— Jeremiah 16:20
One great besetting sin of ancient Israel was idolatry, and the spiritual Israel are vexed with a tendency to the same folly. Remphan’s star shines no longer, and the women weep no more for Tammuz, but Mammon still intrudes his golden calf, and the shrines of pride are not forsaken.
Self in various forms struggles to subdue the chosen ones under its dominion, and the flesh sets up its altars wherever it can find space for them. Favourite children are often the cause of much sin in believers; the Lord is grieved when he sees us doting upon them above measure; they will live to be as great a curse to us as Absalom was to David, or they will be taken from us to leave our homes desolate.
If Christians desire to grow thorns to stuff their sleepless pillows, let them dote on their dear ones.
It is truly said that “they are no gods,” for the objects of our foolish love are very doubtful blessings, the solace which they yield us now is dangerous, and the help which they can give us in the hour of trouble is little indeed. Why, then, are we so bewitched with vanities?
We pity the poor heathen who adore a god of stone, and yet worship a god of gold. Where is the vast superiority between a god of flesh and one of wood?
The principle, the sin, the folly is the same in either case, only that in ours the crime is more aggravated because we have more light, and sin in the face of it.
The heathen bows to a false deity, but the true God he has never known; we commit two evils, inasmuch as we forsake the living God and turn unto idols.
May the Lord purge us all from this grievous iniquity!
“The dearest idol I have known,
Whate’er that idol be;
Help me to tear it from thy throne,
And worship only thee.”
《am Abend》4. Mai
“… als die da wiedergeboren sind, nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da ewig bleibt." 1. Petrus 1,23
Petrus ermahnte die zerstreuten Heiligen mit allem Ernst, sich untereinander „inbrünstig zu lieben aus reinem Herzen" (Vers 22), und weise nahm er seine Begründung nicht aus dem Gesetz, aus der Natur oder aus der Weisheit dieser Welt, sondern aus der höheren, göttlichen Natur, welche Gott den Seinen eingepflanzt hat. Gerade wie einsichtsvolle Erzieher fürstlicher Kinder danach streben, in ihren Zöglingen einen königlichen Sinn und einen würdigen Anstand zu wecken und zu pflegen, und sie dabei auf ihren Stand und ihre Geburt hinweisen, so redet Petrus mit den Gläubigen, den Erben der Herrlichkeit, Prinzen aus königlichem Geblüt, Nachkommen des Königs aller Könige, dem echtesten und ältesten Adel der Erde, und spricht zu ihnen: „Seht zu, dass ihr einander lieb habt, denn ihr seid aus einem edlen Geschlecht und aus unvergänglichem Samen geboren; ihr habt einen vornehmen Stammbaum, denn ihr stammt aus Gott, dem Schöpfer aller Dinge; und ihr habt eine unsterbliche Bestimmung, denn ihr sollt nimmermehr umkommen, ob auch alles Fleisches Herrlichkeit verwelke und die Welt vergehe." Wohl uns, wenn wir mit demütigem Geist die wahrhafte Würde unserer erneuerten Natur erkennen und nach ihr leben. Was ist ein Christ? Wenn man ihn mit einem König vergleicht, so vereinigt er mit königlicher Würde auch priesterliche Heiligkeit. Des Königs hohes Ansehen ruht oft nur auf Seiner Krone, aber das Königtum eines Christen durch-strömt seine innerste Natur. Der Christ steht durch seine neue Geburt so hoch über seinen Nebenmenschen, wie eine unsterbliche Seele über dem Vieh, das dahinfährt. Darum soll er sich in all seinem Tun nicht wie einer unter vielen fühlen, sondern als ein Auserwählter vor aller Welt. Ihm ist die unumschränkte Gnade erwiesen, dass er zu dem „heiligen Volk" zählt und nicht wie andere im Staub kriecht, noch nach Art der Bürger dieser Welt lebt. Geliebte in Christus Jesus, lasst euch die hohe Würde eures erneuerten Wesens abspüren und der Heiligung nachjagen. Meidet den Schein des Bösen. „Macht keusch eure Seelen im Gehorsam der Wahrheit durch den Geist, zu ungefärbter Bruderliebe." (Vers 22).
《Evening by Evening》May 4
“Being born again, not of corruptible seed, but of incorruptible, by the word of God, which liveth and abideth for ever.”— 1 Peter 1:23
Peter most earnestly exhorted the scattered saints to love each other “with a pure heart fervently” and he wisely fetched his argument, not from the law, from nature, or from philosophy, but from that high and divine nature which God hath implanted in his people.
Just as some judicious tutor of princes might labour to beget and foster in them a kingly spirit and dignified behaviour, finding arguments in their position and descent, so, looking upon God’s people as heirs of glory, princes of the blood royal, descendants of the King of kings, earth’s truest and oldest aristocracy, Peter saith to them, “See that ye love one another, because of your noble birth, being born of incorruptible seed; because of your pedigree, being descended from God, the Creator of all things; and because of your immortal destiny, for you shall never pass away, though the glory of the flesh shall fade, and even its existence shall cease.”
It would be well if, in the spirit of humility, we recognized the true dignity of our regenerated nature, and lived up to it. What is a Christian? If you compare him with a king, he adds priestly sanctity to royal dignity.
The king’s royalty often lieth only in his crown, but with a Christian it is infused into his inmost nature. He is as much above his fellows through his new birth, as a man is above the beast that perisheth.
Surely he ought to carry himself, in all his dealings, as one who is not of the multitude, but chosen out of the world, distinguished by sovereign grace, written among “the peculiar people” and who therefore cannot grovel in the dust as others, nor live after the manner of the world’s citizens.
Let the dignity of your nature, and the brightness of your prospects, O believers in Christ, constrain you to cleave unto holiness, and to avoid the very appearance of evil.
《am Morgen》5. Mai
„Was hat der Tempel Gottes für Gleichheit mit den Götzen? Ihr aber seid der Tempel des lebendigen Gottes; wie denn Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein." 2. Korinther 6,16
Was für ein lieblicher Name: „Mein Volk"! Was für eine köstliche Offenbarung: „Ihr Gott"! Welche Fülle des süßesten Inhalts ist in diesen beiden Worten eingeschlossen! Es liegt darin zunächst eine Auszeichnung, denn die ganze Welt gehört Gott. Der Himmel und aller Himmel Himmel gehören dem Herrn. Er herrscht unter den Menschenkindern. Aber von denen, die Er auserwählt hat, die Er sich mit Blut erkauft hat, sagt Er etwas, was Er von keinem anderen sagt. Er nennt sie „mein Volk". In diesem Wort liegt der Begriff des Eigentumsrechts. In einem ganz besonderen Sinn heißt es: „Des Herrn Teil ist sein Volk; Jakob ist die Schnur seines Erbes." Alle Völker auf Erden sind Sein. Die ganze Welt steht unter Seiner Gewalt. Dennoch ist Sein Volk, das Volk Seiner Wahl, in ganz besonderem Sinne Sein Eigentum. Denn Er hat mehr für sie und um ihretwillen getan als für andere. Er hat sie mit Seinem Blut erkauft. Er hat sie aus lauter Güte zu sich gezogen. Er hat ihnen Seine ganze Seele in Inbrunst zugewandt. Sein großes Herz schlägt ihnen entgegen. Er hat sie mit einer unaufhörlichen ewigen Liebe geliebt, dass auch viele Wasser diese Liebe nicht auszulöschen, noch die Ströme sie zu ersäufen vermögen. Eine Liebe, welche die Flut der Zeiten auch nicht im Geringsten abschwächen wird. Liebe Freunde, könnt ihr euren Blick hinaufrichten zum Himmel und sagen: „Mein Herr und mein Gott!? Mein! Durch jene unaussprechlich liebliche Verwandtschaft, welche mir das Recht gibt, Dich Vater zu nennen. Mein! Durch jene geheiligte Freundschaft und Gemeinschaft, die meine größte Freude ist, wenn es Dir wohl-gefällt, Dich mir zu offenbaren, wie Du Dich der Welt nicht offen-barst?" Kannst du die von Gott inspirierte Heilige Schrift aufschlagen und darin das Vermächtnis deiner Erlösung lesen? Kannst du deinen Namen finden, der mit teurem Blut geschrieben steht? Kannst du in demütigem Glauben den Saum des Gewandes Jesu berühren und sprechen: „Mein Christus?" Wenn du das kannst, dann spricht Gott von dir und von den anderen, die dir gleich sind: „Mein Volk". Denn wenn Gott dein Gott ist, und Christus dein Christus, so hat der Herr eine besondere, innige Zuneigung zu dir. Du bist Sein auserwähltes Kind und in Seinem lieben Sohn angenehm gemacht.
《Morning By Morning》May 5
“And what agreement hath the temple of God with idols? for ye are the temple of the living God; as God hath said, I will dwell in them, and walk in them; and I will be their God, and they shall be my people.”— 2 Corinthians 6:16
What a sweet title: “My people!” What a cheering revelation: “Their God!” How much of meaning is couched in those two words, “My people!”
Here is speciality. The whole world is God’s; the heaven, even the heaven of heavens is the Lord’s, and he reigneth among the children of men; but of those whom he hath chosen, whom he hath purchased to himself, he saith what he saith not of others–“My people.”
In this word there is the idea of proprietorship. In a special manner the “Lord’s portion is his people; Jacob is the lot of his inheritance.”
All the nations upon earth are his; the whole world is in his power; yet are his people, his chosen, more especially his possession; for he has done more for them than others; he has bought them with his blood; he has brought them nigh to himself; he has set his great heart upon them; he has loved them with an everlasting love, a love which many waters cannot quench, and which the revolutions of time shall never suffice in the least degree to diminish.
Dear friends, can you, by faith, see yourselves in that number? Can you look up to heaven and say, “My Lord and my God: mine by that sweet relationship which entitles me to call thee Father; mine by that hallowed fellowship which I delight to hold with thee when thou art pleased to manifest thyself unto me as thou dost not unto the world?”
Canst thou read the Book of Inspiration, and find there the indentures of thy salvation? Canst thou read thy title writ in precious blood? Canst thou, by humble faith, lay hold of Jesus’ garments, and say, “My Christ”?
If thou canst, then God saith of thee, and of others like thee, “My people;” for, if God be your God, and Christ your Christ, the Lord has a special, peculiar favour to you; you are the object of his choice, accepted in his beloved Son.
《am Abend》5. Mai
“Wer eine Sache klüglich führt, der findet Glück; und wohl dem, der sich auf den HERRN verlässt!" Sprüche 16,20
Weisheit ist des Menschen wahre Macht, und wenn er sich von ihr leiten lässt, erfüllt er den Zweck seines Daseins am besten. Die Angelegenheiten des Lebens klug zu führen gewährt dem Menschen die reichste Freude und bietet seinen Kräften die edelste Beschäftigung dar. Daher findet er Glück, im vollen Sinne des Wortes. Ohne Weisheit ist der Mensch wie ein wildes Eselsfüllen: Er rennt bald hierhin, bald dorthin und vergeudet seine Kräfte, statt sie nützlich einzusetzen. Weisheit ist der Kompass, mit welchem der Mensch durch die pfadlose Meereswüste dieses Lebens steuert. Ohne sie ist er wie ein herrenloses Schiff, ein Spielball der Wellen und Winde. Ein Mensch muss klug sein in einer Welt wie der unsrigen, sonst findet er kein Glück, sondern wird in unzähliges Unglück verflochten. Ein Pilger, der seine Tritte nicht mit äußerster Vorsicht setzt, verletzt seine Füße unter den Dornen des Waldes dieses Lebens schwer. Wer durch eine Wüste zieht, die von Räuberbanden unsicher gemacht wird, muss seine Sache klug führen, wenn er glücklich reisen will. Wenn wir unserem großen Lehrer nachfolgen, wohin Er uns vorangeht, so werden wir auch in dieser dunklen Heimat Glück finden. Es gibt himmlische Früchte, die wir diesseits der Ringmauern des Gartens Eden pflücken und paradiesische Lieder, die wir in den irdischen Hainen erschallen lassen können. Aber wo finden wir solche Weisheit? Viele haben da-von geträumt und sie doch nicht besessen. Wo lernen wir sie? Lasst uns auf die Stimme des Herrn hören, denn Er hat uns das Geheimnis geoffenbart. Er hat den Menschenkindern enthüllt, worin die wahre Weisheit besteht, und wir finden sie in den Worten: „Wohl dem, der sich auf den Herrn verlässt." Der wahre Weg, wie man eine Sache klug führt, ist das Vertrauen auf den Herrn. Das ist der sichere Leit-faden in den verworrensten Irrgärten des Lebens. Folge Ihm nach, so findest du ewiges Glück. Wer sich auf den Herrn verlässt, besitzt einen Freibrief auf die Schätze der Weisheit, der vom ewigen Wort Gottes verbürgt ist: Glücklich ist er wohl schon jetzt und weit mehr noch dort oben. Herr, wandle in dieser Abendstunde mit mir durch den Garten und lehre mich die Weisheit des Glaubens.
《Evening by Evening》May 5
“He that handleth a matter wisely shall find good: and whoso trusteth in the LORD, happy is he.”— Proverbs 16:20
Wisdom is man’s true strength; and, under its guidance, he best accomplishes the ends of his being.
Wisely handling the matter of life gives to man the richest enjoyment, and presents the noblest occupation for his powers; hence by it he finds good in the fullest sense. Without wisdom, man is as the wild ass’s colt, running hither and thither, wasting strength which might be profitably employed.
Wisdom is the compass by which man is to steer across the trackless waste of life; without it he is a derelict vessel, the sport of winds and waves. A man must be prudent in such a world as this, or he will find no good, but be betrayed into unnumbered ills.
The pilgrim will sorely wound his feet among the briers of the wood of life if he do not pick his steps with the utmost caution. He who is in a wilderness infested with robber bands must handle matters wisely if he would journey safely.
If, trained by the Great Teacher, we follow where he leads, we shall find good, even while in this dark abode; there are celestial fruits to be gathered this side of Eden’s bowers, and songs of paradise to be sung amid the groves of earth.
But where shall this wisdom be found? Many have dreamed of it, but have not possessed it.
Where shall we learn it? Let us listen to the voice of the Lord, for he hath declared the secret; he hath revealed to the sons of men wherein true wisdom lieth, and we have it in the text, “Whoso trusteth in the Lord, happy is he.”
The true way to handle a matter wisely is to trust in the Lord. This is the sure clue to the most intricate labyrinths of life; follow it and find eternal bliss.
He who trusts in the Lord has a diploma for wisdom granted by inspiration: happy is he now, and happier shall he be above. Lord, in this sweet eventide walk with me in the garden, and teach me the wisdom of faith.
《am Morgen》6. Mai
„Daran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns, dass er uns von seinem Geiste gegeben hat." 1. Johannes 4,13
Hättest du gern ein Haus, eine Heimat für deine Seele? Du fragst: „Wie hoch steht der Preis?" Dieser Preis ist etwas geringer, als was die stolze Menschennatur gern dafür gäbe. Es heißt: umsonst und ohne Geld. Ach, du möchtest gern eine erhebliche Summe dafür bezahlen! Du möchtest gern etwas tun, um Christus zu gewinnen? Dann kannst du diese Heimat nicht erwerben, denn sie hat keinen Preis! Willst du meines Herrn Haus und Heimat für alle Ewigkeit zur Miete nehmen, ohne etwas anderes dafür zu bezahlen als den Bodenzins deiner Liebe und deines Dienstes, die du Ihm ewig gelobst und bewahrst? Willst du Jesus empfangen und in Ihm wohnen? So siehe denn, dieses Haus ist ausgestattet mit allem, was du brauchst. Es ist mit Schätzen angefüllt, die du dein Leben lang nicht ausschöpfen kannst. Hier kannst du täglich den vertrautesten Umgang mit Christus haben und am Gastmahl Seiner Liebe sitzen. Hier sind reich besetzte Tafeln mit köstlichen Speisen beladen, die dich ewig nähren. Hier findest du eine sanfte Ruhe in Jesus, wenn du matt und müde bist; und du hast ringsum eine herrliche Aussicht und siehst den Himmel offen. Willst du dieses Haus? Wenn du noch nirgends eine Heimat gefunden hast, eine Stätte deiner Ruhe, so wirst du sagen: Ich möchte dieses Haus gern besitzen, aber werde ich es haben können? Ja, siehe, hier ist der Schlüssel: Komm zu Jesus. Sprichst du, ich bin zu schlecht gekleidet für ein so herrliches Haus? Glaube das nicht! Es sind Kleider genug für dich darin. Wenn du dich schuldbeladen und verdammungswürdig fühlst, so komm! Und wenngleich das Haus zu gut für dich ist, so wird dich dafür der Herr Jesus für dieses Haus gut machen. Er wird dich waschen und reinigen, und dann wirst du fröhlich singen: Wir bleiben in Ihm. Gläubige Seele! Dreimal selig und glücklich bist du, dass du solch eine Wohnstätte gefunden hast! Du bist sehr wohl bedacht, denn du hast ,,eine feste Burg", in welcher du sicher wohnst. Und, wenn du in Ihm bleibst", so hast du nicht nur eine vollkommene und sichere Wohnung, sondern eine ewige Heimat. Wenn diese Welt wie ein Traum vergeht, wird unser Haus bleiben und es wird unvergänglicher und unerschütterlicher dastehen als Marmor, unzerstörbarer als Granit, ewig wie Gott, denn es ist Gott selber - „Wir bleiben in Ihm."
《Morning By Morning》May 6
“Hereby know we that we dwell in him, and he in us, because he hath given us of his Spirit.”— 1 John 4:13
Do you want a house for your soul? Do you ask, “What is the purchase?” It is something less than proud human nature will like to give. It is without money and without price.
Ah! you would like to pay a respectable rent! You would love to do something to win Christ? Then you cannot have the house, for it is “without price.”
Will you take my Master’s house on a lease for all eternity, with nothing to pay for it, nothing but the ground-rent of loving and serving him forever? Will you take Jesus and “dwell in him?”
See, this house is furnished with all you want, it is filled with riches more than you will spend as long as you live. Here you can have intimate communion with Christ and feast on his love; here are tables well-stored with food for you to live on forever; in it, when weary, you can find rest with Jesus; and from it you can look out and see heaven itself.
Will you have the house? Ah! if you are houseless, you will say, “I should like to have the house; but may I have it?” Yes; there is the key–the key is, “Come to Jesus.”
“But,” you say, “I am too shabby for such a house.” Never mind; there are garments inside. If you feel guilty and condemned, come; and though the house is too good for you, Christ will make you good enough for the house by-and-by.
He will wash you and cleanse you, and you will yet be able to sing, “We dwell in him.” Believer: thrice happy art thou to have such a dwelling-place! Greatly privileged thou art, for thou hast a “strong habitation” in which thou art ever safe.
And “dwelling in him,” thou hast not only a perfect and secure house, but an everlasting one. When this world shall have melted like a dream, our house shall live, and stand more imperishable than marble, more solid than granite, self-existent as God, for it is God himself–“We dwell in him.”
《am Abend》6. Mai
„Wird ein toter Mensch wieder leben? Alle Tage meines Streites wollte ich harren, bis dass meine Veränderung komme!" Hiob 14,14
Ein kurzes Warten auf Erden macht uns den Himmel umso himmlischer. Nichts versüßt die Ruhe so sehr wie anstrengende Arbeit. Nichts macht uns das Gefühl der Sicherheit so angenehm wie das
Toben der Feinde um uns herum. Die bitteren Wermutskelche dieser Erde lassen uns den neuen Wein, der in den goldenen Bechern der Herrlichkeit perlt, nur umso köstlicher erscheinen. Unsere abgenutzten Waffen und unsere vernarbten Stirnen verherrlichen droben unseren Sieg nur umso mehr, wenn wir auf den Thronen empfangen werden, die den Überwindern dieser Welt bestimmt sind. Wir könnten keine so völlige Gemeinschaft mit Christus haben, wenn wir nicht eine Zeit lang in der Erniedrigung bleiben, denn Er wurde mit einer Taufe zum Leiden unter den Menschen getauft, und mit der-selben Taufe müssen auch wir getauft werden, wenn wir Sein Reich ererben wollen. Gemeinschaft mit Christus ehrt uns so hoch, dass das schmerzlichste Leiden ein angenehmer Preis ist, den wir dafür hingeben. Ein anderer Grund für unser Warten hier ist, nämlich dass wir zum Besten anderer bleiben müssen. Wir können ja nicht wünschen, in den Himmel zu kommen, bis unsere Aufgabe erfüllt ist. Vielleicht sind wir noch dazu bestimmt, solchen Seelen Licht zu bringen, die noch von der Wüste der Sünde umnachtet sind. Unser verlängerter Aufenthalt hier auf Erden geschieht aber ohne Zweifel auch zur Verherrlichung Gottes. Ein im Läuterungsfeuer bewährter Heiliger strahlt wie ein kunstreich geschliffener Diamant in der Krone des Königs. Wir sind Gottes Werk, in welchem Er durch unsere Bedrängnisse verherrlicht wird. Um der Ehre Jesu willen ertragen wir die Trübsale unseres Glaubenslebens mit heiliger Freude. Ein jeder ordne sein Verlangen der Ehre Jesu unter und lebe der Empfindung: „Wenn mein Liegen in der Asche meinen Herrn auch nur um ein
Haar erhöhte, so will ich gern noch in den Scherben dieser Erde sitzen bleiben. Wenn ein ewiges Leben hier meinem Herrn mehr Ehre brächte, so sollte es mein Himmel sein, vom Himmel ausgeschlossen zu bleiben." Unsere Zeit ist durch eine ewig gültige Verordnung entschieden und festgesetzt. Lassen wir uns deshalb nicht beunruhigen, sondern harren wir in Geduld, bis sich uns die Perlentore des himmlischen Jerusalems öffnen.
《Evening by Evening》May 6
“If a man die, shall he live again? all the days of my appointed time will I wait, till my change come.”— Job 14:14
A little stay on earth will make heaven more heavenly. Nothing makes rest so sweet as toil; nothing renders security so pleasant as exposure to alarms.
The bitter quassia cups of earth will give a relish to the new wine which sparkles in the golden bowls of glory. Our battered armour and scarred countenances will render more illustrious our victory above, when we are welcomed to the seats of those who have overcome the world.
We should not have full fellowship with Christ if we did not for awhile sojourn below, for he was baptized with a baptism of suffering among men, and we must be baptized with the same if we would share his kingdom. Fellowship with Christ is so honourable that the sorest sorrow is a light price by which to procure it.
Another reason for our lingering here is for the good of others. We would not wish to enter heaven till our work is done, and it may be that we are yet ordained to minister light to souls benighted in the wilderness of sin.
Our prolonged stay here is doubtless for God’s glory. A tried saint, like a well-cut diamond, glitters much in the King’s crown. Nothing reflects so much honour on a workman as a protracted and severe trial of his work, and its triumphant endurance of the ordeal without giving way in any part.
We are God’s workmanship, in whom he will be glorified by our afflictions. It is for the honour of Jesus that we endure the trial of our faith with sacred joy. Let each man surrender his own longings to the glory of Jesus, and feel, “If my lying in the dust would elevate my Lord by so much as an inch, let me still lie among the pots of earth.
If to live on earth forever would make my Lord more glorious, it should be my heaven to be shut out of heaven.” Our time is fixed and settled by eternal decree. Let us not be anxious about it, but wait with patience till the gates of pearl shall open.
《am Morgen》7. Mai
„Aber da Jesus das erfuhr, wich er von dannen. Und ihm folgte viel Volks nach, und er heilte sie alle ..." Matthäus 12,15
Welche Menge hässlicher und abscheulicher Krankheiten muss dem Herrn Jesus stets unter die Augen gekommen sein! Dennoch lesen wir nirgends, dass Ihm davor ekelte, sondern dass Er jedem Kranken seine ganze Sorgfalt widmete. Welche merkwürdigen Seuchen der verschiedensten Art mögen sich vor Ihm zusammengefunden haben! Welche fressenden Eiterbeulen und welche stinkenden Wunden! Dennoch war Er bei jeder neuen Erscheinung des Ungeheuers „Seuche" zur Hilfe bereit und überwand sie siegreich in jeder Gestalt. Der feurige Pfeil mochte fliegen, woher er wollte, so dämpfte Er seine verzehrende Gewalt. Die Hitze des Fiebers, der Frost der Wassersucht, die Entkräftung der Gicht, die Wut der Besessenheit, die Verunreinigung des Aussatzes oder die Finsternis der Blindheit alle erfuhren die Macht Seines Wortes und entflohen vor Seinem Befehl. Auf jedem Teil des Schlachtfeldes blieb Er siegreich über das Böse und empfing die Huldigung der befreiten Gefangenen. Er kam, sah und siegte überall. Das ist noch heute so. Wie auch mein Übel aussehen möge, der geliebte Arzt kann mich dennoch heilen. Und wie elend auch der Zustand anderer sei, derer ich in diesem Augen-blick im Gebet gedenke, so darf ich dennoch von Jesus erhoffen, dass Er imstande ist, sie von ihren Sünden zu heilen. Mein Kind, mein Freund, mein Geliebter: für jeden darf ich hoffen, für jeden ohne Ausnahme, wenn ich an die heilende Macht meines Herrn und Heilandes denke. Und was mich selber betrifft, so darf auch ich getrosten Mutes sein, wie ernst und schwer auch mein Kampf mit Sünde und Versuchung sei. Er, der auf Erden die Hallen der Kranken besuchte, beweist Seine Gnade noch immer und wirkt Wunder unter den Menschenkindern. Kommt und lasst uns zu Ihm gehen, jetzt gleich und mit rechtem Ernst! Ich will Ihn jetzt loben, wenn ich daran denke, wie Er von geistlichen Krankheiten heilt. Ich will Ihn rühmen und preisen. Er hat unsere Krankheit getragen. „Durch seine Wunden sind wir geheilt." (Jesaja 53,5). Seine Gemeinde auf Erden ist voller Seelen, die unser geliebter Arzt geheilt hat. Und die Himmelsbewohner müssen bekennen: „Er heilte sie alle." So komm, meine Seele, mache weit umher die Herrlichkeit Seiner Gnade bekannt, „und dem Herrn soll ein Name und ewiges Zeichen sein". (Jesaja 55,13).
《Morning By Morning》May 7
“But when Jesus knew it, he withdrew himself from thence: and great multitudes followed him, and he healed them all;”— Matthew 12:15
What a mass of hideous sickness must have thrust itself under the eye of Jesus! Yet we read not that he was disgusted, but patiently waited on every case.
What a singular variety of evils must have met at his feet! What sickening ulcers and putrefying sores! Yet he was ready for every new shape of the monster evil, and was victor over it in every form.
Let the arrow fly from what quarter it might, he quenched its fiery power. The heat of fever, or the cold of dropsy; the lethargy of palsy, or the rage of madness; the filth of leprosy, or the darkness of ophthalmia–all knew the power of his word, and fled at his command.
In every corner of the field he was triumphant over evil, and received the homage of delivered captives. He came, he saw, he conquered everywhere.
It is even so this morning. Whatever my own case may be, the beloved Physician can heal me; and whatever may be the state of others whom I may remember at this moment in prayer, I may have hope in Jesus that he will be able to heal them of their sins.
My child, my friend, my dearest one, I can have hope for each, for all, when I remember the healing power of my Lord; and on my own account, however severe my struggle with sins and infirmities, I may yet be of good cheer.
He who on earth walked the hospitals, still dispenses his grace, and works wonders among the sons of men: let me go to him at once in right earnest.
Let me praise him, this morning, as I remember how he wrought his spiritual cures, which bring him most renown. It was by taking upon himself our sicknesses. “By his stripes we are healed.”
The Church on earth is full of souls healed by our beloved Physician; and the inhabitants of heaven itself confess that “He healed them all.” Come, then, my soul, publish abroad the virtue of his grace, and let it be “to the Lord for a name, for an everlasting sign which shall not be cut off.”
《am Abend》7. Mai
„Jesus spricht zu ihm: Stehe auf, nimm dein Bett und gehe hin!" Johannes 5,8
Der Kranke hatte, wie viele andere Menschen auch, auf ein Wunder gewartet; auf ein Zeichen, das sich ereignen solle. Umsonst wartete er am Teich. Kein Engel kam. Und wenn er kam, dann kam er nicht für ihn. Dennoch wartete er geduldig, denn er meinte, er hätte keine andere Hoffnung mehr, und er wusste nicht, dass ihm einer nahe war, dessen Wort ihn in einem einzigen Augenblick heilen konnte. Viele befinden sich in der gleichen, notvollen Lage. Sie warten auf ein besonderes Gefühl, auf einen ungewöhnlichen Eindruck oder eine himmlische Erscheinung. Sie warten vergebens und wachen umsonst. In einigen Fällen ereignen sich auffallende Zeichen, aber sie sind selten, und niemand hat ein Recht darauf, etwas Ähnliches für sich zu erwarten. Besonders keiner, der seine Ohnmacht fühlt, von dem bewegten Wasser Gebrauch zu machen, auch wenn eine solche Bewegung einträte. Es ist eine traurige Tatsache, dass Zehntausende auf die Wirkung von Heilmitteln, Riten, Gelübden und Vorsätzen unbeschreiblich lange Zeiten gewartet haben und auch jetzt noch warten ganz umsonst. Unterdessen vergessen diese armen Seelen den Heiland, der sie einlädt zu Ihm aufzublicken und dadurch errettet zu werden. Er könnte sie auf einmal heilen, aber sie wollen lieber auf einen Engel und ein Wunderzeichen warten. Ihm zu vertrauen ist der sichere Weg zu jeder Segnung und Er ist des allergrößten Vertrauens wert. Aber Unglauben lässt sie die kalten und feuchten Hallen am Teich Bethesda der warmen Brust Seiner Liebe vorziehen. Ach, dass doch der Herr Sein Auge den großen Scharen zuwendete, die heute in der gleichen Lage sind. Er wolle ihnen die Geringschätzung verzeihen, mit der sie auf Seine göttliche Allmacht blicken und ihnen mit Seiner liebevoll drängenden Stimme zurufen, dass sie sich vom Lager ihrer Verzweiflung erheben und in der Kraft des Glaubens ihr Bett nehmen und gehen. O Herr, erhöre in dieser stillen Stunde unser Gebet für sie alle und schenke, dass sie Dich vor dem Anbruch eines neuen Tages sehen und mit Dir leben. Lieber Leser, findest du hier wirklich nichts für dich?
„Jesus Christus soll allein
meiner Seele Zuflucht sein."
《Evening by Evening》May 7
“Jesus saith unto him, Rise, take up thy bed, and walk.”— John 5:8
Like many others, the impotent man had been waiting for a wonder to be wrought, and a sign to be given. Wearily did he watch the pool, but no angel came, or came not for him; yet, thinking it to be his only chance, he waited still, and knew not that there was One near him whose word could heal him in a moment.
Many are in the same plight: they are waiting for some singular emotion, remarkable impression, or celestial vision; they wait in vain and watch for nought.
Even supposing that, in a few cases, remarkable signs are seen, yet these are rare, and no man has a right to look for them in his own case; no man especially who feels his impotency to avail himself of the moving of the water even if it came.
It is a very sad reflection that tens of thousands are now waiting in the use of means, and ordinances, and vows, and resolutions, and have so waited time out of mind, in vain, utterly in vain. Meanwhile these poor souls forget the present Saviour, who bids them look unto him and be saved. He could heal them at once, but they prefer to wait for an angel and a wonder.
To trust him is the sure way to every blessing, and he is worthy of the most implicit confidence; but unbelief makes them prefer the cold porches of Bethesda to the warm bosom of his love.
O that the Lord may turn his eye upon the multitudes who are in this case tonight; may he forgive the slights which they put upon his divine power, and call them by that sweet constraining voice, to rise from the bed of despair, and in the energy of faith take up their bed and walk.
O Lord, hear our prayer for all such at this calm hour of sunset, and ere the day breaketh may they look and live.
Courteous reader, is there anything in this portion for you?
《am Morgen》8. Mai
„Der aber geheilt worden war, wusste nicht, wer es war; denn Jesus war gewichen, da so viel Volks an dem Ort war." Johannes 5,13
Die Jahre verfließen dem Glücklichen und Gesunden schnell, aber ein achtunddreißig Jahre langes Leiden muss in dem Leben des armen, gichtbrüchigen Menschen einen langen, schweren Abschnitt bedeutet haben. Als ihn jedoch der Herr Jesus mit einem einzigen Wort heilte, während er in der Halle am Teich Bethesda lag, da war er fast außer sich vor Freude und Dankbarkeit für eine solche Veränderung. So ergeht es auch dem Sünder, der wochen- und monatelang von Verzweiflung niedergebeugt war, müde geseufzt und sich nach Erlösung gesehnt hatte. Er wird sich der Veränderung bewusst, wenn der Herr Jesus das allmächtige Wort spricht und ihm Frieden und Freude im Glauben schenkt. Das Übel, das geheilt wird, ist zu groß, als dass seine Beseitigung sich nicht sogleich bemerkbar machen müsste. Das neu empfangene Leben ist zu wichtig, als dass es könnte spurlos und wirkungslos in einem Menschen wohnen. Die bewirkte Umwandlung ist zu merkwürdig, dass sie nicht in die Augen fallen müsste. Und dennoch wusste der arme Mensch nicht, wer der Urheber seiner Heilung war. Er wusste nichts von der Heiligkeit seiner Person, nichts von seinen Werken der Liebe und des erlösenden Erbarmens, denen Er alle Zeit und Kraft widmete und nichts von seiner göttlichen Sendung unter die Menschenkinder. Es kann in den Herzen solcher, die die Macht des Blutes Jesu an sich erfahren haben, noch viel Unwissenheit über die Person des Heilandes vorhanden sein. Wir dürfen die Menschen wegen solcher Unkenntnis nicht gleich verurteilen; sondern wo wir etwas vom seligmachenden Glauben sehen, da müssen wir auch annehmen, dass der Glaube die Erlösung gewirkt hat. Der Heilige Geist wirkt im Menschen Reue, schon lange bevor Er ihn in einen göttlichen Wandel führt. Und wer da glaubt, was er erkennt, wird bald auch klarer erkennen, was er glaubt. Den-noch ist Unwissenheit ein Übel. Denn dieser arme Mensch wurde von den Pharisäern sehr in die Enge getrieben. Doch bald folgte auf die Heilung der Krankheit auch die Heilung der Unwissenheit, denn der Herr Jesus besuchte ihn im Tempel. Und nach dieser gnädigen Offenbarung hörte man ihn offen bezeugen, es sei Jesus gewesen, der ihn gesund gemacht habe. Herr, wenn Du mich selig gemacht hast, so mache Dich mir offenbar, auf dass ich Dich den Menschen-kindern verkündigen möge!
《Morning By Morning》May 8
“And he that was healed wist not who it was: for Jesus had conveyed himself away, a multitude being in that place.”— John 5:13
Years are short to the happy and healthy; but thirty-eight years of disease must have dragged a very weary length along the life of the poor impotent man. When Jesus, therefore, healed him by a word, while he lay at the pool of Bethesda, he was delightfully sensible of a change.
Even so the sinner who has for weeks and months been paralysed with despair, and has wearily sighed for salvation, is very conscious of the change when the Lord Jesus speaks the word of power, and gives joy and peace in believing.
The evil removed is too great to be removed without our discerning it; the life imparted is too remarkable to be possessed and remain inoperative; and the change wrought is too marvellous not to be perceived. Yet the poor man was ignorant of the author of his cure; he knew not the sacredness of his person, the offices which he sustained, or the errand which brought him among men.
Much ignorance of Jesus may remain in hearts which yet feel the power of his blood. We must not hastily condemn men for lack of knowledge; but where we can see the faith which saves the soul, we must believe that salvation has been bestowed.
The Holy Spirit makes men penitents long before he makes them divines; and he who believes what he knows, shall soon know more clearly what he believes. Ignorance is, however, an evil; for this poor man was much tantalized by the Pharisees, and was quite unable to cope with them.
It is good to be able to answer gainsayers; but we cannot do so if we know not the Lord Jesus clearly and with understanding. The cure of his ignorance, however, soon followed the cure of his infirmity, for he was visited by the Lord in the temple; and after that gracious manifestation, he was found testifying that “it was Jesus who had made him whole.”
Lord, if thou hast saved me, show me thyself, that I may declare thee to the sons of men.
《am Abend》8. Mai
„So vertrage dich nun mit ihm und habe Frieden; daraus wird dir viel Gutes kommen." Hiob 22,21
Wenn wir mit Gott „Frieden haben" wollen, so müssen wir Ihn er-kennen, wie Er sich geoffenbart hat; nicht bloß in der Einheit Seines Wesens und Lebens, sondern auch in der Dreifaltigkeit Seiner heiligen Person. Gott sprach: „Lasset Uns Menschen machen, ein Bild, das Uns gleich sei." Der Mensch soll sich nicht zufrieden geben, bis dass er etwas von dem „Uns" erkannt hat, welchem sein eigenes Wesen nachgebildet ist. Trachtet nach der Erkenntnis des Vaters, bergt euer Haupt in tiefer Reue an Seiner Brust und bekennt Ihm, dass ihr nicht wert seid, Sein Sohn zu heißen. Empfangt den Kuss Seiner Liebe. Lasst euch den Ring, das Pfand Seiner ewigen Vatertreue, an den Finger stecken. Setzt euch mit Ihm zu Tisch und freut euch mit fröhlichem Schall an Seiner Gnade. Dann drängt weiter nach der Erkenntnis und sucht den Sohn Gottes, der der Glanz der Herrlichkeit Seines Vaters ist und in unaussprechlich freundlicher Herablassung um unsertwillen ein Mensch geworden ist, aus lauter Gnade. Erkennt Ihn in der wunderbaren Verschmelzung Seines Wesens: ewiger Gott, und doch ein leidender, sterblicher Mensch. Folgt Ihm nach, wenn Er mit göttlichem Tritt über die Wasserwogen wandelt und wenn Er sich, wiederum in menschlicher Ermüdung, am Brunnen zu Samaria niedersetzt. Lasst nicht nach, bis ihr gewiss seid, dass Jesus Christus euer Freund, euer Bruder, euer Bräutigam, euer Ein und Alles ist. Vergesst den Heiligen Geist nicht. Sucht eine klare Erkenntnis Seines Wesens und Seiner Eigenschaften, Seines Waltens und Seines Wirkens zu er-langen. Habt Acht auf diesen Geist des Herrn, der zuerst über den Wassern der Tiefe schwebte und Ordnung schuf, und der auch jetzt das Chaos unserer Seelen heimsucht und in uns eine heilige Ordnung hervorruft. Betrachte Ihn als den Herrn und Geber des geistlichen Lebens, als den Erleuchter, Lehrer, Tröster und Vollender eines heiligen Wandels. Betrachte, wie Er sich als das heilige Salböl auf das Haupt Jesu niederlässt und danach auch auf euch ruht, die ihr wie der Saum Seines Gewandes seid. Solch ein einsichtiger, schriftgemäßer und er-fahrbarer Glaube an die Dreieinigkeit ist euer, wenn ihr Gott wahrhaftig erkennt; und solche Erkenntnis gibt Frieden.
《Evening by Evening》May 8
“Acquaint now thyself with him, and be at peace: thereby good shall come unto thee.”— Job 22:21
If we would rightly “acquaint ourselves with God, and be at peace,” we must know him as he has revealed himself, not only in the unity of his essence and subsistence, but also in the plurality of his persons.
God said, “Let us make man in our own image”–let not man be content until he knows something of the “us” from whom his being was derived. Endeavour to know the Father; bury your head in his bosom in deep repentance, and confess that you are not worthy to be called his son; receive the kiss of his love; let the ring which is the token of his eternal faithfulness be on your finger; sit at his table and let your heart make merry in his grace.
Then press forward and seek to know much of the Son of God who is the brightness of his Father’s glory, and yet in unspeakable condescension of grace became man for our sakes; know him in the singular complexity of his nature: eternal God, and yet suffering, finite man; follow him as he walks the waters with the tread of deity, and as he sits upon the well in the weariness of humanity.
Be not satisfied unless you know much of Jesus Christ as your Friend, your Brother, your Husband, your all. Forget not the Holy Spirit; endeavour to obtain a clear view of his nature and character, his attributes, and his works.
Behold that Spirit of the Lord, who first of all moved upon chaos, and brought forth order; who now visits the chaos of your soul, and creates the order of holiness. Behold him as the Lord and giver of spiritual life, the Illuminator, the Instructor, the Comforter, and the Sanctifier.
Behold him as, like holy unction, he descends upon the head of Jesus, and then afterwards rests upon you who are as the skirts of his garments. Such an intelligent, scriptural, and experimental belief in the Trinity in Unity is yours if you truly know God; and such knowledge brings peace indeed.